In Magdeburg qualifiziert
Durch ihren zweiten Platz bei den deutschen Meisterschaften hatte sich das Team mit Jona Domke, Marc Lüdke, Lucas Blank und Shawn Wolff, das von dem Lehrer Jens Richter-Mendau betreut wird, für die Europameisterschaft qualifiziert. Hätte das Team schon in Magdeburg gesiegt, hätte es das Ticket für die Weltmeisterschaft in Sydney gelöst. Die Teilnahme dort wäre für die Granseer schon aus finanzieller Sicht nicht realisierbar gewesen, ganz abgesehen von der lange Reisedauer von 22 Stunden mit dem Flugzeug. Mit ihrer Idee eines interaktiven Sprachcomputers, der den deutschen Astronauten Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation ISS ein halbes Jahr begleitete, setzten sich die Granseer in Hannover gegen die nicht weniger starke Konkurrenz aus Slowenien, Kroatien, Italien, Österreich, Russland und Israel durch. Und das, obwohl die erste Präsentation auf der Bühne durch eine technische Panne beinahe ausgefallen wäre: ein inszeniertes Zwiegespräch, wobei der eine Gesprächspartner via Video eingespielt wurde. Ein 15-minütiges, technisches Interview mit der international besetzen Jury auf Englisch folgte in einem abgeschlossen Raum. "Hier mussten meine Schüler deutlich machen, dass sie ihr Projekt ohne fremde Hilfe realisiert haben. Das Interview komplett auf Englisch zu führen, war für die Siebtklässler eine echte Herausforderung", zollte Richter-Mendau seinen Schülern größten Respekt.
Gelungene Performance
Bei der zweiten Bühnenperformance funktionierte auch die Technik wieder und die Granseer Jugendlichen konnten nicht nur der Jury, sondern auch dem Publikum in der Messehalle in Hannover deutlich machen, was in ihrem Roboter steckt, der auf Sprach- und Bildbefehle reagiert. Die Maschine der Granseer ist dem Crew Interactive Mobile Companion, kurz Cimon, der Alexander Gerst im Weltall tagtäglich begleitete, nachempfunden. Der Cimon ist in der Lage, dem Menschen zu folgen. Und über ein Bluetooth-Netzwerk kann ein weiterer Roboter angesteuert werden.
Das Team aus Israel wählte eine andere Form der Bühnenpräsentation. Sie führte eine Tanzperformance mit ihrem Roboter auf. "Das war eine sehr gelungene Show", zollte Richter-Mendau auch diesem Team seinen Respekt.
Gutes Miteinander der Teams
Die Nummer kam der ursprünglichen Idee des Robocups sehr nah, vor allem Mädchen über die Technik für naturwissenschaftliche Fächer zu begeistern.
Das Team aus Österreich jedoch habe Probleme gehabt, das eigene Projekte nachvollziehbar zu erklären. Trotz des vorhandenen Konkurrenzdenkens war die Stimmung unter den Teams hervorragend. "Sie haben sich gegenseitig geholfen, es gab ein faires Miteinander", so Richter-Mendau. Rund 500 Schüler aus Europa traten gegeneinander an. 150 Teams kämpften mit ihren selbst gebauten und selbst programmierten Robotern um die Titel in den drei Ligen Soccer, Rescue und On Stage.
Da es selbst bei den Europameisterschaften nur um Ruhm und Ehre, nicht aber um Geld geht, sind auch die Granseer aufs Sponsoring angewiesen. "Unser Dank gilt hierbei dem Landkreis Oberhavel, Abteilung Begabtenförderung, sowie mehreren Granseer Firmen", so Richter-Mendau.
Fürs nächste Jahr gibt es seitens der Schüler Interesse, sich den Herausforderungen des Robocups mit einer neuen Projektidee zu stellen, erklärte der 53-jährige Lehrer für Informatik, Physik und Mathematik. Welche das sein wird, ließ er offen. Hollywood jedenfalls lasse grüßen.

Info-Kasten

Im Rahmen der Messe "Ideen Expo" fand erstmalig die Robocup Junior Euro in Hannover statt. Mehr 500 Schüler aus ganz Europa traten dort gegeneinander an. 150 Teams kämpften mit ihren selbstgebauten und selbst programmierten Robotern um die Titel in den drei Ligen: Soccer (Fußball), Rescue (simulierte Rettungseinsätze) und On Stage (Präsentation einer Bühnenshow).ext beginnt mit einem Initial, nicht mit der Ortsmarke. ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Die Schüler der Robocup Euro Junior sind zwischen 10 und 19 Jahren alt. Die Teilnehmer qualifizieren sich durch regionale Robocup Junior Wettbewerbe in den jeweiligen Ländern. ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel