„Es ist unfassbar. Es ist noch so unreal.“ Mit diesen Worten reagierte Bürgermeister Thomas Günther (SPD) am Montag (21. November) gegenüber moz.de auf die Nachricht, dass Daniel Stenger im Alter von 48 Jahren gestorben ist. Der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung ist am Sonnabend nach einem schweren Herzinfarkt, bei dem jede medizinische Hilfe zu spät kam, verstorben.
„Noch am Dienstag habe ich mit ihm längere Zeit über Themen wie das Entwicklungskonzept für Nord gesprochen. Ihm war nichts anzumerken. Er war locker und fröhlich“, erinnert sich der Bürgermeister an seine letzte längere Begegnung mit dem 48-Jährigen in der vergangenen Woche. „Diese Gespräche waren immer konstruktiv und ergebnisreich“, blickt der Bürgermeister zurück.

Daniel Stenger hinterließ seine Handschrift vor allem auch in Nieder Neuendorf

Daniel Stenger war rund zwei Jahrzehnte für das Hennigsdorfer Rathaus tätig. Über viele Jahre war er federführend hinsichtlich der Entwicklung des bis 1990 völlig verschlafenen, im Grenzgebiet gelegenen Ortsteils Nieder Neuendorf. Als Chef des dortigen Projekts Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme erschloss und vermarktete er die enorme Menge an freien Grundstücken.

Ein Mann mit profundem Wissen

Als das Projekt erfolgreich abgeschlossen war, übernahm er wenig später die Leitung des Bereichs Stadtentwicklung. „Er hatte ein unglaublich profundes Wissen. Seine große Stärke war es, dieses auch an Menschen, die nicht vom Fach waren, weiterzugeben“, schaut Thomas Günther zurück.
Auch wenn es beispielsweise im Stadtparlament hoch herging, wenn kontrovers diskutiert wurde - Daniel Stenger ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. „Seine menschlichen Qualitäten in Verbindung mit seinem Sachverstand, das war seine große Stärke“, urteilt der Bürgermeister.
Nachdem er die für ihn unfassbare Nachricht am Montag dem Rathaus-Kollegium mitgeteilt hatte, „herrschte den gesamten Tag über Ruhe im Rathaus. Es ist ein Tag des Erinnerns und Gedenkens“. Vor allem die 33 Kolleginnen und Kollegen der drei Fachdienste Stadtplanung, Liegenschaften/Wirtschaftsförderung und öffentliche Anlagen, die Daniel Stenger unterstellt waren (aber auch alle anderen Mitarbeitenden der Hennigsdorfer Stadtverwaltung), ließen ihre alltägliche Arbeit im Andenken an einen wichtigen Menschen ruhen.

Die Entwicklung von Nieder Neuendorf

Der studierte Raum- und Umweltplaner aus Frankfurt/Main, der nach dem Universitätsabschluss in Kaiserslautern seine Erfahrungen in der freien Wirtschaft, unter anderem in Oldenburg, sammelte, ergänzte seine Erfahrungen ab 2005 als Projektleiter mit der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Nieder Neuendorf um wichtige Nuancen. Immerhin wuchs ab 1995 der Stadtteil um das mehr als Zehnfache der Bevölkerung. 2015 übernahm Daniel Stenger dann den Fachbereich Stadtentwicklung. Von seinen Hennigsdorfer Vorgängerinnen Sylvia Weise und Jutta Pauluhn konnte er viel lernen, wie er gern betonte.
„Er war ein Gesprächspartner auf Augenhöhe, der sich fachlich nicht nur gut auskannte, sondern auch offen für Alternativen und Kompromisslösungen war“, so Thomas Günther. Daniel Stenger sei eine wichtige Stütze der Stadtverwaltung, verlässlich und ergebnisorientiert gewesen. „Er besaß ein breit gefächertes Wissen und war nicht nur in Hennigsdorf ein akzeptierter Fachmann seines Metiers. Sein freundliches und offenes Wesen wird mir fehlen. Sein Tod hinterlässt menschlich und fachlich eine große Lücke in Hennigsdorf.“

„Daniel Stenger war ein zugewandter Mensch“

Stengers Stellvertreterin, Stadtplanungs-Fachdienstleiterin Petra Simon, wird in einer Mitteilung der Stadt so zitiert: „Seine Tür stand immer offen, er hat sich um seine Mitmenschen gekümmert. Daniel Stenger war ein zugewandter Mensch. Und er hat gerne gelacht. Seine Lebensfreude drückte sich auch in seinem Hobby aus, denn er sang in seiner Freizeit in einem Berliner Chor mit.“ Dirk Asmus, der Fachdienstleiter öffentliche Anlagen, bringt es kurz auf den Punkt: „Ich kann mir menschlich keinen besseren Chef vorstellen.“
Allen Angehörigen, darunter Ehefrau Marion Stenger, den Eltern und Geschwistern von Daniel Stenger wünschen die Kolleginnen und Kollegen der Hennigsdorfer Stadtverwaltung viel Kraft in dieser schweren Zeit. Mit Daniel Stenger verliere die Stadt einen Mann, der für alle Belange ein offenes Ohr hatte, komplizierte Sachverhalte strukturiert anging und dessen Herz für die Quartiers- und Innenstadtentwicklung in Hennigsdorf sowie Wohnungsbauflächen und -prognosen schlug. „Daniel Stenger wird sehr fehlen.“