650 Jahre Hennigsdorf: Auftakt zu drei Tagen Party – was Essen und Trinken kosten

Zum Auftakt des Festwochenendes 650 Jahre Hennigsdorf wurden Mario und Kerstin Helmecke (Bildmitte) mit dem zum dritten Mal verliehenen Stadtpreis geehrt. Beide leiten seit Jahrzehnten ehrenamtlich den Behindertensportverein Un-bindert Grenzenlos Oberhavel. Zu den ersten Gratulanten zählte Bürgermeister Thomas Günther.
Roland Becker- Hennigsdorf feiert 650 Jahre mit Musik, LED-Show und mittelalterlichem Markt.
- Stadtpreis (2500€) ging an Kerstin und Mario Helmecke für Engagement im Behindertensport.
- Gourmet-Imbiss: Pasta (6-10€), Torten (5€), Bier (4,50€). Kein übliches Fast Food angeboten.
- Kinderattraktion: Kurbelkarussell (4€), Axtwerfen und Bogenschießen.
- Höhepunkt Sonntag: 650 Sänger singen Jubiläumslied.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Musik, mittelalterlichen Spaß und eine LED-Show gibt es umsonst. Doch für Essen und Trinken muss während der drei Festtage 650 Jahre Hennigsdorf recht tief in die Tasche gegriffen werden. Dafür gibt's aber nicht die übliche Bratwurst und das Nackensteak.
Bevor gegen den kleinen Hunger ins Portemonnaie gegriffen wird, gibt es zum Auftakt am Freitag (27. Juni) auf dem Rathausplatz erst einmal Geld zu verschenken. Bürgermeister Thomas Günther und die Vize-Chefin des Stadtparlaments, Beatrix Scheeren, verleihen den mit 2500 Euro dotierten Stadtpreis.
Lob für Preisträger: „Trotz Krankheit versprühen Sie Lebensmut“
Scheeren macht es spannend, und verkündet erst einmal, welche von den 34 Vorschlägen es aufs Treppchen geschafft haben: die Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, der sich unter anderem für behinderte Kinder und ältere Menschen engagierende Uwe Fischer und das Ehepaar Kerstin und Mario Helmecke.
Letztere engagieren sich seit mehr als drei Jahrzehnten für den Behindertensport und leiten seit vielen Jahren ehrenamtlich den Verein Un-behindert Grenzenlos Oberhavel. Als die beiden Namen fallen, brandet unter den mehreren hundert Feierenden spontaner Beifall auf, der vor allem von den vielen erschienenen Vereinsmitgliedern kommt. „Trotz Ihrer eigenen Krankheiten versprühen Sie Lebensmut“, würdigt Scheeren in ihrer Laudatio den unermüdlichen Einsatz des Ehepaares.

Er ist nicht nur ein Hingucker, sondern jetzt bereits ein beliebtes Fotomotiv: der XXL-Fotopoint vor dem Rathaus. Bürgermeister Thomas Günther – war diese Lage bequem? – verspricht, dass das auffällige Hennigsdorf-Motiv in der Stadt bleiben und an wechselnden Orten aufgestellt werden soll.
Roland BeckerWährend nach der Preisverleihung auf der Bühne am Rathaus die Swingin' Hermlins musikalisch den goldenen Glanz der Zwanziger Jahre aufleben lassen, bummeln andere über die bis zum Alten Rathaus reichende Festmeile. An den Imbissständen ist der Andrang noch verhalten, vielleicht liegt das auch an den Preisen.
Hennigsdorf hat sich für diese Feier entschieden, ein wenig edler aufzutischen. Das kostet. Eine Portion Pasta bei Modi Salumeria ist für sechs bis zehn Euro zu haben, dafür wird die teuerste Variante aber auch getrüffelt.
Süßer Snack ab vier Euro, tortig wird es teurer
Die Tortenmanufaktur Dolci E Salati bietet ihre Leckereien für fünf Euro an, von der Größe her dürften die mit zwei Happen verspeist sein. Die in Fett gebratenen Langos sind für fünf bis 7,50 Euro zu haben, die süße Variante beginnt bei 4,50 Euro. Am Stand der Crêperie lockt ein breites Angebot: süß, beschwipst und herzhaft. Puristen wählen die Zucker-Variante für vier Euro. Wem Oma ein paar Euro in die Tasche gesteckt hat, dürfte auf die sechs Euro kostende Variante mit Kirschen und Vanillesoße zurückgreifen.
Wer mehr auf Bratwurst, Nackensteak und Championpfanne steht, sollte sich das von zu Hause in einer Tupper-Dose mitbringen. Des Deutschen liebste Fastfood-Festverpflegung wird beim besonderen Hennigsdorfer Jubiläum an diesem Abend nicht angeboten.

Die Swingin' Hermlins gaben den musikalischen Auftakt zum Jubiläum. Den Herren wäre etwas mehr Begeisterung seitens des Publikums, das offenbar erst einmal in Stimmung kommen musste, zu wünschen gewesen.
Roland BeckerAnders bei den Getränken: Bier wird natürlich ausgeschenkt und kostet in der 0,4-Liter-Variante generell 4,50, fürs Weizen ist noch ein halber Euro draufzupacken. Wer den Gerstensaft alkoholfrei mag, kann per Preisvergleich sparen. An einem Stand muss für 0,3 Liter 4,50 gezahlt werden, am anderen nur 3,50 Euro.
Das Glas Wein ist für vier Euro zu haben, Longdrinks gibt es ab sechs, Cocktails ab sieben Euro. Wer ohne Alkohol auskommt, trinkt billiger: Wasser zwei, Softdrinks drei Euro.
Kinder drängeln gern und haben noch kein Verhältnis zum Geld. Auf dem Mittelaltermarkt lockt ein altes Holzkarussell. Mit vier Euro ist der Spaß nicht gerade billig. Dafür wird es aber auch mit Muskelkraft, nämlich per Kurbel rein mechanisch betrieben.
Die Stände auf diesem Markt lohnen es, sich Zeit zu nehmen. Die Besuchenden können gruselig wirkende Masken aufsetzen – ganz kostenlos. Darüber hinaus lockt ein breites Angebot an Schmuck, Zinnfiguren und Kleidung. Wer es etwas handfester mag, kann sich beim Axtwerfen und Bogenschießen üben.

Lorenz Howe (links) und Marcel Völkner hoffen auf gute Umsätze beim Stadtfest. An ihrer Laune dürfte das nicht scheitern, die war zum Auftakt durchaus anziehend für durstige Kundschaft.
Roland BeckerWer meint, dass er oder sie am Freitagabend schon alles gesehen hat, der sollte sich eines Besseren belehren lassen. Sonnabend und Sonntag werden drei weitere Märkte öffnen. Das Fischerdorf rund um die Martin-Luther-Kirche führt zu den Ursprüngen des Kossätendorfs zurück. Im Hof des Alten Rathauses wird die vor gut hundert Jahren begonnene Industrie-Ära aufleben. Auf dem Rathausplatz werden lokale Unternehmen einen spannenden Blick in die Zukunft wagen.
Am Samstag beginnt das Fest um 11 Uhr. Jules Verne wird um 22 Uhr zur Nachruhe rufen. Am Sonntag geht es zur selben Zeit los. Ein Höhepunkt wird die um 17 Uhr beginnende Stadtwette sein. Für 650 Jahre Hennigsdorf werden 650 Sängerinnen und Sänger gesucht, die ein eigens für die Stadt gedichtetes Lied singen. Das vollständige Programm ist auf der Internetseite der Stadt abrufbar.
