Digitale Begleiter für zwei Stadtrundgänge durch Gransee haben Schüler der Computer-AG der Granseer Stadtschule erstellt. Am Dienstag wurde das neue Angebot vorgestellt. Die Jungen und Mädchen bedienten sich dabei der App „Actionbound“, in der die Rundgänge nun abgerufen werden können. Entsprechende QR-Codes sollen an markanten Punkten im Stadtgebiet, etwa am Kloster, auf dem Kirchplatz und am Bahnhof angebracht werden. Startpunkt der beiden Rundgänge ist jeweils das Heimatmuseum.

Ein kurzer und ein langer Rundgang

Ein kleiner Rundgang, der etwa anderthalb bis zwei Stunden dauert, führt durch die Innenstadt, ein großer, für den etwa zweieinhalb bis drei Stunden veranschlagt werden, führt auch zum Kriegerdenkmal, der Warte, durch den Stadtwald zum Katharinenhof. Die Kinder haben zu jeder Sehenswürdigkeit Informationen gebündelt, die an den jeweiligen Stationen angezeigt werden. Per GPS werden die Anwender von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten geführt. Kleine Aufgaben wurde eingebaut. Dazu zählen Schätz- und Quizfragen oder die Aufgabe, mit Anna und Otto am Ruppiner Tor ein Foto zu machen. Wer möchte, kann am Ende der Tour seine Ergebnisse hochladen.

Im Sachkundeunterricht die App ausprobiert

Letzte Absprachen für die Präsentation wurden Anfang des Monats getroffen. „Wir freuen uns, dass wir es so schnell geschafft haben, auch mit Hilfe von Nordost-Werbung, das Projekt so in Szene zu setzen, wie es das verdient hat“, sagte Vizeamtsdirektor Wolfgang Schwericke. Ursprünglich wollte man schon im Frühjahr vor Beginn der touristischen Saison an den Start gehen, sagte Lehrerin Cornelia Stöckel. Doch dann kam Corona. „Mit dem Thema Stadtrundgang beschäftigen sich die Schüler schon in der dritten Klasse im Sachkundeunterricht“, so Stöckel weiter. Irina Richter von der Bibliothek habe seinerzeit von der Actionbound-App berichtet. Schnell habe daraufhin festgestanden, mal etwas anderes auszuprobieren. Mit Smartphone, Tablett und kindgerechten Aufgaben ging es durch die Stadt.

Sehenswürdigkeiten fotografiert

Daraufhin sei die Idee entstanden, auch für Erwachsene so etwas zu erstellen. In Klasse vier wurde zunächst ein Kalender erstellt (wir berichteten), doch dann ging es los. An zwei Nachmittagen waren die Kinder unterwegs, fotografierten Sehenswürdigkeiten. Anschließend wurden die Fotos und passende Texte in die Software eingepflegt. „Wir haben natürlich überlegt, welche Aufgaben können wir Erwachsenen stellen. Viele Wochen haben die Schüler insgesamt daran gesessen“, so Stöckel weiter. Jetzt sind Anna Marowsky, Julina Stendel, Tim Schulz, Lennard Wetzel, Maximilian Mischke und Oliver Raatz, die mittlerweile in die sechste Klasse gehen, mächtig stolz auf das Erreichte.

Lob von der Regio Nord

Regio-Nord-Chef Olaf Bechert bot spontan an, entsprechende QR-Codes auch auf den touristischen Internetseiten der Region zu veröffentlichen, um das neue Angebot bekannter zu machen. Auf offene Ohren stieß bei ihm zudem die Anregung Stöckels, dass auf die Rundgänge auch im Rahmen von 48 Stunden Oberhavel besonders aufmerksam gemacht werden könnte. Regelmäßig strömen im Rahmen dieser Aktion nicht zuletzt viele Gäste aus der Hauptstadtregion in den Norden Oberhavels, auch wenn in diesem Jahr Corona dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung machte. Ziel sei es ferner, die Rundgänge auch mit der Gransee-App zu verbinden. „Ihr habt etwas angefangen und noch gar keine Ahnung, wo das hinführen kann“, lobte Andrea Ziemke, Chefin von Nordost-Werbung und Vorsitzende des Unternehmervereins Gransee und Gemeinden. Sie kann sich vorstellen, den Rundgang auch mit Geschäften und Cafés zu ergänzen. Laut Cornelia Stöckel ist das kein Problem: „Das Grundgerüst kann kopiert und beliebig ergänzt werden“, sagte sie.