Umbau Altes Gymnasium
: Zehn Millionen fürs Kreativwerk

Wegen der Coronakrise kam Wirtschaftsminister Jörg Steinbach nicht persönlich nach Hennigsdorf. Der Bescheid über 10,5 Millionen Euro für das Kreativwerk im Alten Gymnasium kam per elektronischer Post.
Von
Roland Becker
Hennigsdorf
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Im alten Hennigsdorfer Gymnasium sollen moderne Arbeitsplätze entstehen.

Roland Becker

Im Rahmen des Vorhabens wird das 1925 erbaute Gymnasium, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht, zu einem innovativen Gewerbe– und Biotech–Zentrum umgebaut. Neben Firmen sollen sich hier auch Freiberufler niederlassen können. Moderne Arbeitsplätze werden dann auch zeitlich befristet vermietet.

„Hennigsdorf ist ein wichtiger Motor der wirtschaftlichen Entwicklung im Landkreis Oberhavel. Als wesentlicher Treiber der Strukturentwicklung hat sich die Biotech– und Life–Science–Branche etabliert. Mittlerweile stellt der Bereich Life Science ein Drittel der Arbeitsplätze des verarbeitenden Gewerbes“, erklärte der Wirtschaftsminister. „Das Kreativwerk ist ein wichtiger Baustein, um die wissenschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung des Life–Science–Stand­ortes Hennigsdorf weiter voranzubringen. Das Projekt verbessert die Bedingungen für Gründerinnen und Gründer sowie für kleine und mittlere Unternehmen vor Ort nachhaltig“, fügte er hinzu.

Infrastrukturminister Guide Beermann (CDU) ergänzte: „Nach den komplexen und langwierigen Vorbereitungen ist das ein beachtlicher Erfolg für die Stadt und alle anderen am Projekt Beteiligten.“ In der Tat war es ein beschwerlicher Weg, die Fördermittel zu akquirieren. Mehrfach musste Bürgermeister Günther neue Wege finden, damit das Projekt passgenau in verschiedene Fördertöpfe passen würde. Der Umbau sollte eigentlich schon früher beginnen.

Im Kreativwerk werden Angebote geschaffen, die moderne Arbeitswelten unterstützen. Hier sollen interdisziplinär arbeitende Gründerinnen und Gründer sowie Start­ups Raum für Innovation und Erfindergeist, für neue Geschäftsmodelle und Kooperationen bekommen. Im Erdgeschoss beispielsweise sollen offene Werkstätten für 3D–Druck, Siebdruck und den Kreativbereich entstehen, außerdem Möglichkeiten der Virtual–Reality–Nutzung sowie Modellbauwerkstätten für Holz–, Metall–, Beton– und Textilverarbeitung geschaffen werden. Darüber hinaus soll es Werkstatträume zur Vermittlung der Wissensfelder Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik geben. Im ersten Obergeschoss sind Büro– und Besprechungsräume vorgesehen, im Südflügel des Daches soll ein Coworking–Bereich eingerichtet werden. Dabei können Mitarbeiter verschiedener Firmen und Freiberufler gemeinsam größere Räume nutzen, um zeitlich befristet dort zu arbeiten und dabei gemeinsam modernste Technik zu nutzen.

Oberhavel

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Ende 2022 soll es so weit sein, hatte Birgit Tornow–Wendland verkündet. Sie ist die Geschäftsführerin der städtischen Gesellschaft KBI, die das Bauvorhaben steuert und das Kreativzentrum später betreiben wird. Bis Ende dieses Jahres sollen alle Aufträge ausgeschrieben sein. Im Außenbereich wurde bereits mit den Baumfällarbeiten begonnen, die für die Baustelleneinrichtung nötig seien. Die Entkernung im Inneren des Gebäudes soll im zweiten Halbjahr stattfinden. Ab 2021 ist der Innenausbau geplant.