Trotz Corona: Bombardier und Stadler arbeiten in Hennigsdorf und Velten weiter

Abstand zu den Kollegen halten! Dieses Gebot der Stunde wird auch bei Bombardier in Hennigsdorf ernst genommen.
Bernd SettnikSowohl bei Stadler in Berlin und Velten als auch bei Bombardier in Hennigsdorf läuft die Produktion vorerst weiter. Allerdings müssen dabei Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. „Wir haben einen Pandemieplan erstellt, der an die aktuelle Situation angepasst wird“, berichtet Kollner.
Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Corona-Blog.
Eine dieser Maßnahmen bestehe darin, dass der Mehrschichtbetrieb ausgeweitet worden sei. „Dadurch trennen wir die Mitarbeiter räumlich und sorgen dafür, dass sie sich nicht treffen“, erläutert die Stadler-Sprecherin. Bislang gebe es bei der Produktion keine Rückstände, auch wenn sich die Firma mit einem deutlich höheren Krankenstand konfrontiert sehe. Einige Mitarbeiter befinden sich laut Kollner in Quarantäne.
Da Stadler zu großen Teilen auf deutsche Zulieferer setze, gebe es auch keine Engpässe beim Material. „Wir können aber nicht ausschließen, dass sich die Zulieferketten verschlechtern“, warnt sie.
Bei Bombardier darf, sofern es die Aufgabenstellung zulässt, ab sofort von Zuhause gearbeitet werden. Ein Firmensprecher, der namentlich nicht genannt werden will, versichert, dass „wir mit Hochdruck daran arbeiten, den Geschäftsbetrieb an all unseren Standorten sicherzustellen“. Die Produktion könne derzeit im gewohnten Umfang aufrechterhalten werden. Betriebsratsvorsitzender Volkmar Pohl bestätigte: „Wir haben noch jede Menge Material. Wir produzieren noch eine ganze Weile.“ Eine Zwangspause stehe bei Bombardier derzeit nicht zur Diskussion.
Wenn Pohl durch die Werkhallen läuft, stellt er allerdings eine größere Leere fest. Einige Mitarbeiter seien für zwei Wochen nach Hause geschickt worden, weil sie direkten Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatten. Andere müssen ihre Kinder betreuen. „Ein bisschen Sorge bereiten uns die Leiharbeiter“, berichtet Pohl. Von den 450 auf diese Weise Beschäftigten komme ein sehr großer Teil aus Polen. „Da möchte mancher jetzt bei seiner Familie bleiben“, hat er gehört. Dass sich in den Werkhallen weniger Mitarbeiter aufhalten, habe aber auch sein Gutes. „Wir können den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts folgen und größere Abstände zwischen den Kollegen einhalten.“ Nur, wo es unumgänglich sei, etwa beim Transportieren schwerer Gegenstände, würden Kollegen enger zusammenarbeiten. Auch für die Pausenzeiten werden Lösungen geschaffen: „Die Teams planen diese flexibler, damit die Pausenräume nicht überlaufen sind.“