Bürgermeister-Wahl in Velten
: Ines Hübner (SPD) verzichtet auf erneute Kandidatur

Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner hat erklärt, dass sie keine dritte Amtszeit anstrebt und zur Wahl im September 2025 nicht zur Verfügung steht. Das sind ihre Gründe.
Von
Roland Becker
Velten
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Ines Hübner, Bürgermeisterin von Velten (für das Interview am Jahresende 2020)

Ines Hübner ist seit 15 Jahren Bürgermeisterin von Velten. Jetzt hat sie sich entschlossen, ihr Amt im Januar 2026 abzugeben. Sie strebt keine dritte Amtszeit an.

Heike Weißapfel

Früher als erwartet hat Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) die Entscheidung getroffen, keine dritte Amtszeit anzustreben. Bislang hatte sie ein Ja oder Nein für eine dritte Kandidatur erst für Ende des Jahres 2024 angekündigt. Nun hat sie am 27. September Veltens SPD-Vorsitzenden Frank Steinbock darüber informiert, nicht erneut zur Verfügung zu stehen.

Nach ihrem Wahlsieg 2009 wurde Hübner acht Jahre später erneut zur Bürgermeisterin von Velten gewählt. In beiden Fällen siegte sie gegen Marcel Siegert (Pro Velten) – wobei der zweite Sieg 2017 mit 50,9 Prozent in der Stichwahl sehr knapp ausfiel.

Ines Hübner war Ziel von massiven Angriffen

Mit ihrer Entscheidung ist bereits klar: Am 10. Januar 2026 wird Ines Hübner ihr Amt nach 16 Jahren aufgeben. „Nach langen und intensiven Überlegungen im Kreise meiner Familie und meiner Wegbegleiter habe ich die Entscheidung getroffen, mich nicht erneut für eine weitere Amtszeit von acht Jahren zu bewerben. Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, denn meine Arbeit für Velten war und ist für mich eine Herzensangelegenheit“, teilte sie in ihrer Pressemitteilung vom Montag, 30. September, mit.

Ihre Entscheidung dürfte auch davon beeinflusst sein, dass sie in ihrem Amt häufig und vor allem im vergangenen Herbst massive Anfeindungen erlebte. Bereits 2018 wurde sie neben Stadtverordneten von SPD und CDU in einem Hassvideo, dessen Urheber nie zweifelsfrei ermittelt werden konnten, verunglimpft. Im Herbst 2023 erhielt sie nach einem Videobeitrag vom zwischenzeitlich zeitweise verbotenen und rechtsgerichteten Compact TV zahlreiche Hassmails. Einer der Absender, ein Mann aus Hönow, erhielt dafür im April 2024 einen Strafbefehl über 2100 Euro.

Velten Rathaus Juni 2019

Wer wird ab Januar 2026 das Sagen im Rathaus von Velten haben? Amtsinhaberin Ines Hübner (SPD) wird sich an diesem Tag nach 16 Jahren aus ihrem Amt verabschieden.

Roland Becker

Von diesen Erlebnissen, die Ines Hübner sichtbar mitnahmen, ist die jetzige Erläuterung ihrer Entscheidung offensichtlich mit geprägt: „Als Repräsentant der Stadt ist man oft im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte, manchmal auch das Ziel von Anfeindungen und Bedrohungen. Wer sich um dieses Amt bewirbt, muss bereit sein, es mit all seinen Facetten und Konsequenzen für die nächsten acht Jahre auszufüllen – und dies mit voller Überzeugung.“ Konkreter wird sie dahingehend nicht.

Sie fügt hinzu: „Nach 16 Jahren als Bürgermeisterin möchte ich nun die Entscheidung treffen, mich nicht für eine dritte Amtszeit zu bewerben. Der Bürgermeister trägt eine enorme Verantwortung, ist kaum privat, und der Terminkalender lässt wenig Raum für persönliche Freiräume. Diese Entscheidung ermöglicht es mir, selbstbestimmt über meine künftige Zeit zu verfügen.“

Neben dem Blick auf ihr Alter – Ines Hübner feierte Ende 2023 ihren 60. Geburtstag und wäre am Ende einer dritten Wahlperiode bereits 70 Jahre alt – dürfte auch die von ihr nicht explizit erwähnte Tatsache eine Rolle spielen, dass sie sich seit den Kommunalwahlen im Mai 2024 nicht mehr auf eine Mehrheit im Stadtparlament stützen kann.

Hübner drückt den Wunsch aus, dass „die Bürgerinnen und Bürger von Velten einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin wählen, der oder die über die notwendigen Fähigkeiten, die Kompetenz und die Erfahrung verfügt, um die Geschicke unserer Stadt weiterhin erfolgreich zu lenken und zukünftige Investitionen auf den Weg zu bringen.“

Es war der wohl spannendste Wahlabend, den Velten seit 1990 erlebt hatte: Am 15. Oktober 2017 konnte Ines Hübner (Bildmitte) nach einer Zitterpartie die Wahl zur Bürgermeisterin knapp gewinnen.

Bürgermeisterwahl Bürgermeisterstichwahl Stichwahl Velten 15. Oktober 2017 Ines Hübner Marcel Siegert

Nach einer Zitterpartie konnte Ines Hübner (Dritte von links) am 15. Oktober 2017 die Bürgermeisterwahl gegen Marcel Siegert (Pro Velten) hauchdünn gewinnen.

Roland Becker

Völlig offen ist, wer dafür als Kandidat oder Kandidatin der SPD infrage kommen könnte. Schon in den vergangenen Monaten hatte unter SPD-Genossen eher Ratlosigkeit geherrscht, wer für die Wahl nominiert werden könnte. Hin und wieder wurde der Name von Andreas Noack gelandet. Doch nachdem dieser am 22. September erneut das Direktmandat bei der Landtagswahl gewinnen konnte, dürfte dieser kaum für eine Kandidatur zur Verfügung stehen.

Noch liegen vor Hübner 15 Monate als Bürgermeisterin. Bei den Veltenerinnen und Veltenern will sie auf keinen Fall das Gefühl aufkommen lassen, amtsmüde zu sein. Daher endet ihr Pressemitteilung mit dem Versprechen: „Ich werde mit voller Kraft bis zum letzten Tag meiner Amtszeit mit Leidenschaft für unsere Ofenstadt arbeiten.“