Eis in Königs Wusterhausen
: Softeis in der Bahnhofstraße erinnert an DDR-Zeit

Gregorz Taporowski betreibt einen kleinen Softeisstand in Königs Wusterhausen. Wie er dazu kam und warum er auch im Rentenalter weitermacht.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
Jetzt in der App anhören
Bahnhofstraße in Königs Wusterhausen: Gregorz betreibt einen Softeisstand.

Bahnhofstraße in Königs Wusterhausen: Gregorz Taporowski betreibt dort seinen Softeisstand.

Maria Häußler
  • Softeisstand in der Bahnhofstraße in Königs Wusterhausen – Betreiber: Gregorz Taporowski.
  • Er produziert Schoko- und Vanilleeis nach eigenem Rezept, fester und kälter als üblich.
  • Seit vier Jahren dort aktiv, insgesamt seit 16 Jahren im Softeis-Geschäft.
  • Im Winter 2024 im A10 Center Wildau verkauft, Vertrag wurde nicht verlängert.
  • Kleines Eis 2,50 Euro, großes 4 Euro, Streusel 50 Cent; er arbeitet weiter trotz Rentenalters.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Vorgarten des ehemaligen Bahnhofhotels in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) steht ein kleiner Softeisstand. Bei gutem Wetter hat Betreiber Gregorz Taporowski alle Hände voll zu tun: Täglich von 12 bis 18 Uhr lässt er einen verschlungenen Eisturm nach dem anderen aus der Maschine und plaudert gelegentlich mit Kunden.

Taporowski stellt das Schokoladen- und Vanilleeis nach eigenem Rezept her, das er natürlich nicht verraten wird. „Das ist meins“, sagt er lächelnd. „Ein ähnliches Rezept, wie aus der DDR-Zeit.“ Softeis habe er an der polnischen Ostsee kennengelernt. Dort käme sein Softeis auch her: „Es hat höhere Kühlung von minus acht bis minus zehn Grad. Es ist fester als das deutsche Eis.“

Gregorz Taporowski erzählt, dass er vor 30 Jahren aus Polen nach Deutschland kam. Einen Sprachkurs machte er nicht, sondern begann, auf dem Bau zu arbeiten. Da er eine deutsche Partnerin hat, habe sich sein Deutsch mit den Jahren verbessert.

Softeis sorgt für Nostalgie in Königs Wusterhausen

Den Stand in der Bahnhofstraße von Königs Wusterhausen betreibt Taporowski seit vier Jahren und seit 16 Jahren sei er im Softeis-Geschäft. Im Winter 2024 habe er sein Eis im A10 Center Wildau verkauft, der Vertrag sei leider nicht verlängert worden. „Ich habe in der Bahnhofstraße viele Stammkunden“, sagt er. „Es läuft ganz gut.“ Dabei ist die Konkurrenz dort groß: Das Eiscafé Stübchen hat sich gerade erweitert und auch die Villa Romana bietet Eis an.

Viele Kunden kommen auch zufällig vorbei. So wie Hannes und Thamonwan, die auf dem Weg zum See mit ihren Fahrrädern hier Halt machen. „Softeis erinnert mich an meine Kindheit im Osten. Daran erinnere ich mich gern“, sagt Hannes Schilling, der ein halbes Jahr, bevor die Mauer gefallen ist, geboren wurde und aus Erfurt kommt. Es sei seiner Meinung nach aber auch sehr wichtig, nicht nur zurückzublicken, sondern nach vorn. „Der Osten macht enorme Fortschritte – und diesen Blickwinkel übersehen viele“.

Softeis in der Bahnhofstraße Königs Wusterhausen: Bei den Kundinnen und Kunden kommt Nostalgie auf.

Softeis in der Bahnhofstraße Königs Wusterhausen weckt bei manchen Kundinnen und Kunden schöne Erinnerungen.

Maria Häußler

Softeis gehörte in der DDR zu den beliebtesten Leckereien und hat bis heute einen echten Nostalgie-Charakter. Anders als viele westliche oder italienische Sorten war es deutlich weniger fettig, weil es meist auf einer Mischung aus Milch und Wasser statt auf Sahne basierte. Die Softeis-Maschinen in der DDR pumpten außerdem weniger Luft ins Eis, wodurch es fester war. Softeis ist aber keine Erfindung aus der DDR, sondern kommt aus den USA.

Ein kleines Eis an seinem Stand kostet 2,50 Euro, ein großes 4 Euro und Streusel 50 Cent extra. Den Preis für das große Eis habe er um 50 Cent erhöht, sagt der Eisverkäufer. Das kleine Eis koste das Gleiche wie vor vier Jahren. „Obwohl die Kosten für die Zutaten um 30 Prozent gestiegen sind.“

Auf die Frage, ob er bald in Rente gehen und den Softeisstand aufgeben will, schüttelt Taporowski lachend den Kopf. „Ich bin doch schon Rentner“, sagt er und meint damit sein Alter. „Solange ich gesund bin, mache ich weiter.“ Wie alt er genau ist, verrät er nicht. Das Softeisverkaufen mache ihm nach all den Jahren eben immer noch Spaß.