Messerangriff an A111
: Hatte die Tat einen islamistischen Hintergrund?

UPDATE: Nach dem Messerangriff an der Autobahn A111 zwischen Berlin und Hennigsdorf gibt es Augenzeugen, die von „islamistischer Gewalt“ sprechen. Was die Staatsanwaltschaft dazu sagt.
Von
Marco Winkler
Hennigsdorf
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Polizei stoppt Motorradraser — Mann fuhr ohne Führerschein: ILLUSTRATION - 30.11.2023, Baden-Württemberg, Stuttgart: Zwei Polizisten stehen im Rahmen eines Fototermins vor einem Polizeifahrzeug (gestellte Szene). (zu dpa: «Polizei stoppt Motorradraser - Mann fuhr ohne Führerschein über A111») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auf einem Rasthof an der Autobahn A111 bei Hennigsdorf wurde ein Lkw-Fahrer mit einem Messer angegriffen. Hatte die Tat einen islamistischen Hintergrund?

Marijan Murat/dpa

Nach dem Messerangriff auf einen Lkw-Fahrer an der Autobahn A111 zwischen Berlin und Hennigsdorf, werden Augenzeugenberichte aus Mecklenburg-Vorpommern gestreut. Die zuständige Staatsanwaltschaft Neuruppin äußert sich zu den Vermutungen, es habe sich um einen Angriff mit islamistischem Hintergrund gehandelt.

Der Einsatz ereignete sich am Sonnabend (7. September). Die Polizei gab wenige Informationen preis. Die Staatsanwaltschaft informierte später, dass ein Lkw-Fahrer (57) nach einem Messerangriff schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht wurde. Der 40-jährige Tatverdächtige flüchtete über die A111. Polizeibeamte fassten ihn. Er sitzt jetzt in einer Justizvollzugsanstalt.

Jugend der CDU spricht von „islamistischer Gewalt“

Die Jugendvereinigung der CDU in Mecklenburg-Vorpommern verkündete am Dienstag (10. September) über Instagram und Facebook, dass fünf ihrer Mitglieder auf dem Rückweg der Ostkonferenz in Cottbus bei dem Angriff dabei gewesen sein sollen. Die Junge Union (JU) spricht von „islamistischer Gewalt“. Der mutmaßliche Täter „mit einem eindeutigen Migrationshintergrund“ habe „Allahu Akbar“ gerufen.

Im Nordkurier gibt die Landesvorsitzende der JU, Jenny Gundlach, sogar eine Täterbeschreibung ab. Polizei und Staatsanwaltschaft haben das bisher nicht getan. Die Ostsee-Zeitung titelt „Schweriner Nachwuchspolitiker werden Zeugen eines islamistischen Messerangriffs bei Berlin“. Bestätigt wurde das bisher allerdings nicht.

Staatsanwaltschaft Neuruppin bestätigt Vermutungen nicht

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin – Oberstaatsanwalt Cyrill Klement hat die Ermittlungen übernommen – bestätigte auf Nachfrage am Mittwoch (11. September) aus ermittlungstaktischen Gründen keine Vermutungen, Gerüchte oder mögliche islamistische Hintergründe der Tat.

Auch über den aktuellen Stand gegen das Verfahren, das sich nach MOZ-Informationen gegen einen deutschen Staatsangehörigen richtet, werde keine Auskunft erteilt. Zu den Hintergründen der Tat werde derzeit ermittelt, hieß es lediglich.

„Vor dem Hintergrund des von zwei der vernommenen Zeugen angeblich wahrgenommenen durch den mutmaßlichen Täter gemachten Ausrufes ‚Allahu Akbar‘ ist auch die Frage eines islamistischen Hintergrundes der Tat ebenso wie weitere Umstände zur möglichen Tatmotivation Gegenstand der weiteren Ermittlungen“, erklärte die Ermittlungsbehörde später am Tag gegenüber der Deutschen-Presseagentur. Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um einen Deutschen mit Migrationshintergrund handeln.