Medienbericht
: Stadler soll Milliardenauftrag von der BVG erhalten haben

Die Berliner BVG braucht 1500 neue U-Bahn. Den Zuschlag soll der Bahnhersteller Stadler bekommen haben. Profitieren würde wohl auch das Werk in Velten.
Von
Tilman Trebs
Velten
Jetzt in der App anhören

Auf das Veltener Stadler-Werk wartet womöglich viel Arbeit. Das Unternehmen kann auf einen milliardenschweren Auftrag von der Berliner BVG hoffen.

Stadler

Die BVG in Berlin und Stadler Pankow wollten die Meldung am Freitag auf Nachfrage unserer Zeitung nicht kommentieren. BVG-Sprecher Markus Falkner sagte, er könne wegen einer „Wartefrist“ keine Auskünfte erteilen. Stadler-Sprecherin Silja Gisa Kollner schwieg mit dem Verweis auf das „laufende Verfahren“. Gemeint ist offenbar die Einspruchsfrist zur Vergabe, die noch bis Montag läuft. Um den Milliarden-Auftrag hatten sich neben Stadler auch Siemens und der kanadische Bahnhersteller Bombardier mit seinem Werk in Hennigsdorf über ein Konsortium gemeinsam beworben.

Angeblich, so will es der „Tagesspiegel“ erfahren haben, plane Siemens, juristisch gegen die Vergabe vorzugehen. Vorstandschef Joe Kaesner soll die „Vergabeentscheidung hart kritisiert und den Klageweg angekündigt“ haben, schreibt die Zeitung.

Schließlich ist der Auftrag auch langfristig lukrativ. Bis zum Jahr 2033 will die BVG ihren mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren betagten und teilweise störanfälligen Fuhrparkerneuern. Die Nachrichtenagentur dpa berichtete am Freitag allerdings ohne Angaben von Quellen, dass Siemens nicht vorhabe, die Entscheidung anzufechten.

Hoffnungsvoll verfolgt auch Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) die Nachrichten aus der Hauptstadt. „Natürlich warten auch wir ab. Es würde uns aber sehr freuen, wenn Stadler den Zuschlag erhielte. Er würde sicherlich auch den Standort Velten festigen und vielleicht zusätzliche Arbeitsplätze bringen.“ Unklar ist aber, ob das Veltener Inbetriebnahmewerk, in dem erst kürzlich eine weitere Halle eröffnet wurde, weiter am Standort wachsen kann. „Wir würden als Stadt den Prozess begleiten und nach eventuell nötigen Wachstumsflächen suchen“, sagte die Bürgermeisterin.