Bürgermeisterin in Königs Wusterhausen: Wirbel um Reise nach Hiroshima – wer zahlt?

Königs Wusterhausens Bürgermeisterin Michaela Wiezorek will nach Hiroshima (Japan) reisen. Das sorgt für Wirbel. Zahlt sie für die Reise selbst?
Jana Scholz- Bürgermeisterin Michaela Wiezorek plant Reise nach Hiroshima zum 80. Jahrestag der Atombombenabwürfe.
- Diskussionen in Königs Wusterhausen über Kosten; sie zahlt rund 5.000 Euro selbst.
- Ex-Bürgermeister Swen Ennullat kritisiert die Reisepläne auf Facebook.
- Hauptausschuss genehmigt die Reise, Teilnahmegebühr 86 Euro.
- Reise wichtig für Friedensarbeit, Wiezorek engagiert sich in Mayors for Peace.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eine für August angekündigte Dienstreise von Bürgermeisterin Michaela Wiezorek (parteilos) sorgt derzeit für Diskussionen in Königs Wusterhausen. Denn die „Stadtmutter“ beabsichtigt, anlässlich des 80. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki nach Japan zu reisen.
Die Idee dazu entstand nicht in einem stillen Kämmerlein der Stadtverwaltung. Wiezorek folgt einer offiziellen Einladung von Hiroshimas Bürgermeister Kazumi Matsui, den sie bereits im Jahr 2023 bei der Generalversammlung der internationalen Bürgermeistervereinigung getroffen hatte.
Ex-Bürgermeister von KW protestiert auf Facebook
Doch bereits Monate vor der Abreise sorgt die Ankündigung für Wirbel. Königs Wusterhausens ehemaliger Bürgermeister Swen Ennullat (Freie Wähler Königs Wusterhausen) äußerte seinen Unmut über die Reiseabsicht seiner Nachfolgerin im sozialen Netzwerk Facebook: „Freue mich auf den nächsten Hauptausschuss. Die Bürgermeisterin will sich tatsächlich ne schöne Zeit in Japan machen. Der Kämmerer versucht derweil verzweifelt, den Laden KW irgendwie noch am Laufen zu halten. Da hat jemand offenbar jegliches Feingefühl verloren. Wie lange will das Bündnis an dieser Bürgermeisterin noch festhalten?“
Doch die Vorhaltungen des abgewählten Ennullat zielen offenbar ins Leere. Michaela Wiezorek selbst kann den Wirbel nicht verstehen. Denn auch wenn es sich um einen offiziellen Termin handelt, werde sie die Reisekosten für den Japan-Trip aus eigener Tasche zahlen. „Ich rechne mit etwa 5.000 Euro“, sagt sie auf MOZ.de-Anfrage. Die Stadtkasse würde in diesem Fall mit einer Ausgabe in Höhe von 86 Euro belastet, was die Gebühren für die Teilnahme an der Tagung selber seien, so Wiezorek weiter.
Hauptausschuss gibt grünes Licht für Dienstreise
Ludwig Scheetz (SPD) führt den Hauptausschuss in der Stadt KW, der am Montag (24. März) tagte. Er sagt gegenüber unserem Medienhaus: „Die Bürgermeisterin kann selbstverständlich an dieser Dienstreise teilnehmen, es geht hier lediglich um eine Teilnahmegebühr.“ Der Hauptausschuss hat dem Antrag der Reise also bedenkenlos stattgegeben. So wie der Hauptausschuss es übrigens bereits auch bei ihrem Vorgänger Swen Ennulat tat.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Ludwig Scheetz leitet in der Stadt Königs Wusterhausen den Hauptausschuss und ist Mitgleid der Stadtverordnetenversammlung.
Monika RassekDer wollte zu seiner Amtszeit unter anderem die tschechische Stadt Pibram besuchen, was ebenfalls als Dienstreise angemeldet und durch die Stadtverordneten genehmigt wurde. Ennullat zog es aber nicht nur in die Partnerstadt Königs Wusterhausens, sondern auch über den großen Teich. Zu seiner Amtszeit wollte der damalige Bürgermeister der amerikanischen Stadt Germantown dienstlich einen Besuch abstatten. Auch hier hätte es bereits Gespräche gegeben, doch mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie mussten die Reisepläne auf Eis gelegt werden.
Darum ist die Japanreise der Bürgermeisterin wichtig
Michaela Wiezorek engagiert sich schon viele Jahre in der Organisation Mayors for Peace, zu deutsch: Bürgermeister für Frieden). Sie wurde im Jahre 1982 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Hiroshima, Takeshi Araki, gegründet. Die Organisation richtet sich an Städte, die sich der Friedensarbeit, insbesondere der atomaren Abrüstung, verschrieben haben. Auch Ennullat war während seiner Amtszeit ein Mitglied der Mayors for Peace.
Wiezorek betont, dass sie normalerweise online an den Treffen teilnehmen würde. „Aber zum 80. Jahrestag und unter Beachtung der aktuellen Diskussionen und wie selbstverständlich über Atomwaffen, Stationierung, Aufrüstung auch auf deutschem Boden geredet wird, wie leichtfertig damit umgegangen wird. Da wäre es wichtig, vor Ort Präsenz zu zeigen“, sagt Michaela Wiezorek im Gespräch mit unserem Medienhaus. Und das darf sie nun. Im Zeitraum vom 5. bis 12. August wird Königs Wusterhausens Bürgermeisterin in Japan ein Stück weit mehr für den Weltfrieden tun.
