Immobilien in KW: Villa Picht wird aufwendig saniert, MAWV stößt auf Widerstand

Die Villa Picht in Königs Wusterhausen in der Bahnhofstraße. Der Märkische Wasserverband saniert die Immobilie mit viel Geld. Das stößt auf Widerstand einiger Gemeinden.
Till Eichenauer- Der Märkische Wasserverband (MAWV) saniert die historische Villa Picht in Königs Wusterhausen.
- Das Projekt kostet 10,7 Mio. Euro, 1,2 Mio. Euro kommen aus Fördermitteln. Mehrkosten werden befürchtet.
- Fertigstellung ist für Mitte Juni 2028 geplant, Bauarbeiten starten offiziell im Februar 2026.
- Kritik: Gebäude bietet Platz für 35 Mitarbeiter, aktuell gibt es nur 24 Stellen.
- Die Villa wird Verwaltungssitz, mit Beratungsräumen, Technikräumen und einem neuen Anbau.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit über zwei Jahrzehnten verfällt die alte „Villa Picht“ in der Bahnhofstraße 6 in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald). Das repräsentative Gründerzeitgebäude gehört zu den imposantesten Bauwerken in der Innenstadt. Lange wurde darüber diskutiert, wie es mit der Villa weitergehen soll – jetzt ist der Entschluss endgültig gefallen: Der Märkische Abwasser- und Wasserzweckverband (MAWV) wird das Gebäude zu seinem Verwaltungssitz umbauen.
Der Entschluss, das historische Anwesen von Grund auf zu sanieren und durch einen Anbau zu erweitern, wurde von der Verbandsversammlung des MAWV am 4. Dezember gefasst. Vor den Bürgermeistern und Gemeindevertretern des MAWV-Gebiets präsentierten daraufhin die verantwortlichen Architekten „Sta2“ aus Zeuthen den Zeitplan der Baustelle.
Eigentlich sollen laut Plan die Bauarbeiten erst am Freitag, 27. Februar 2026, mit dem Punkt „Baustelleneinrichtung“ beginnen. Die letzten Bauarbeiten in der Bahnhofstraße sollen dann nach 115 Wochen, also erst Mitte Juni 2028 abgeschlossen sein. Aber schon jetzt ist ein Bagger vor dem Haus aktiv – die Auffahrt ist bereits planiert.
Kosten für die Sanierung der Villa Picht: 10,7 Millionen Euro
Nach der aktuellen Kalkulation hat das Projekt ein Budget von 10,7 Millionen Euro. 1,2 Millionen werden durch Fördermittel finanziert. Daran will Zeuthens Bürgermeister Philipp Martens aber nicht recht glauben: „Wir fürchten, dass es hier zu erheblichen Mehrkosten kommen wird, die den Verband belasten. Damit kommen potenziell Belastungen für die Verbandsmitglieder und damit auch auf die Beitragszahler zu“, sagte er vor der Verbandsversammlung.

Digitale Simulation der sanierten Villa Picht und des neuen Anbaus in der Bahnhofstraße in Königs Wusterhausen.
sta2, BLEY ArchitektenMartens kritisierte die Investition angesichts der klammen Gemeindekassen. „Wir verstehen auch nicht, warum ein Gebäude gebaut werden soll, dass 35 Mitarbeitern Platz bietet, obwohl der Stellenplan momentan nur 24 Mitarbeiter aufweist.“
Als Konsequenz stimmten Martens und die Vertreter aus Heidesee und Bestensee gegen das von ihm kritisierte „Prestigeprojekt“. Mit einer Mehrheit der anderen Gemeindevertreter wurde das Vorhaben dennoch beschlossen. Markus Mücke, Bürgermeister von Schulzendorf und Vorsitzender der Verbandsversammlung des MAWV, freute sich über die Zustimmung: „Mit dem Neubau schaffen wir moderne und zukunftsfähige Arbeitsplätze für unsere Verwaltung.“

Das Dach der Villa Picht in Königs Wusterhausen wurde bislang nur notdürftig gesichert. Der Märkische Waserverband baut die Immobilie zu seinem Verwaltungssitz aus.
Till EichenauerDie zuständigen Architekten erläuterten den Anwesenden die denkmalgerechte Sanierung der Fassade des historischen Gebäudes sowie den geplanten Anbau auf dem Areal. In der neuen Verwaltungszentrale des MAWV sollen mehrere Beratungsräume, zentrale Verwaltungseinheiten und Technikräume entstehen.
Mit öffentlichen Großaufträgen kennt sich das beauftragte Zeuthener Architekturbüro Sta2 aus. Die Architekten übernahmen die Planung der Sanierung des Rathauses in Königs Wusterhausen ab 2013, den Bau der Kindertagesstätte Knirpsenstadt ab 2018 und der Feuerwehr in Rangsdorf 2015.
Der Märkischer Abwasser- und Wasserzweckverband (MAWV)
Der MAWV versorgt rund 120.000 Menschen in über 20 Städten und Gemeinden im Landkreis Dahme-Spreewald und Teilen von Oder-Spree mit Trinkwasser und entsorgt deren Abwasser. Darunter Königs Wusterhausen, Wildau, Schulzendorf, Eichwalde und Zeuthen. Der Verband betreibt drei Wasserwerke, sieben Kläranlagen und ein Leitungsnetz von über 1000 Kilometern Länge.

