Autobahn bei Schönefeld
: Neuer Anlauf für Anschluss an A113 bei Kiekebusch

An der A113 zwischen Waltersdorf und Wildau gibt es auf langer Strecke keine Autobahnabfahrt – und der Verkehr nimmt zu. Ein neuer Anschluss bei Kiekebusch könnte kleine Gemeinden entlasten. Nun gibt es für das Vorhaben neue Pläne.
Von
Till Eichenauer
Schönefeld
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Neuer Anlauf für eine mögliche Auffahrt auf die A113 bei Kiekebusch

Autofahrer kennen die Brücke, die die L402 über die A113 führt. Hier könnte in Zukunft eine neue Autobahn-Auffahrt entstehen.

Till Eichenauer
  • Neuer Antrag fordert Autobahnauffahrt in Kiekebusch zur Entlastung kleiner Gemeinden.
  • Geplante Auffahrt soll Verkehr in Waltersdorf und Alt-Schulzendorf reduzieren.
  • Studie der IHK Cottbus prognostiziert bis 2040 eine Verkehrszunahme auf der A113 um 61 %.
  • Befürworter betonen ökologische Vorteile und geringere Belastung für Wohngebiete.
  • Kreistag stimmt am 3. Dezember über den Antrag „Autobahnanschlussstelle Kiekebusch“ ab.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Noch verläuft die Landesstraße von Kiekebusch nach Zeuthen über die Autobahn A113 hinüber. Ein Antrag im Kreistag des Landkreises Dahme-Spreewald will das jetzt aber ändern: Das kleine 200-Seelen-Dorf Kiekebusch, etwa zwei Kilometer südöstlich des Berliner Flughafens gelegen, soll seine eigene Autobahn-Auffahrt bekommen – etwa auf Höhe des großen Amazon-Lagers.

„Im Moment stehen die Autos zu den Stoßzeiten an allen Ecken. Besonders an den Auffahrten Waltersdorf“, sagt Claudia Mollenschott. Die Schulzendorferin sitzt für die Linke im Kreistag Dahme-Spreewald. Gemeinsam mit den Fraktionen SPD, Grüne, Wir für KW und BIS hat sie dort einen Antrag eingereicht. In diesem wird gefordert, dass sich der Landrat gegenüber dem Bund und dem Land Brandenburg für den Bau einer Autobahn-Auffahrt in Kiekebusch einsetzen soll.

Der mögliche Neubau könnte den überfüllten Knotenpunkt Waltersdorf entlasten und den Verkehr in Alt-Schulzendorf reduzieren. „Auch an der Ernst-Thälmann-Straße in Schulzendorf Richtung Waltersdorf ist morgens immer Stau und dicke Luft“, so Mollenschott. Zudem soll so eine direktere Autobahnanbindung für Wildau und Zeuthen nach Berlin entstehen.

Mehr Verkehr um Schönefeld durch Flughafen BER

Zur wachsenden Zahl an Pendlern kommen laut Antrag ein stark gestiegener Verkehr seit der Eröffnung des Flughafens BER durch Fluggäste, Mitarbeitende und Unternehmensansiedlungen wie das große Sortierzentrum von Amazon in Kiekebusch hinzu. Hierbei stützen sich die Kreispolitiker auf eine Studie der IHK Cottbus aus dem Jahr 2024. Laut der Studie sei auf der A113 eine Steigerung des Verkehrs bis 2040 um 61 Prozent zu erwarten. Eine Abfahrt Kiekebusch sei notwendig, um die Kommunen östlich der A113 zu entlasten.

In der vergangenen Kreistagssitzung argumentierten die Unterstützer der Anschlussstelle Kiekebusch, dass eine neue Auffahrt auf die A113 auch ökologische Vorteile habe: „Weniger Umwege bedeuten weniger Verkehr durch Wohngebiete, geringere Emissionen und weniger Eingriffe in das Naturschutzgebiet Waltersdorfer Flutgrabenaue. Zudem könnten aufwendige und teure Umgehungsstraßen entfallen“, sagte dort Jens Burgschweiger von der SPD Mitte Oktober.

Auf der Berliner Straße am Waltersdorfer Kreuz ist immer viel Verkehr. Besonders morgens staut es sich hier.

Auf der Berliner Straße am Waltersdorfer Kreuz ist immer viel Verkehr. Besonders morgens staut es sich hier.

Till Eichenauer

Ein Blick auf die Karte zeigt, dass eine solche Auffahrt tatsächlich eine breite Lücke schließen würde. Für die Menschen aus Schulzendorf, Zeuthen und Wildau gibt es bislang nur die Möglichkeit in Waltersdorf (auf der Karte in Rot) oder in Wildau (Grün) auf die Autobahn aufzufahren. Eine Auffahrt in Kiekebusch wäre genau in der Mitte (Gelb) und könnte den Verkehr aus Zeuthen und Wildau über die L402 auf die A113 leiten.

Der Logistik-Riese am Platz, Amazon, will sich zu einem möglichen Bau einer Auffahrt derzeit noch nicht äußern. „Wir kennen die konkreten Pläne nicht und können deshalb auch keine Stellung beziehen“, so ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage. Das Unternehmen stellt lediglich fest, dass die Entscheidung zum Bau des Sortierzentrums im Jahr 2019 auch ohne einen vorhandenen oder geplanten Autobahnanschluss gefallen sei. Derzeit müssen auch die Amazon-Lkw Umwege über die L400 entweder bis Wildau, wo es auf die A10 geht, oder nach Waltersdorf (A113, A13) in Kauf nehmen, um auf die Autobahn zu kommen.

Die Gemeinde Schönefeld hingegen befürwortet grundsätzlich den Bau der Autobahn-Auffahrt in Kiekebusch. Solveig Schuster, Sprecherin der Gemeinde, verweist auch auf die Verkehrsbelastung in Waltersdorf, aber auch Kiekebusch durch Amazon. Eine neue Auffahrt wäre aber nur „ein weiteres Puzzleteil im Gesamtkonzept“. Die Sprecherin weist in diesem Kontext auf eine mögliche Ortsumfahrungen für Waltersdorf und die benachbarte Gemeinde Schulzendorf hin.

Was den konkreten Bau der Autobahn angeht, verweist Sprecherin Schuster jedoch auf den Bund als Baulastträger im Fall der Autobahnen. Wenn es nach den Fraktionen SPD, Grüne, Linke, Wir für KW und BIS soll sich der Landkreis Dahme-Spreewald bei Bund und Land für den Bau einsetzen. Der Kreistag stimmt am Mittwoch, 3. Dezember, über den Antrag „Autobahnanschlussstelle Kiekebusch“ ab.

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