Volleyball: Aus der Lethargie geblockt
Denn sein Team erwischte am Sonnabend keinen guten Tag, begann „äußerst holprig“ (O-Ton Manager Dirk Schmidt) und „spielte nicht den schönsten Volleyball“, räumte Schwarz unumwunden ein. „Aber das muss auch mal sein“, fügte er erleichtert an, „denn wichtig waren einzig und allein die drei Punkte“.
Der grün-weiße Flitzer, bislang so PS-stark, hatte Kupplungsprobleme, blieb zu Beginn im ersten Gang hängen und kam auch anschließend nicht richtig auf Touren. Nur ab und zu heulte der Motor mal richtig auf. Im ersten Satz ließen sich die Hausherren eine 19:17-Führung nehmen. Schmidt: "Braunschweig war nur zu siebt angereist. Die haben sich zusammengerauft, sind mehr Risiko gegangen und hatten auch das Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Da tut man sich als klarer Favorit schon mal schwer“, wollte der Manager nicht zu hart mit seiner Mannschaft ins Gericht gehen.
Als Konsequenz aus der gezeigten Lethargie im ersten Durchgang wechselte Trainer Schwarz Robin Hafemann ein, der Außenangreifer Piotr Adamowicz ersetzte. Im zweiten Satz traten die Hausherren dann aufs Gaspedal. Gang zwei. Gang drei. Lindow-Gransee zog rasentschnell davon. Die Protagonisten waren Felix Göbert als gewiefter Aufschläger und Blockmonster Paul Boock. Auch in Satz drei lief der grün-weiße Motor zwar griffig, er schnurrte aber nicht wie sonst. Beim Stand von 19:18 fordert Trainer Schwarz in einer Auszeit dann auch energisch ein: „Wir müssen es selber wollen.“ Gesagt, getan.
Im vierten Satz machten es die Gastgeber dann unnötig spannend. Nach einer zwischenzeitlichen 14:10-Führung, tauchte dieser Durchgang beim Stand von 20:18 für Lindow in die heiße Phase ein. Als Robin Hafemann zum 22:19 die „Wumme“ rausholte, bebte die Halle. 330 Zuschauer freuten sich auf eine entspannte Schlussphase und waren voller Vorfreude auf den Siegesjubel. Erst recht, als Paul Boock mit zwei Klasse-Aktionen die Stimmung weiter anheizte. Doch gleich drei Satzbälle ließen die Hausherren ungenutzt. Trainer Peter Schwarz musste eine Auszeit nehmen, den Fokus neu entflammen. „Zum Glück saß der folgende Punkt dann“, reckte Manager Schmidt die Faust empor.
Braunschweigs Trainer Markus Weber gratulierte dem Heimteam zwar artig zum Sieg, grantelte aber über „viele Dinge, die diskussionswürdig waren“. Er haderte mit vielen Schiedsrichterentscheidungen. Er räumte aber auch ein. „Wir haben nicht unbedingt gut gespielt, haben viele Fehler gemacht, aber gekämpft. Das rechne ich meiner Mannschaft hoch an.“
Hinweis: Die zweite Mannschaft des SV Lindow-Gransee hatte ihr für Sonntag angesetztes Regionalliga-Spiel bei den Dessau Volleys am Sonnabend aufgrund der deutschlandweiten Sturmwarnung mit Blick auf die gefährliche An- und Abreise abgesagt. Die Partie wird im März nachgeholt.
Kapusniak erhält MVP-Auszeichnung
SV Lindow-Gransee -USC Braunschweig 3:1
Satzstände:23:25, 25:17, 25:19, 25:23
Zuschauer: 330
Spielzeit: 1:46 Stunden
Lindow-Gransee: Pomerenke, Stadie, Binder, Kapusniak, Hafemann, Adamowicz, Galiao, Freytag, Boock, GöbertBraunschweig: Gottschall, Gietzelt, Voth, Ströbl, Wolter, Rummel, Spieweg
MVP: Marcin Kapusniak (Lindow), Maximilian Ströbl (Braunschweig)

