1. Mai
: Demo aus Henningsdorf marschiert ins Internet

Nie sind in der Geschichte des Gewerkschaftsbundes die Demonstrationen ausgefallen. Auch in Hennigsdorf bleiben die Straßen leer.
Von
Roland Becker
Hennigsdorf
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Auch für den hiesigen Gewerkschaftssekretär eine ungewohnte Erfahrung: Detlef Almagro-Velázquez wird erstmals nicht auf der Straße , sondern im Internet für Arbeitnehmerrechte kämpfen.

Roland Becker

Ganz allein mit seinem roten Fähnchen in der Hand muss deshalb aber niemand zu Hause sitzen. Unter dem Motto „Solidarisch ist man nicht alleine!“ wird es am 1. Mai unter www.dgb.de/erstermai ab 11 Uhr im Internet einen Livestream geben. Natürlich ist der aber nicht speziell auf Oberhavel, sondern auf ganz Deutschland  zugeschnitten.

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Stimmen aus Oberhavel

Oberhaveler können sich dennoch einbringen. Einerseits werden darin Statements von Arbeitnehmern aus der Region eingestreut. Andererseits kann jeder per Mail an solidarisch@dgb.de in Worten, per Foto oder Video (Bilder und Filme nur über WeTransfer) erzählen, was Solidarität für ihn heute bedeutet. Staack interpretiert das Angebot so: „Wir wollen wissen, was es in diesen Zeiten braucht, wo der Schuh drückt.“ Wer es eher musikalisch mag, kann Teil eines virtuellen Chores werden. Auch hier gibt es auf der Internetseite Tipps, wie man Teil des großen DGB–Chores wird. Zur Melodie von „You’ll never walk alone“ wird das diesjährige Motto „Solidarisch ist man nicht alleine!“ gesungen. Kabarettisten und Musiker werden dafür sorgen, dass es während der virtuellen Demonstration nicht langweilig wird. Zu den Künstlern, die laut Staack bereits zugesagt haben, zähle auch Konstantin Wecker. Einen Vorteil hat der Protest im Internet: Wer mitmachen will, muss nicht früh aufstehen, um pünktlich zum Start der Demo auf dem Hennigsdorfer Postplatz zu stehen. Der Livestream ist längere Zeit verfügbar.

Ein kleines Zeichen wird es zum 1. Mai aber doch im Hennigsdorfer Stadtbild geben. Mit Sprühschablonen werden Mitglieder des DGB–Kreisvorstandes am Vorabend das diesjährige Motto aufs Pflaster vom Post– und vom Rathausplatz sprühen. Es sind die Orte, an denen die Demo traditionsgemäß startet und endet. Gewerkschaftssekretär Detlef Almargo–Velázquez merkt an, dass abwaschbare Sprühkreide verwendet werde und die Aktion genehmigt worden sei.

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