Hafen in Königs Wusterhausen
: Bis zu 45 Millionen Euro für Containerladeplatz

Der Hafen von Königs Wusterhausen wächst weiter. Was aus Akku-Verpackungen von Tesla gemacht wird und wie die Wirtschaftsministerin über den Standort denkt.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Hafen in Königs Wusterhausen: Geschäftsführer Michael Fiedler zeigt Wirtschaftsministerin Martina Klement das Gelände.

Hafen in Königs Wusterhausen: Geschäftsführer Michael Fiedler zeigt Wirtschaftsministerin Martina Klement das Gelände.

Maria Häußler
  • Brandenburgs größter Containerhafen wächst weiter – zweites Terminal geplant.
  • Baustart 2027, Fertigstellung 2029; Kosten 35 bis 45 Mio. Euro, Bund soll fördern.
  • Weitere Hafenerweiterung vorgesehen, Grundstücke gekauft, Bedarf 20 bis 25 Mio. Euro.
  • Containerumschlag per Schiene; Wasserweg bleibt wichtig mit 250 000 t Zementklinker im Jahr.
  • Tesla-Akku-Verpackungen werden angeliefert und zu Fußbodenleisten in Baruth weiterverarbeitet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) betreibt mit 65 000 Quadratmetern Fläche Brandenburgs größten Containerhafen. Vom Nottekanal aus transportieren Schiffe, Züge und LKWs Rohstoffe. Ein Beispiel sind die Akku-Verpackungen von Tesla-Fahrzeugen: Hier am Hafen türmen sie sich zu Bergen aus Holzsplittern auf. Diese werden von der Gigafactory aus angeliefert und dann nach Baruth im südlicheren Brandenburg transportiert, wo sie zu Fußbodenleisten verarbeitet werden.

„Der Hafen ist zum Anfassen da“, sagt Michael Fiedler, Geschäftsführer der Lutra GmbH, stolz. Er trifft sich an diesem Donnerstag, 6. August 2026, mit Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement für eine Führung auf dem Hafengelände.

Fiedler wirbt für Investitionen. Für 2027 plant der Geschäftsführer den Baustart des zweiten Terminals und eine Fertigstellung im Jahr 2029. Ein „Terminal“ ist in diesem Fall ein Ladeplatz an der Schiene, an dem Container auf Züge gehoben werden. 35 bis 45 Millionen Euro soll das Container-Terminal kosten. Es soll vor allem auch über Fördermittel vom Bund finanziert werden. Außerdem ist eine weitere Hafenerweiterung geplant. Die Grundstücke dafür seien schon erworben, Fiedler geht davon aus, dass weitere 20 bis 25 Millionen Euro dafür nötig sind.

Von Königs Wusterhausen nach Stettin trotz Klimawandel

Der Containertransport findet am Hafen in Königs Wusterhausen nur auf der Schiene statt: Große Greifstapler heben Container an und verladen sie auf Züge statt auf Schiffe. Grund dafür ist laut Fiedler eine Brücke in Berlin, die wegen des U-Bahnverkehrs zu niedrig dafür ist, dass mit Containern beladene Schiffe darunter durchfahren können. Trotzdem werde auch der Wasserweg genutzt. „Unsere Stärke ist die Trimodalität: Straße, Wasserstraße, Schiene“, sagt er. Rund 250 000 Tonnen Zementklinker im Jahr würden hier per Binnenschiff transportiert.

Martina Klement führt am Hafen in Königs Wusterhausen ein kurzes Gespräch mit dem Greifstaplerfahrer.

Martina Klement führt am Hafen in Königs Wusterhausen ein kurzes Gespräch mit dem Greifstaplerfahrer.

Maria Häußler

Der Klimawandel lasse sich nicht wegdiskutieren, meint Fiedler auf Nachfrage. Den Hafen beeinflusse das aber wenig. „Durch die Stauregulierung haben wir hier trotz der Trockenheit Schwankungen im Zentimeterbereich.“ Auf der Spree gäbe es keine Probleme.

Die Oder sei bei Trockenheit für die Binnenschifffahrt dagegen nicht nutzbar. Wirtschaftlich sei das nicht relevant, da stattdessen die Friedrichsthaler Wasserstraße genutzt werden könne. Das ist ein Kanal, der auch Westoder genannt wird. Dieser ist laut Fiedler bei Trockenheit weiterhin nutzbar, von Königs Wusterhausen bis nach Stettin.

Michael Fiedler und Wirtschaftsministerin Martina Klement ziehen sich Warnwesten über und treten näher an die Container und Greifstapler heran. Nun wird erst deutlich, in welchen Dimensionen die Güter verladen werden: 90 Tonnen wiegt ein solcher Stapler samt Container.

Ein weiterer Wirtschaftszweig, den Fiedler nutzt, ist der Tourismus: Am Hafen ist eine Bootsanlegestelle integriert und die einzige Tankstelle in der Gegend, bei der man vom Wasser aus tanken kann. Außerdem setzt er sich dafür ein, dass der Nottekanal für Hausboote befahrbar wird und eine geschlossene Schleuse saniert wird.

Wirtschaftsministerin Martina Klement wirkt am Ende des Gesprächs überzeugt. Sie werde sich dafür einsetzen, dass auch der Bund Gelder für den Hafen in Königs Wusterhausen bereitstellt. „Das größte Hemmnis bei einer Transformation ist nicht das Geld, sondern der Kopf“, sagt Fiedler abschließend.