Notfall am Flughafen BER
: Sperrung wegen Drohnen-Alarm, ein Flugzeug durfte landen

Am Flughafen BER in Schönefeld wurden zeitweise die Landebahnen geschlossen. Ein über Brandenburg kreisendes Flugzeug durfte dennoch landen.
Von
Till Eichenauer
Schönefeld
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Ein Airbus der Luftfahrtgesellschaft Scandinavian Airlines SAS im Landeanflug. Ein Flieger aus Kopenhagen ist am Mittwoch trotz Drohnensperrung am Flughafen BER gelandet. (Symbolbild)

Ein Airbus der Luftfahrtgesellschaft Scandinavian Airlines SAS im Landeanflug. Ein Flieger aus Kopenhagen ist trotz Drohnensperrung am Flughafen BER gelandet. (Symbolbild)

Bernd von Jutrczenka/picture alliance/dpa
  • Drohnensichtung am BER: Gegen 20.20 Uhr wurden beide Pisten gesperrt.
  • Landungen pausierten rund 45 Minuten, mehrere Flieger wichen nach Dresden oder Leipzig aus.
  • SAS-Flug SK 1679 aus Kopenhagen durfte um 21.02 Uhr landen – Befürchtung knapper Reserven.
  • „Luftnot groß“ wurde gegen 20.50 Uhr ausgerufen, regionale Feuerwehren alarmiert.
  • Der Pilot nutzte die Kerosinreserve nicht. Andere Maschinen kreisten weiter im Umland.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Flughafen Berlin-Brandenburg gab es am Mittwoch (23.9.) gegen 20.20 Uhr einmal mehr eine Drohnensichtung. Aus Sicherheitsgründen wurde zunächst die Nordpiste gesperrt, kurz darauf wurde der gesamte Flugbetrieb eingestellt. Für etwa 45 Minuten konnte kein Flugzeug in Schönefeld landen.

Ein Airbus 777 der Qatar Airways befand sich um 20.18 Uhr im Anflug auf die Südbahn, startete dann doch durch und drehte eine weite Schleife über Berlin. Einige Maschinen wurden zu anderen Flughäfen, etwa nach Dresden oder Leipzig, umgeleitet. Andere kreisten in der näheren Umgebung des Flughafens und warteten auf die Landeerlaubnis.

Auf Flugradar-Seiten ließen sich gegen 20.35 Uhr mindestens neun Flugzeuge im Berliner Umland finden, die in etwa 15 Kilometer breiten Ellipsen über Brandenburg fliegen. Ein Flugzeug der türkischen Pegasus Airlines drehte etwa seine Kreise genau über Erkner, Grünheide und Schöneiche in eineinhalb Kilometern Höhe.

Flug aus Kopenhagen darf nicht am Flughafen BER landen

Ebenso der Flug SK 1679 von Kopenhagen nach Schönefeld, der eigentlich um 20.45 Uhr nach einer Stunde Flugzeit am BER landen sollte. Die Maschine flog jedoch nicht wie die meisten anderen in einer kleinen Ellipse ihre Warteschleife, sondern in einem regelrechten Zickzack-Kurs über einem weiten Gebiet östlich von Berlin über Fürstenwalde, Storkow, Königs Wusterhausen, Erkner und Strausberg.

Das Flugzeugradarder Website ADSB Exchange zeigt: Die Maschine der SAS fliegt am Mittwochabend über Brandenburg im Zick-Zack-Kurs.

Der Flugzeugradar der Website ADSB Exchange zeigt: Die Maschine der SAS flog am Mittwochabend über Brandenburg hin und her. Um 20.56 landete sie, während die anderen Flugzeuge noch im Umland kreisten.

Till Eichenauer (Screenshot von www.globe.adsbexchange.com)

Da solche Manöver Treibstoff verbrauchen, aber in der geplanten Flugroute der Flugzeuge nicht vorgesehen sind, kann bei längeren Wartezeiten das Kerosin knapp werden. Laut Dokumenten der Europäischen Agentur für Flugsicherheit müssen Turbinen-Flugzeuge in der eisernen Reserve, dem sogenannten „Final reserve fuel“ genug vorhalten, sodass das Flugzeug noch 30 Minuten in 500 Metern über dem Landeplatz fliegen kann.

Feuerwehren rund um Flughafen BER alarmiert

Laut Flughafen BER dauerte die Wartezeit bei dem Flugzeug aus Kopenhagen zu lange: „Der Pilot einer Maschine befürchtete aufgrund der Sperrung und der damit verbundenen Wartezeit in der Luft, die Kerosinreserven angreifen zu müssen“, so Sprecherin Sabine Deckwerth.

Wegen der besonderen Situation durfte das Flugzeug dem Flugplan zufolge bereits um 21.02 Uhr landen, bevor es die generelle Entwarnung wegen der Drohnensichtung am Flughafen BER gab. Jedoch habe der Pilot laut Flughafen die Kerosinreserve schlussendlich nicht nutzen müssen.

Da man aber zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, wie lange die Sperrung noch dauern würde, wurde vorsorglich gegen 20.50 Uhr die sogenannte „Luftnot groß“ ausgerufen. Dabei werden wie üblich die Feuerwehren der Region alarmiert, darunter unter anderem die freiwilligen Feuerwehren aus Eichwalde, Bestensee, Schulzendorf, Miersdorf und Zeuthen.