Regionalbahn 12: Bürgermeister protestieren gegen Templiner Vorstoß

Sind sich einig: die Bürgermeister Bernd-Christian Schneck (Löwenberger Land; SPD) und Bert Kronenberg (Zehdenick; parteilos).
Volkmar ErnstDamit reagierten sie auf einen Vorstoß von CDU und FDP im Templiner Stadtparlament. Christdemokraten und Liberale in der Uckermark–Stadt wollen beschließen lassen, die kleineren Haltepunkte der Regionalbahn 12 in Landkreis Oberhavel nur noch alle zwei Stunden zu bedienen, um die Fahrzeit von Templin nach Berlin um rund 30 Minuten reduzieren zu können. Betroffen davon wären Hammelspring, Vogelsang, Zehdenick–Neuhof, Bergsdorf, Grüneberg, Nassenheide und Sachsenhausen. Lediglich Oranienburg, Zehdenick und Löwenberg sollen noch stündlich angefahren werden.
„Der Vorstoß von FDP und CDU in der Templiner Stadtverordnetenversammlung, kleinere Orte vom Bahnverkehr abzuhängen, widerspricht vehement der Bedeutung, die der Bahn in der Zukunft zukommt und ist zudem schädlich für die Umwelt“, erklärten Kronenberg und Schneck am Mittwoch in Löwenberg. „Deshalb lehnen wir den Vorschlag ab“, so beide Bürgermeister. „Wir bieten der Stadt Templin aber an, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.“
Eine Alternative aus Sicht der beiden Bürgermeister könnten die folgenden Verbesserungen im Zugverkehr sein.
Der R5 hält künftig jede Stunde in Neulöwenberg (Löwenberg/Mark), um so eine Umsteigemöglichkeit zu schaffen, dass Pendler sowohl auf kurzem Weg nach Ost– (Ostkreuz) oder Westberlin (Gesundbrunnen)gelangen können.
Die Taktung auf der Strecke der RB 12 wird auf 30 Minuten erhöht. Eigentlich komplett, wenigstens aber in den Spitzenzeiten, wenn die Pendler morgens und abends unterwegs sind.
Die Linie des RB 54 nach Rheinsberg wird intensiviert, damit auch Pendler aus dem Kreis Ostprignitz–Ruppin besser nach Berlin gelangen können.
„Sowohl die Bahn als auch die Kommunen haben in den vergangenen Jahren viel Geld in den Ausbau des Streckennetzes gesteckt“, so die Bürgermeister unisono. „In Nassenheide, Grüneberg und Neulöenberg wurden neue Haltepunkte angelegt, als Kommune haben wir diese mit Park-&-Ride–Plätzen ergänzt. Die werden von den Pendlern angenommen, teilweise sogar so gut, dass wir die Zahl der Stellflächen in Neulöwenberg erweitern müssen“,so Schneck. Außerdem würden sich gerade viele Berliner wegen der guten Bahnanbindung für einen Umzug ins Brandenburger Umland entscheiden. „Diesen Vorteil machen wir zunichte, wenn bestimmte Orte nicht mehr angefahren werden.“
Das sieht auch Kronenberg nicht anders und ergänzt: „Unser Anliegen, auch der Umwelt zuliebe ist, dass die Leute vom Auto auf die Bahn umsteigen. Wenn wir die Angebote dafür ausdünnen, dann erreichen wir genau das Gegenteil. Die kleinen Haltepunkte werden immer schlechter angenommen, bis sie von der Bahn ganz angehängt werden. Das kann nicht unser Ziel sein.“
Für das Vorpreschen der Liberalen und Christdemokraten im Templiner Stadtparlament, haben weder Kronenberg noch Schneck Verständnis. In diesem Fall dürfe keine Kommune nur an sich denken. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept, von dem wir alle profitieren“, so Schneck. „Von einer Taktverdichtung beider Linien und dem Ausbau des Bahnhofs Löwenberg (Mark) zu einem Umsteigebahnhof zwischen dem RB12 und dem RE 5 würde auch Templin profitieren“, ist sich der Bürgermeister des Löwenberger Landes sicher. Deshalb will auch Kronenberg das Gespräch mit seinem Templiner Amtskollegen suchen, um Möglichkeiten des Miteinanders, statt eines Gegeneinanders auszuloten.