Polizei: 25-jähriger Mann bei Messerattacke in Zehdenick getötet

Die Asylbewerberunterkunft in Zehdenick: Hier kam es zum Streit unter zwei Afghanen. Dabei wurde ein 25-Jähriger tödlich verletzt.
dpa/Julian StähleUpdate 06.05. - 14 Uhr:
Bei einem Streit zwischen zwei Afghanen ist ein 25-jähriger Asylbewerber am Dienstagabend gegen 21 Uhr im Zehdenicker Asylbewerberheim am Wesendorfer Weg getötet worden.
Er hatte sich zuvor mit einem 29-Jährigen verbal gestritten. Der Streit eskalierte, es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Schließlich soll der Ältere ein Messer gezogen und seinen Kontrahenten erstochen haben. Was der Auslöser des Streits war, könne derzeit noch nicht gesagt werden, das sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen, sagte Polizeisprecherin Ariane Feierbach am Mittwochmorgen.
Bei dem Streit wurde offenbar auch der 29-jähriger Angreifer verletzt, der mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht wurde. Die Feuerwehr Zehdenick war mit drei Fahrzeugen und zwölf Einsatzkräften angerückt, um einen Basketballplatz in der Nähe des Heims auszuleuchten, damit dort ein Rettungshubschrauber landen konnten, sagte Stadtbrandmeister Gerd Leege. Zunächst habe es geheißen, dass es zwei Verletzte gebe, von dem später einer seinen schweren Verletzungen erlegen sei. Nach der Landung des Hubschraubers sei dann aber entschieden worden, dass dieser nicht benötigt werde.
Noch am Tatort konnte die Polizei, die mit einem Großaufgebot angerückt war, den 29-Jährigen in der Unterkunft vorläufig festnehmen. Die Ermittlungen vor Ort werden auch am Mittwoch noch fortgeführt. Die Mordkommission der Polizeidirektion Nord führt die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Gegen den Tatverdächtigen wurde am Mittwochabend Haftbefehl erlassen. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Bei der Ermittlungen am Tatort kamen am Mittwoch auch Polizeihunde zum Einsatz. Ob es dabei um die Suche nach der Tatwaffe ging, ließ die Sprecherin offen. „Es könnte damit im Zusammenhang stehen“, sagte Feierbach.
Zehdenicks Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos) äußerte sich bestürzt: „Ich bedaure sehr, dass es zu so einer Tat gekommen ist. Gleichwohl bin ich erleichtert, dass weder Einsatzkräfte noch Nachbarn gefährdet wurden.“ Der Landkreis Oberhavel habe ihn über die Ereignisse in dem Heim informiert. Dies habe er zum Anlass genommen, den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Waldemar Schulz (CDU), sowie die Vorsitzenden der Stadtverordnetenfraktionen in Kenntnis zu setzen, so Kronenberg.
