Betrug in Königs Wusterhausen
: Anrufe von falschen Polizisten - drei neue Fälle

In Königs Wusterhausen wurde am selben Tag gleich dreimal ein versuchter Betrug angezeigt, bei dem sich die Täter als Polizisten ausgaben. Woran erkennt man die Masche?
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Schockanruf: ARCHIV - 10.03.2021, Nordrhein-Westfalen, Essen: Eine ältere Dame nimmt in ihrer Wohnung ein Telefongespräch an. Eine Frau in Hofheim zahlte nach dem Anruf eines angeblichen Polizisten 300 000 Euro.   (zu dpa: «Falsche Polizisten erbeuten 300.000 Euro») Foto: Roland Weihrauch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Königs Wusterhausen haben drei Seniorinnen Anzeige gegen falsche Polizisten erstattet. Wie gehen die Betrüger vor?

Roland Weihrauch/dpa

Das Handy klingelt und auf dem Display erscheint die 110. Die Polizei? Ruft jemand unter der Notrufnummer an, sind Trickbetrüger am Werk. Die Täter manipulieren die Telefonnummer so, dass die 110 als Anrufer erscheint oder auch die Rufnummer der örtlichen Polizei. In Königs Wusterhausen und Umgebung häufen sich derzeit solche Anrufe falscher Polizisten.

Am Mittwochabend, 12. November, meldeten sich innerhalb einer Stunde drei Seniorinnen aus verschiedenen Stadtteilen in Königs Wusterhausen bei der Polizei, wie es in einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Süd heißt.

Sie hatten Anrufe von einem Unbekannten erhalten, der sich als Polizist ausgab. In allen Fällen gab er vor, dass eine ältere Frau in der Nähe ausgeraubt worden sei und fragte nach Wertgegenständen im Haushalt. Doch die Damen reagierten prompt, wodurch sie einen Schaden verhinderten.

In Königs Wusterhausen häufen sich die Anzeigen wegen Betrug

Seitdem habe es in Königs Wusterhausen und Umgebung weitere Anzeigen dieser Art gegeben, auch wegen falscher Polizisten, teilt ein Sprecher der Polizeidirektion Süd am Freitag mit. „Aber Betrugsmaschen finden tagtäglich statt“, sagt er. „Und es blieb oftmals nur beim Versuch, weil die Anwohner rund um Königs Wusterhausen ordentlich reagiert haben und die Masche kennen.“

Die Dunkelziffer bei solchen Taten ist vermutlich hoch. Opfer schämen sich, dass sie den Betrügern geglaubt haben. Die Masche gibt es laut der Polizei noch in vielen weiteren Varianten. Als Beispiel nennt der Sprecher, dass angeblich ein Enkel oder Kind einen schweren Unfall hatte und festgenommen wurde. Damit der Verwandte freikommt, würde eine ‚Kaution‘ verlangt. „Die Betrüger bauen Druck auf und versuchen, die Leute in die Position zu bringen, schnell zu handeln. Das gibt es bei der Polizei eigentlich nicht.“

Polizei Brandenburg: Betrüger kommen auch am Wohnort vorbei

Die Polizei Brandenburg schreibt auf ihrer Internetseite, dass die Betrüger auch am Wohnort vorbeikommen. „Da das Geld bzw. sonstige Wertgegenstände bei der ‚Polizei‘ am sichersten sei, wird entweder eine Geldübergabe am Wohnort der Opfer vereinbart oder der entsprechende Geldbetrag soll auf ein von den Tätern vorgegebenes Konto mittels Western Union überwiesen werden“.

Wenn die Polizei vor der Tür steht und ein Verdacht aufkommt, sei es laut Polizeisprecher ratsam, sich rückzuversichern und bei der Polizei anzurufen. Diese könne den Einsatz dann bestätigen oder entsprechende Maßnahmen einleiten. Weitere Informationen zu Trickbetrug gibt es hier.