Stille Silvester
: Fraktion will Raketen und Knaller verbieten

Die Fraktion DUO will die private Knallerei zu Silvester in Velten durch ein zentrales Feuerwerk ersetzen.
Von
Roland Becker
Velten
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Nach Silvester: So sieht es am Neujahrstag in märkischen Kleinstädten häufig aus.

Sandra Jütte

Fraktionsvorsitzende Petra Künzel schlägt zwei Wege vor, um die privaten Feuerwerke einzuschränken. Entweder sollen sie in der gesamten Stadt oder an bestimmten Orten verboten werden.

Um den Silvesterspaß am Himmel niemanden zu verderben, schlägt Künzel vor: „Denkbar ist die Veranstaltung eines zentralen Feuerwerks für alle Veltener seitens der Stadt auf einem festgelegten Platz bei Verbot des Abbrennens privater Feuerwerke am 31. Dezember und 1. Januar.“ Sollte der Antrag eine Mehrheit finden, wird Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) beauftragt, einen entsprechenden Satzungsentwurf bis Ende September dieses Jahres vorzulegen.

Die Fraktionsvorsitzende begründet ihren Vorstoß damit, dass es durch die Silvesterknallerei oftmals zu schweren Verletzungen oder gar Todesfällen gekommen sei. Auf Nachfrage räumt sie allerdings ein, dass sich diese Aussagen nicht auf Velten beziehen. Auch Polizei und Feuerwehr bestätigten am Montag, dass es beim jüngsten Jahreswechsel keinen Einsatz wegen unsachgemäßen Umgangs mit Pyrotechnik gegeben habe. Künzel argumentiert zudem damit, dass Feinstaub und Treibhausgase die Atmosphäre belasten und der Lärm sowohl bei vielen Menschen als auch Tieren zu Angst und Panik führten. „Der Hund eines Nachbarn war in der Silvesternacht an die zwölf Stunden nicht Gassi, weil er sich nicht vor die Tür traute“, erzählte sie.

Außerdem stört sie der Müll, der an vielen Stellen tagelang herumliegt. „In der Nähe unseres Hauses liegt jetzt noch eine Flasche rum, aus der Raketen abgefeuert wurden“, berichtet sie. Vom Bauhof war Anfang Januar zu erfahren gewesen, dass zehn Kollegen mindestens zwei Tage damit beschäftigt waren, den Silvestermüll zu beseitigen.

Trotz all der Argumente schwant Künzel offenbar, dass sie es schwer haben könnte, für den Antrag eine Mehrheit zu finden. „Es handelt sich, gerade angesichts bevorstehender Wahlen, um ein heikles Thema, mit dem man sich bei der geneigten Wählerschaft unbeliebt machen könnte“, heißt es im Antrag. Künzel selbst kandidiert nicht wieder. Sie hätte den Antrag aber auch gestellt, wenn sie wieder um ein Mandat kämpfen würde. (rol)