Flughafen BER
: Notlandung? Swiss-Maschine bricht Flug in Schönefeld ab

Am Flughafen BER ist eine Maschine von Swiss Air kurz nach dem Start nach Schönefeld zurückgekehrt. Was dahinter steckt.
Von
Christian Heinig
Schönefeld
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Ein Flugzeug des Typs Airbus A220-300 (HB-JCS) von Swiss International Air Lines startet am Genfer Flughafen. Flughäfen können allmählich wieder den Betrieb aufnehmen. (zu dpa: «Airbus der Swiss wegen Rauchs in der Kabine notfallmäßig gelandet») +++ dpa-Bildfunk +++

Kehrte kurz nach dem Start zum Flughafen BER in Schönefeld zurück: Ein Flugzeug vom Typ Airbus A220-300 von Swiss Air. (Symbolbild)

Salvatore Di Nolfi/picture alliance/dpa/KEYSTONE
  • Swiss-Air-Flug LX 977 musste kurz nach dem Start am BER wegen eines technischen Problems mit den Bremsen zurückkehren.
  • Die Maschine kehrte gegen 11 Uhr über Brandenburg zum BER zurück.
  • Es handelte sich um eine Sicherheitslandung, keine Notlandung.
  • Die Passagiere wurden auf alternative Flüge umgebucht.
  • Technische Inspektion ergab Fehlindikation, kein Bremsenproblem.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schreckmoment für die Passagiere eines Swiss-Air-Fluges. Kurz nach dem Start am BER in Schönefeld musste eine Maschine der Schweizer Fluglinie, die auf dem Weg nach Zürich war, ihre Reise abbrechen und zum Berliner Flughafen zurückkehren.

Betroffen war der Flug LX 977, der am Sonntag (30.3.) mit etwas Verspätung um 10.44 Uhr in Schönefeld abhob.

BER spricht von Sicherheitslandung statt Notlandung

Zunächst war von einer Notlandung die Rede. Doch eine solche lag nach Angaben des Flughafens BER und der Fluggesellschaft nicht vor. Swiss Air spricht auf Nachfrage von MOZ.de von einer „außerplanmässigen Landung“, eine Flughafensprecherin des BER von einer sogenannten „Sicherheitslandung“.

Laut Swiss wurde beim Flug LX977 kurz nach dem Start ein technisches Problem mit den Bremsen angezeigt. „Aus Sicherheitsgründen entschied sich die Cockpit-Crew für eine Rückkehr nach Berlin“, so Mediensprecherin Meike Fuhlrott. Für die 127 Passagiere, die sich an Bord befanden, habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden.

Airbus fliegt über Fürstenwalde und Strausberg zurück zum BER

Aus den Flugdaten geht hervor, dass die Swiss-Maschine, bei der es sich um einen Airbus vom Typ A220-300 handelt, etwa gegen 11 Uhr über dem brandenburgischen Trebbin abdrehte und zum BER zurückkehrte. Sie flog dabei eine größere Schleife über Mittenwalde, Fürstenwalde, Müncheberg und Strausberg, um dann über die östliche Landeroute, bei der neben Erkner auch die Gemeinden Eichwalde und Schulzendorf überflogen werden, wieder am BER aufzusetzen. Kerosin sei dafür nicht abgelassen worden, so BER-Sprecherin Sabine Deckwerth.

Die technische Inspektion vor Ort habe laut Swiss ergeben, „dass es sich um eine Fehlindikation gehandelt hatte und kein Problem mit den Bremsen vorlag“. Da zu Beginn unklar war, wie lange die technische Inspektion dauern würde, habe man die Passagiere auf schnellstmögliche alternative Verbindungen umgebucht. „Die für sie dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten bedauern wir sehr“, so die Swiss-Sprecherin.

BER: Bei Notlandung habe der Pilot keine Wahl

Im Luftverkehr wird grundsätzlich zwischen Sicherheits- und Notlandungen unterschieden. „Bei einer Notlandung ist das Leben der Insassen in Gefahr“, berichtet Sabine Deckwerth vom BER. Der Pilot habe dann in der Regel keine andere Wahl, als möglichst schnell zu landen. „Grund hierfür kann zum Beispiel Feuer an Bord oder ein massives technisches Problem sein.“

Notlandungen kämen laut der BER-Sprecherin sehr selten vor. „Bei einer Sicherheitslandung entscheidet der Pilot, frühzeitig zu landen, um einen möglichen Defekt oder seine Instrumentenanzeigen zu prüfen oder einen drohenden Schaden am Flugzeug zu vermeiden“. Er könne sich aber auch entschließen, seinen Flug fortzusetzen.

Flughafenfeuerwehr vom BER in Schönefeld im Einsatz

Eine Sicherheitslandung werde laut der BER-Sprecherin eher als ein Zeichen für hohe Standards gesehen. Dabei entschließe sich die Besatzung ohne Rücksicht auf zusätzliche Kosten zur Landung, um jedwede Risiken auszuschließen.

Ein Löschfahrzeug der Flughafenfeuerwehr auf dem Areal des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg (BER). (zu dpa: «Brandgeruch im Cockpit - Flugzeug muss zum BER umkehren») +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Löschfahrzeug der Flughafenfeuerwehr auf dem Areal des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg (BER) in Schönefeld.

Patrick Pleul/dpa

Laut Deckwerth werde der Tower bei einer Sicherheitslandung wie üblich informiert, dann lande das Flugzeug ganz normal. Zudem werde routinemäßig die Flughafenfeuerwehr alarmiert, die vorsichtshalber vor Ort und in Bereitschaft ist, aber nicht zwingend tätig wird. „Eine Sicherheitslandung kommt am BER ein bis zweimal pro Monat vor“, so die BER-Sprecherin