Airport-Ranking
: BER Schönefeld holt „Flughafen-Oscar“ – zu Recht? Das sagen Reisende

Der Flughafen BER legt im internationalen Airport-Ranking zu und sichert sich so einen Preis. Wir haben Fluggäste vor Ort gefragt: Ist Schönefeld besser als früher?
Von
Till Eichenauer
Schönefeld
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Cassandra, 30 und Louisa, 35 auf dem Weg nach Paris. Sie finden den BER besser, schneller und organisierter als früher.

Sie finden den Flughafen BER in Schönefeld besser, schneller und organisierter als noch vor ein paar Jahren. Cassandra, 30 und Louisa, 35 auf dem Weg nach Paris.

Till Eichenauer
  • Flughafen BER gewinnt Preis als „World’s Most Improved Airport“.
  • Reisende loben Geschwindigkeit und Organisation.
  • Runway-System sorgt für schnellere Sicherheitskontrollen.
  • Kritik an Orientierung, Design und Größe bleibt.
  • BER verbessert sich im Skytrax-Ranking von Platz 100 auf 58.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Viele Jahre hat die Welt verwundert auf die deutsche Hauptstadt und ihren Pannen-Flughafen geschaut. Die ewige Baustelle in Schönefeld wollte so gar nicht ins Bild der pünktlichen und effizienten Deutschen passen. Seit viereinhalb Jahren läuft – oder besser fliegt – der BER aber mittlerweile. So richtig stolz schien man in Berlin und Brandenburg dennoch nicht auf den Airport zu sein.

Das könnte sich aber nun langsam ändern, denn der BER soll sich im letzten Jahr deutlich verbessert haben. Besonders in den Bereichen Service und Passagierzufriedenheit. Das ergab eine Umfrage des Onlineportals Skytrax, das jedes Jahr eine Flughafen-Bestenliste veröffentlicht. Der BER erhielt dort den Preis für den „World’s Most Improved Airport“, also für den Flughafen, der sich weltweit am meisten verbessert hat.

Flughafen BER bei Reisenden beliebter als früher

Das Portal bezeichnet seine Preise selbstbewusst als die „Oscars für Flughäfen“ und befragt dafür laut eigenen Angaben Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Wir wollten wissen, was dran ist und haben selbst einige Flugreisende vor Ort gefragt, wie sich der BER entwickelt hat.

Die Berlinerinnen Cassandra, 30, und Louisa, 35, kennen den BER seit seiner Eröffnung und haben eine klare Meinung: „Alles ist deutlich organisierter als früher.“ Beim Ankommen müsse man nicht mehr so lange auf sein Gepäck warten und die Kontrollen vor dem Abflug gehen auch deutlich schneller.

Runway System am BER gibt Reisenden sicheres Gefühl

Die beiden Frauen sind genau eine Stunde, bevor ihr Gate schließt, angereist. „Vor allem dank Runway kann man sich jetzt drauf verlassen, dass man gut durch die Kontrollen kommt“, sagt Louisa. Mit dem Buchungssystem könne man sich einen Platz in der Sicherheitskontrolle reservieren und müsse kaum noch warten. „Das gibt Sicherheit. Früher hätte ich mich nicht getraut, erst so kurz vor dem Abflug anzukommen“, so die 35-Jährige.

Armgard Röhl empfindet den BER in Schönefeld auch nach mehreren Jahren als groß und weitläufig. „Man muss sich hier erstmal zurechtfinden“, sagt die 79-Jährige, die auf dem Weg nach Venedig ist. Im Vergleich zu anderen Flughäfen sei die Orientierung nicht so leicht. „In Brüssel zum Beispiel ist das besser, da wird alles top ausgeschildert und man weiß irgendwie immer sofort, wo man hin muss“, sagt die Malerin. In Berlin stehe man manchmal da und wisse nicht, wo es lang geht.

Armgard Röhl am Flughafen BER. Die Malerin fliegt nach Venedig.

Armgard Röhl am Flughafen BER. Die Malerin fliegt nach Venedig.

Till Eichenauer

Florian ist erst das zweite Mal am BER. „Viel hat sich seitdem nicht getan. Aber ich wüsste auch nichts, dass man noch was verbessern könnte.“ Das Einzige, was ihm nicht so gut gefällt, ist das Design, sagt der 38-Jährige, der nach Japan reisen will. „Hier ist alles ein bisschen zu modern und trocken. In Amsterdam am Flughafen fühle ich mich irgendwie wohler.“

Florian, 38, am BER auf dem Weg nach Japan.

Florian, 38, am BER auf dem Weg nach Japan.

Till Eichenauer

Für Daniel, 36, waren vor ein paar Jahren vor allem die Kontrollen noch ein großes Problem: „Die Sicherheitschecks haben sich früher immer ewig gezogen – deutlich länger als an anderen Flughäfen. Da hat man schon oft Leute in der Schlange gesehen, die echt gestresst waren, weil sie Angst hatten ihren Flug zu verpassen.“ Man habe nie gewusst, wie lange man noch steht und warten muss – das sei heute tatsächlich besser.

Seine Begleitung Annika lobt das Serviceangebot, auch vor der Sicherheitskontrolle: „Man hat verschiedene Bäcker, Shops, sogar einen Rewe und überall genug Sitzplätze“, so die 44-Jährige. „Auch die Toiletten sind tiptop. Das ist alles schon viel besser – vor allem natürlich im Vergleich zum alten Flughafen Schönefeld.“

Annika, 44 und Daniel, 36, Fluggäste am BER

Daniel, 36, und Annika, 44, am Flughafen Berlin-Brandenburg vor ihrem Flug nach Lissabon.

Till Eichenauer

Auch das Management des BER freut sich: Dass die Fortschritte am BER „nun international anerkannt werden, erfüllt uns mit Stolz und ist gleichzeitig Ansporn, diesen Weg weiterzugehen“, so die Chefin des Flughafens Berlin-Brandenburg, Aletta von Massenbach.

Dass es tatsächlich noch Raum für weitere Verbesserungen gibt, zeigt sich in der aktuellen Flughafen-Bestenliste von Skytrax. Hier hat sich der BER seit dem letzten Jahr von Platz 100 auf Rang 58 vorgekämpft. An die ersten drei Plätze, die Flughäfen in Singapur, Doha und Tokio, kommt Berlin noch nicht heran.

Flughafen München ist der beste in Deutschland

Aber vielleicht kann sich der Willy-Brandt-Airport etwas bei seinen deutschen Konkurrenten abschauen. Drei Flughäfen im Land liegen noch vor dem BER: Frankfurt (Main) auf Platz 37 und Düsseldorf auf Platz 28. Der Flughafen München Franz Josef Strauß hat es mit Platz 9 sogar unter die Top 10 geschafft und damit den Titel „Bester Flughafen in Zentraleuropa“ abgeräumt.