Einbruch in Zeuthen: Feuerwehr nach Diebstahl nur eingeschränkt einsatzbereit

Ein hydraulischer Rettungsspreizer und eine Rettungsschere der Feuerwehr. Das gestohlene Werkzeug kann wiederum für Einbrüche verwendet werden. (Symbolbild)
Daniel Bockwoldt/dpa- Einbruch in Zeuthen: Aus einem Löschfahrzeug wurde ein hydraulischer Spreizer gestohlen.
- Täter versprühten Pulverlöscher in der Halle – Drehleiterfahrzeug muss gereinigt werden.
- Feuerwehr Zeuthen ist nur eingeschränkt einsatzfähig, Ersatz und Prüfung können dauern.
- Ähnliche Taten in Groß Köris und Schulzendorf; Polizei prüft einen Zusammenhang.
- Laut Polizei sind Feuerwachen im Fokus von Einbrechern, es wurden hohe Schäden verursacht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Denen, die helfen wollen, wird das Hilfsmaterial gestohlen“, sagt Christoph Stiller, stellvertretender Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Zeuthen (Landkreis Dahme-Spreewald). Er ist empört, was in der Fahrzeughalle seiner Kameraden angerichtet wurde. In der Nacht zum Montag (6.7.) kamen Einbrecher, schlugen eine Scheibe am Rolltor ein und stahlen von einem Löschfahrzeug einen hydraulischen Spreizer.
Der Verlust des teuren Geräts trifft die Freiwillige Feuerwehr hart. Noch größere Folgen hat aber der Versuch der Kriminellen, ihre Spuren vor Ort zu verwischen: Sie versprühten einen Pulver-Feuerlöscher in der Halle. Sogar in das geöffnete Fenster eines Drehleiter-Fahrzeugs.
„Das Pulver ist sehr aggressiv, gerade was Hydraulikschläuche an den Fahrzeugen betrifft“, sagt Stiller. Somit fehlt der Freiwilligen Feuerwehr Zeuthen nicht nur der Hydraulikspreizer, der gebraucht wird, um etwa verletzte Menschen aus Unfallautos zu befreien. Auch das Drehleiter-Auto, um Menschen aus brennenden Gebäuden zu retten, sei zurzeit nicht einsatzfähig: „Das gesamte Fahrzeug muss jetzt erst mal gereinigt und vom Fachmann überprüft werden.“ Und das könne dauern, so der Feuerwehrmann.
Einbrüche bei Feuerwehren in Groß Köris und Schulzendorf
Interessanterweise mussten die Einbrecher ihren eigenen Pulverlöscher mit zur Feuerwehr nach Zeuthen südöstlich von Berlin bringen. Laut Stiller habe man die Wache speziell gesichert, um solche Taten zu erschweren. Denn es ist nicht das erste Mal, dass Diebesbanden in der Region Einbrüche wie diese machen. Am Dienstagnacht (30.6.) in der Woche zuvor sind Einbrecher in das Gerätehaus in Größ Köris, nur 20 Kilometer südlich von Zeuten, eingestiegen.
Auch dort wurden Geräte gestohlen und dann mit einem Feuerlöscher die gesamte Halle inklusive Fahrzeuge und Rettungs-Kleidung der Feuerwehrleute mit dem Lösch-Pulver besprüht. „Das Wort Wut beschreibt vielleicht nicht mal annähernd, was unsere Kameradinnen und Kameraden und auch unsere Gemeinde und darüber hinaus derzeit empfinden“, schreibt der Ortswehrführer in Groß Köris, Nico Hennig, in einer Mitteilung.

Ein Feuerwehrmann aus Königs Wusterhausen hält einen Hydraulikspreizer. Die Feuerwache in Königs Wusterhausen liegt direkt neben der Polizeiwache. Das schreckt vermutlich potenzielle Diebe ab.
Till EichenauerIn Schulzendorf haben es Diebe ebenfalls versucht. In der Nacht zum 23. Juni, wieder ein Dienstag, sind dort Einbrecher in die Freiwillige Feuerwehr eingestiegen. Bürgermeister Markus Witteck bestätigt den Vorfall: „Die Diebe waren tatsächlich im Gebäude, wurden aber von der Alarmanlage in die Flucht geschlagen.“ Es seien lediglich kleinere Gegenstände in der Nähe der Tür gestohlen und ein größerer Schaden so verhindert worden, so Witteck.
Polizei sieht Feuerwehren im Fokus von Kriminellen
Stefan Erler von der Polizeidirektion Süd kennt die drei Fälle aus Zeuthen, Groß Köris und Schulzendorf aus den vergangenen Wochen: „Durch die Ähnlichkeit der Taten prüfen wir einen Zusammenhang“, so der Polizeisprecher. Feuerwehrgerätehäuser gelten laut Polizei leider schon länger als lohnende Ziele für Einbrecher. Man versuche, die Feuerwehren für die Gefahr zu sensibilisieren. „Es ist aber so, dass in Feuerwehren naturgemäß viele Menschen ein und ausgehen und dass man im Notfall schnell rein und herauskommen kann“, sagt Erler. Das mache eine Sicherung der Feuerwehrhäuser schwieriger.
Im Jahr 2024 wurden 37 Einbruchsversuche auf Feuerwehren allein in Brandenburg von der Polizei erfasst. 16 davon waren erfolgreich. Der Feuerwehr in Berlin seien sogar schon an roten Ampeln Geräte aus den Autos gestohlen worden, wie Feuerwehrleute berichteten. Wofür die kriminellen Banden die teure Hydraulik-Technik benötigen, ist naheliegend. Die Werkzeuge kommen laut Ermittlern bei Raubüberfällen oder bei Automatenknackern zum Einsatz. Auch beim Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden soll eine Hydraulikschere verwendet worden sein.
Freiwillige Feuerwehr in Zeuthen nicht mehr voll einsatzfähig
Durch die Einbrüche in Feuerwehren entstehen immense Schäden. Laut Polizei liegen die Kosten bei der jüngsten Tat in Zeuthen im fünfstelligen Euro-Bereich. Der größte Teil kommt aber nicht von der zerstörten Tür oder dem entwendeten Hydraulikgerät, sondern durch den Dreck des versprüten Pulverlöschers, so Christoph Stiller aus Zeuthen. Bis die Drehleiter, die Kleidung und der neue Hydraulikspreizer wieder einsatzfähig sind, könne es noch dauern, sagt der Feuerwehrmann. „Und bis dahin können wir nicht mehr so schnell Hilfe leisten, wie wir es sonst könnten.“


