„Up“ steht für Upcycling, was so viel wie Aufwertung nutzloser Dinge bedeutet. Anstatt meterweise teuren Stoff von der Rolle zu kaufen, verwendet Sandra Schimmele abgetragene Hemden, die sonst wohl im Müll gelandet wären. Denn Hemden mit verschlissenem Kragen oder Manschetten sind auch in Kleiderkammern nicht gerne gesehen.
Für eine neue Bluse verwendet Sandra Schimmele meist drei alte Hemden, die sie zerlegt und auf kreative Art neu zusammennäht. Die Schnittmuster der Prototypen hat die Unternehmerin selbst ausgetüftelt, doch inzwischen näht sie nicht mehr alle Blusen selbst. Sie kooperiert mit zwei Behindertenwerkstätten im Harz und in Berlin. Außerdem beschäftigt sie eine Schneiderin. Die Ergebnisse hängen an Kleiderstangen in ihrem Atelier im ersten Stock des WGH-Geschäftshauses in der Hradeker Straße 11a. Für kleine Jungen fertigt sie adrette Oberhemden für feine Anlässe. „Es ist kein richtiger Laden. Ich habe keine festen Öffnungszeiten, aber jeder, der sich für meine Mode interessiert oder Hemden abgeben möchte, darf gerne vorbei kommen“, sagt die Geschäftsfrau.
Sandra Schimmele, geboren in Ulm (Baden-Württemberg), arbeitet hauptberuflich als Marketingfachfrau, zuletzt in großen Unternehmen in Heidelberg und Mannheim – bis es sie vor einigen Jahren ausgerechnet ins weit entfernte Hohen Neuendorf verschlug. „Der Liebe wegen“, erklärt sie ihre Motivation, die Heimat zu verlassen. Ihr Mann brachte zwei Kinder mit in die Beziehung. „So schnell kann sich alles ändern“, sagt Sandra Schimmele . Für sie war der Umzug auch der Anstoß, sich beruflich zu verändern. Ihre erste Bluse hat sie als 15-Jährige genäht. Jetzt arbeitet sie täglich daran, neben ihrem Marketing-Job ihr eigenes Mode-Unternehmen aufzubauen und sich irgendwann ausschließlich darauf konzentrieren zu können. „Ich habe noch so viele Ideen.“
Kontakt über 03302 4945850 oder per Mail: hallo@hemds-up.de