Service
: Granseer Kleiderkammer wieder geöffnet

Der DRK-Kreisverband Gransee fährt sein Angebot wieder hoch. Die im Nordkreis abgebauten Sammelcontainer kehren aber nicht zurück.
Von
Matthias Henke
Gransee
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Beim Granseer Roten Kreuz ist Ines Tribanek für die Kleiderkammer verantwortlich: Bedürftige können sich, unter Einhaltung der Hygieneregeln, ab sofort wieder zu den Öffnungszeiten an der Koliner Straße einfinden.

Matthias Henke

„Nach einer langen Corona-Pause freuen wir uns, dass wir wieder am Start sind und die Menschen vor Ort unterstützen können“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Ronny Sattelmair bei einem Pressegespräch am Mittwoch.

„Trotzdem hat sich viel verändert. 24 Altkleidercontainer im Verbandsgebiet mussten wir einziehen. Dabei wird es auch bleiben“, so Sattelmair weiter. Der Verband habe sein Geschäftsmodell in dieser Angelegenheit komplett umgebaut. Nötig wurde das nicht zuletzt, da die Zusammenarbeit mit einem kommerziellen Verwerter nicht mehr wirtschaftlich gewesen sei. „Jetzt sind wir darauf angewiesen, dass die Bevölkerung noch gut tragbare Kleidung hier direkt in der Kleiderkammer abgibt, damit wir sie an die Bedürftigen weitergeben können“, so der Chef. Wichtig sei jedoch gewesen, nicht alles einzustampfen, sondern das Angebot weiter beziehungsweise wieder aufrecht erhalten zu können. „Der Bedarf ist einfach da, gerade in der jetzigen Zeit, wo viele das Geld zusammenhalten müssen. Wir hatten extrem viele Anfragen, wann wir die Kleiderkammer wieder aufmachen“, ergänzt Sattelmairs Assitentin, Kesrin Großmann. Eine Herausforderung werde indes trotz abgebauter Container bleiben, dass auch Mengen von Kleidern anfallen, die vor Ort kaum Abnehmer finden werden.

Neuen Partner gefunden

„Mit der Bibelmission haben wir aber einen Partner gefunden, der uns angeboten hat, die Überhänge abzunehmen und durch eigene Transportkapazitäten beispielsweise nach Bulgarien und Rumänien zu befördern, sodass wir guter Dinge sind, dass alles bei den Menschen ankommt, die es dringend brauchen, betont Sattelmair.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit bedeute das einen großen Fortschritt, denn im Rahmen der Kooperation mit einem kommerziellen Verwerter sei es so gewesen, dass überschüssige Spenden auch zu Dämmstoffen und ähnlichem weiterverarbeitet und nicht zwangsläufig für Bedürftige eingesetzt wurden, wenn es vor Ort in Gransee dafür keinen Bedarf gab.

Die Bibelmission habe vor kurzem Kleidersammlungen in Zehdenick organisiert, etwa im Treffpunkt Oase der freikirchlichen Gemeinde und in der neuapostolischen Gemeinde, erläutert Marco Dülgerow von der Bibelmission. Doch seine Organisation habe noch freie Transportkapazitäten gehabt und freue sich nun auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Granseer DRK-Verband.

Auf ein Problem, das in den vergangenen Jahren zugenommen habe, verweist DRK-Chef Sattelmair in diesem Zusammenhang aber ebenfalls: Der Müllanteil in den Containern sei mitunter enorm hoch gewesen. Wenn nun die Spenden vor Ort abgegeben werden müssen, gehe er davon aus, dass dies jene Leute tun, die die ideellen Ansprüche des Roten Kreuzes wirklich unterstützen wollen.

„Wenn es aber überhandnimmt und Spenden überhaupt nicht mehr zu verwerten sind, werden wir dankend ablehnen, nicht aufgrund fehlender Wertschätzung, sondern einfach auch, um unseren Partner nicht damit zu belasten“, fasst Ronny Sattelmair zusammen.

Das Angebot

Geöffnet ist die Kleiderkammer dienstags und donnerstags, jeweils von 10 bis 15 Uhr.

Die Verantwortlichen wollen zunächst schauen, wie sich Nachfrage und Hygieneregeln handhaben lassen. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten wird nicht ausgeschlossen.

Das Angebot soll auch nicht lediglich ein provisorisches sein, wird betont.⇥mhe