Party in Königs Wusterhausen: DJ will „KW aus dem kulturellen Tiefschlaf holen“

Im Mühlencafé in Königs Wusterhausen will Marcus Wohlgemuth eine 70er und 80er Jahre Party veranstalten. Was hat der DJ genau geplant?
Maria Häußler- DJ Cool Dee plant 70er und 80er Party im Mühlencafé, Königs Wusterhausen am 16. Mai.
- Langfristiges Ziel: KW kulturell beleben, Hip-Hop Oldschool Camp im Sommer.
- Inhaber Mühlencafé und Wohlgemuth wollen regelmäßig Events in Wassermühle am Schloss.
- Erste Party am 16. Mai trotz Bauverzögerung der Terrasse.
- Wohlgemuth möchte Hobby zum Beruf machen, arbeitet aktuell in der Gastronomie.
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Ein Mann mit hellblondem Haar und abgewetzter Kleidung spricht Marcus Wohlgemuth auf der Straße an: „Was hörst du für Musik?“, fragt er und hält ihm eine CD unter die Nase. „Old School Hip-Hop“, antwortet der 53-Jährige mit dem weiten Hoodie. Und nein, Nu Metal höre er nicht und kaufe ohnehin nur Vinyl. Die zwei tauschen sich kurz über Musikgenres aus, dann geht der Musiker aus Estland weiter. Es scheint wie in den 90er Jahren auf dem Schulhof: Entweder du bist „Rocker“ oder du bist eben „Hopper“.
Marcus Wohlgemuth, der sich auch DJ Cool Dee nennt, spricht bei einem Treffen in der Bahnhofstraße von KW viel von den 80er und 90er Jahren und über Hip-Hop in der DDR. Seine Wurzeln liegen in Ostberlin, doch durch seine Oma hat er Königs Wusterhausen schon als Kind kennengelernt. Anfang der 90er Jahre zog er dann selbst in die Stadt, erzählt er. In zehn Jahren, die er hier lebte, habe er alles getan, um die Hip-Hop-Kultur zu etablieren: Breakdance-Kurse organisiert, Musik gespielt, Künstler unterstützt. Bis heute.
Königs Wusterhausen „aus dem kulturellen Tiefschlaf holen“
Inzwischen wohnt Marcus Wohlgemuth in Schulzendorf, will aber eine Veranstaltungsreihe in Königs Wusterhausen im Mühlencafé aufziehen. Wie regelmäßig das klappt, ist noch nicht ganz klar. Doch der erste Termin steht: Am 16. Mai steigt eine 70er und 80er-Party auf dem Hof des Mühlencafés von 16 bis 22 Uhr. DJ Cool Dee hat vor, nur Vinyl aufzulegen.
Wohlgemuth sagt, dass die Leute oft hören wollen, was sie schon kennen, er überrasche das Publikum aber gern. Die Musik, die er gern spielt, beschreibt er als „funky und groovy“. Eine reine Hip-Hop-Veranstaltung sei erst im Sommer geplant, sagt Wohlgemuth. Zum zweiten Mal organisiert er ein Hip-Hop Oldschool Camp als nichtöffentliche Veranstaltung am Frauensee bei Bestensee. „Ich will KW aus dem kulturellen Tiefschlaf holen“, sagt er.

Am Mühlencafé in Königs Wusterhausen soll eine Terrasse entstehen. Marcus Wohlgemuth erklärt, in welchem Rahmen die Party stattfinden soll.
Maria HäußlerAm Telefon erklärt der Inhaber des KWer Mühlencafés, dass er zusammen mit Wohlgemuth „etwas auf die Beine stellen“ will. „Wir wollen Partys im Außen- und Innenbereich in der Wassermühle am Schloss veranstalten“, sagt er. Bislang habe es ein erstes Kennenlernentreffen gegeben. In welchen Abständen die gemeinsamen Veranstaltungen dann stattfinden, sei noch nicht klar – Der Veranstaltungskalender im Sommer sei schon recht voll mit Hochzeiten und Geburtstagen. „Ich kann mir die nächste Party im Juli oder August vorstellen“, sagt er.
Ursprünglich wollten die Inhaber und der Veranstalter mit der ersten Party am 16. Mai die Eröffnung der Terrasse feiern. Der Bau wird zwar nicht pünktlich fertig, die Feier findet trotzdem statt.
Zukunftsmusik: Wohlgemuth will sein Hobby zum Beruf machen
Wohlgemuth steht auf dem hellen Kies vor dem Mühlencafé, der einmal die neue Terrasse werden soll und zeigt lächelnd in die oberen Etagen. Dort befinde sich ein großer Innenbereich, der sich für Veranstaltungen eigne. „Ich möchte musikalisch etwas in KW bewegen“, sagt er. Doch es fehle an geeigneten Locations.
In Königs Wusterhausen gibt es keine Diskothek mehr und das Event Center am Bahnhof müsste ein Veranstalter erst einmal füllen.
Wohlgemuth arbeitet in der Speisemanufaktur Adlershof, also in der Gastro. Gerade versuche er sich ein Netzwerk aufzubauen, um so regelmäßig aufzulegen, sagt er. Er reicht seine Kopfhörer herüber, um einen Song vorzuspielen, den er coproduziert hat. Rap über treibenden Klängen – sein Musikprojekt „Electro Brothers“ mischt Old School Hip-Hop mit elektronischen Beats. „Musik ist meine Leidenschaft“, sagt er. „Das Beste, was einem passieren kann, ist, wenn man sein Hobby zum Beruf macht.“ Die Veranstaltungsreihe im Mühlencafé ist auf jeden Fall ein Anfang.


