Bundeswehr am Flughafen BER: Kampfjets im Tiefflug knapp am Fluglärm-Rekord

Zwei Eurofighter und eine Transportmaschine bei einer Übung im vergangenen Jahr. In gleicher Konstellation war die Bundeswehr über dem Flughafen BER in der Luft. (Symbolbild)
Marcus Brandt/picture alliance/dpa- Zwei Eurofighter eskortierten am Morgen eine A400M zum Flughafen Berlin-Brandenburg.
- Überflug in etwa 732 Metern Höhe und 389 km/h, ohne Landung, danach Rückflug nach Neuburg.
- Mikrofone registrierten um 9.38 Uhr bis zu 102,7 Dezibel in Bohnsdorf – nahe dem BER-Spitzenwert.
- Auch in Waltersdorf wurden 102,3 Dezibel gemessen, Anwohner berichteten von starker Geräuschkulisse.
- Die A400M kam aus München, machte kurz Halt am BER und startete anschließend wieder.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In nur 732 Metern Höhe sind am Dienstagmorgen (21.4.) zwei Eurofighter von Westen kommend über den Flughafen Berlin-Brandenburg geflogen. Kurz darauf drehten die Düsenflieger nach Südosten ab und gewannen wieder an Höhe. Den Lärm der beiden Flugzeuge um etwa 9.38 Uhr konnten Anwohner in der gesamten Region hören.
Grund für den Flug war die Begleitung einer anderen Bundeswehrmaschine, einer Airbus A400M. Die Transportmaschine mit vier Propellern war etwa eine Stunde zuvor am Flughafen München gestartet. Auf Anfrage erklärte das Luftfahrtamt der Bundeswehr: „Der A400M führte einen Personentransport von München nach Berlin durch und wurde von den zwei Eurofightern begleitet.“ Um welche Person oder Personen es sich dabei handelte, konnte der Sprecher nicht sagen.
Laut Angaben der Bundeswehr überflogen die beiden Eurofighter des Luftgeschwaders 74 den Flughafen BER in einer Höhe von etwa 732 Metern und mit einer Geschwindigkeit von 389 Kilometern in der Stunde, ohne zu landen. Danach kehrten sie zu ihrem Flugplatz nach Neuburg in Bayern zurück. Die Transportmaschine flog nach einem kurzen Aufenthalt am BER auch wieder ab.
Bundeswehr-Flugzeuge knapp unter Fluglärm-Rekord am BER
Auch wenn der Flug der Düsenjets nicht auf den Karten der Fluglärmseite des Flughafens auftaucht, haben die installierten Mikrofone rund um den Flughafen den Überflug trotzdem registriert: Um 9.38 Uhr springt die Anzeige an der Messstelle in Bohnsdorf von Werten um die 40 Dezibel in wenigen Sekunden auf einen Maximalwert von 102,7 Dezibel. Fünf Sekunden später zeigt auch das Mikrofon in Waltersdorf einen Wert von 102,3 Dezibel. Einem vergleichbaren Schalldruck ist man etwa in nächster Nähe eines Presslufthammers oder einer Motorsäge ausgesetzt.

Der Geräuschpegel der Eurofighter auf der Fluglärmseite des Flughafens BER um genau 9.38 Uhr und 42 Sekunden. Die Lärmspitze von 102,7 wurde wie bereits zuvor an der Messstation in Bohnsdorf erreicht. In Grün ist die eskortierte Bundeswehrmaschine aus München zu sehen. Die Kampfjets bleiben auf der Karte unsichtbar.
Till Eichenauer (Screenshot von www.travisber.topsonic.aero)Anwohner berichteten in den sozialen Medien von einer massiven „Geräuschkulisse“. Ein Beobachter aus dem acht Kilometer entfernten Johannisthal in Berlin erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal, dass die Jets noch einen vorbeifahrenden Sattelschlepper übertönt hätten.
Der Geräuschpegel der Maschinen am Dienstagmorgen kommt nah an den Lärmrekord vom 26. September 2024 heran. Damals wurde der lauteste Flug des Jahres mit gut 104,1 Dezibel – ebenfalls an der Messstelle in Bohnsdorf – gemessen. Auch damals handelte es sich um einen Eurofighter, der in diesem Fall das Flugzeug des italienischen Präsidenten eskortierte. Die Kampfjets sorgen in Berlin und Brandenburg immer wieder kurzzeitig für starken Lärm.

