Umwelt
: Damit Amphibien sicher wandern

Die Naturwacht Stechlin-Ruppiner Land erfasst Hindernisse für Kröten und Co. Die warmen Sommer der vergangenen Jahre bekamen den Tieren nicht.
Von
Matthias Henke
Menz
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  • Gefahrenquelle Straßenverkehr: Um die Amphibien-Wanderungen sicherer zu gestalten, gibt es Schutzzäune, wo die Tiere eingesammelt werden.

    Gefahrenquelle Straßenverkehr: Um die Amphibien-Wanderungen sicherer zu gestalten, gibt es Schutzzäune, wo die Tiere eingesammelt werden.

    Jürgen Rammelt
  • Anke Rudnik, Leiterin der Naturwacht Stechlin-Ruppiner Land

    Anke Rudnik, Leiterin der Naturwacht Stechlin-Ruppiner Land

    Matthias Henke
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Als Anke Rudnik, Gebietsleiterin der Naturwacht Stechlin-Ruppiner Land, über zurückliegende und geplante Aktivitäten der Naturwacht informierte, kamen auch das sogenannte Monitoring und Umweltbeobachtungen zur Sprache. Neben Pegel- und Sichttiefenmessungen von Gewässern fallen darunter auch das Zählen von Orchideen sowie der Amphibien an den Krötenzäunen. „Dabei haben wir festgestellt, dass die Trockenheit der vergangenen zwei Sommer den Amphibienbestand deutlich reduziert hat, den Orchideen hingegen auf manchen Flächen zu Gute kam“, so Rudnik.

Mehr Knabenkräuter

Profitiert hätten nicht zuletzt die Bestände auf der Schleusenwiese am Roofensee, ergänzt Naturparkleiter Dr. Mario Schrumpf. Konnten für dieses Areal 2018 noch etwa 10 000 Exemplare der geschützten Knabenkräuter vermeldet werden, habe die Zahl auf rund 15 000 Exemplare zugenommen. Die Pflanzen bevorzugen stickstoffarme, feuchte bis nasse Wiesen, stehen aber ungern im blanken Wasser, so dass ein etwas niedrigerer Pegel ihnen durchaus zugute kommt, sofern es nicht zu trocken wird. Nicht zuletzt bedarf es aber einer regelmäßigen Mahd, damit die Orchideen zur Blüte gelangen können. „Als Jörg Sprößig vor Jahren damit anfangen hat, die Wiese wieder in die Pflege zu nehmen, konnte man die Zahl an zwei Händen abzählen“, formuliert Schrumpf zugespitzt.

Den Amphibien, denen die heißen Sommer nicht so gut bekamen, will die Naturwacht in diesem Jahr mit einer neuen Kartierung, bei der es speziell um ihre Wanderwege geht, langfristig Unterstützung geben. „Neben den jährlich wiederkehrenden Monitoringaufgaben erfolgt 2020 die Wiederholung der Aufnahme der Wanderungshindernisse für Amphibien“, so Anke Rudnik. Im Rahmen der Erarbeitung des Pflege- und Entwicklungsplanes erfolgte eine Erstkartierung durch die Naturwacht. Die Zweitkartierung soll zeigen, ob Veränderungen etwa im Verkehsaufkommen oder der klimatischen Bedingungen Auswirkungen auf die Amphibienbestände haben.

So werden Straßenabschnitte im Naturpark aufgesucht, an denen die Tiere ohne den Schutz stationärer oder temporärer Zäune die Fahrbahn überqueren müsse. Ein Hindernis seien etwa hohe Bordsteinkanten in der Ortslage Binenwalde zwischen Rheinsberg und Kunsterspring, beschreibt Rudnik. Die Ergebnisse der Kartierung dienen als Grundlage bei Sanierungsarbeiten oder Straßenerneuerungen, um eventuell einen Einbau von Amphibientunneln zu ermöglichen.

Besuch aus Israel

Im Mai bekommen die Stechliner Naturwächter zum zweiten Mal Besuch von Rangerkollegen aus Israel. Zwischen den Rangern beider Länder gebe es eine gute Kooperation. „Beim Austausch mit unseren Kollegen stellen wir immer wieder fest, dass es trotz der vielen Unterschiede in der Naturausstattung, viele Gemeinsamkeiten bei der Arbeit und auftretenden Problemen gibt. Natürlich zeigen wir ihnen einige Highlights im Naturpark“, sagt Rudnik.

Nicht zu kurz kommen wird auch die Betreuung der Kindergruppen an der Naturparkschule „Theodor Fontane“ in Menz und der Naturparkkita „Lindower Kinderland“. Mehr zu tun hatte die Naturwacht 2019, als auf der Landesgartenschau Schülergruppen im „Grünen Klassenzimmer“ zu betreuen waren.

Weitere Informationen zur Natruwacht auf www.stechlin-ruppiner-land-naturpark.de/naturpark/naturwacht/

Veranstaltungen der Naturwacht

Konzertfrühling: Bei einer Wanderung um Menz am 25. April ab 10 Uhr lassen sich die Teilnehmer zunächst von den tierischen Frühlingsboten inspirieren. Mit Utensilien aus der Küche, die zu Instrumenten werden und bei der Wanderung gesammelten Pflanzen sollen im Anschluss ein Frühlingsgericht mit Tischmusik genossen werden. Treffpunkt: Parkplatz vor dem Naturparkhaus, Dauer: drei Stunden, Info und Anmeldung bei Anke Rudnik: 033082 50214, 0170 7926947.

"Otter und Biber beobachten – uns": Bei einer Kanutour am 25. April ab 16 Uhr mit den Rangern ist die Wildnis der Fristower Plagge zu erleben. Kanus stehen zur Verfügung. Unterwegs ist Zeit für ein Picknick. Treffpunkt: Parkplatz vor der Forellenzucht Zippelsförde, Dauer: zirka fünf Stunden, Teilnehmerzahl: sieben bis 20 Personen, Kosten: sieben Euro für Kanuausleihe, Anmeldung bei Karen Steinberg unter 033933 879521, 0175 7213053.

Diese Tour wird ebenfalls am 23. Mai angeboten, an diesem Tag soll sie um 17 Uhr beginnen.

Eine Rangererlebnistour ab Zippelsförde unter dem Motto "Mit dem Kanu in die Vollmondnacht" (Kontakt für Anmeldung wie vorstehend) wird für den 31. Juli angeboten. Beginn ist um 20 Uhr. Unterwegs werden an Lagerfeuern Forellen nach "Rangerart" gegrillt". Kanus für zwei bis vier Personen und ein Canadier bis zwölf Personen werden gestellt. Der große Canadier wird von einem erfahrenen Kanuten gesteuert.

Kostenpunkt: 31 Euro. Teilnehmerzahl: sieben bis 20 Personen.⇥red