Rettungsdienst in Dahme-Spreewald: Krankenwagen selbst zahlen, so teuer ist es

Ein Krankenwagen-Einsatz wurde im Landkreis Dahme-Spreewald und Königs Wusterhausen bislang vom Kreis bezahlt. Doch damit ist jetzt Schluss. Jetzt werden Bürgerinnen und Bürger selbst zur Kasse gebeten.
Chris Heinig- Bürger in Dahme-Spreewald zahlen Rettungswagen zunächst selbst – auch rückwirkend für 2025.
- Ab Montag (4. Mai 2026) gelten Bescheide für 2025, ab 2. Halbjahr 2026 auch für 2026.
- Gebühren: Rettungstransportwagen 1.385,60 €, Notarzteinsatzfahrzeug 1.623,46 €, Krankentransport 631,13 €.
- Zahlung binnen 21 Tagen fällig, auf Antrag kann die Fälligkeit verschoben werden.
- Hintergrund ist ein Streit mit Krankenkassen über nicht gedeckte 6 bis 10 Mio. €; neue Verhandlungen am 5. Mai 2026.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ab Montag (4. Mai 2026) müssen Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Dahme-Spreewald die Kosten für einen Rettungswagen zunächst selbst zahlen – auch wenn eine spätere Erstattung durch die Krankenkassen möglich ist.
Betroffen sind laut Dana Handreck, Sprecherin des Kreises, nicht nur Einsätze ab dem 4. Mai 2026, sondern sämtliche Rettungsdienstleistungen aus den Jahren 2025 und 2026. Die Kosten müssen damit rückwirkend bezahlt werden.
Ab dieser Woche werde der Erlass der Bescheide mit den Rettungsdienstleistungen des Jahres 2025 beginnen, so Handreck weiter. Die Kreisverwaltung gehe davon aus, dass mit Beginn des 2. Halbjahres 2026 Bescheide für Rettungsdienstleistungen des Jahres 2026 erlassen werden. Aufgrund der erheblichen Verzögerungen rechne man derzeit zudem damit, dass zwischen der Inanspruchnahme von Rettungsdienstleistungen und dem Erlass des diesbezüglichen Bescheides ein Zeitraum von bis zu sechs Monaten liegen könne.
Krankenwagen in LDS und Königs Wusterhausen: So viel kostet es
Im Landkreis Dahme-Spreewald müssen Bürgerinnen und Bürger mit folgenden Gebührensätzen rechnen:
- Rettungstransportwagen 1.385,60 € inkl. Leitstellengebühr
- Notarzteinsatzfahrzeug 1.623,46 € inkl. Leitstellengebühr
- Krankentransportwagen 631,13 € inkl. Leitstellengebühr
Die Entstehung der Kosten in LDS, die sich zu anderen Landkreisen und kreisfreien Städten unterscheiden, erklärt die Sprecherin folgendermaßen: „Im Landkreis Dahme-Spreewald sind diese Aufwendungen unter anderem durch den Flughafen, die große Flächenausdehnung und die damit verbundenen längeren Wege geprägt. Um die gesetzlich vorgegebenen Hilfsfristen zuverlässig einzuhalten, ist eine entsprechend dichtere Vorhaltung von Rettungsmitteln erforderlich. Dies führt zu höheren Vorhaltekosten, die in die Gebühren einfließen.“ Zudem bestünden Unterschiede in der konkreten Organisationsstruktur des Rettungsdienstes, etwa bei der Personalstruktur oder der Einbindung externer Leistungserbringer. Auch das beeinflusse die Kosten.
21 Tage Frist, um Kosten für Krankenwagen zu bezahlen
Laut Sprecherin würden die Gebühren und Auslagen innerhalb von 21 Tagen nach der Bekanntgabe des Bescheides fällig. Auf Antrag bestehe jedoch die Möglichkeit, die Fälligkeit der Zahlung zu verschieben.
Grund dafür, dass Bürgerinnen und Bürger Rettungsdienstleistungen übernehmen müssen, ist, dass die Krankenkassen die Gebührensatzungen einiger Brandenburger Landkreise und kreisfreier Städte als Träger des Rettungsdienstes anzweifeln. Das betrifft zum Beispiel auch den Landkreis Märkisch-Oderland und die Stadt Cottbus. Handreck zufolge geht es in dem Streit zwischen LDS und den Krankenkassen um einen nicht gedeckten Betrag von sechs bis zehn Millionen Euro.
Kosten für Krankenwagen in LDS: Verhandlungen gehen weiter
In einer Pressemitteilung des Kreises vom 30. April 2026 hieß es, die Verhandlungen zwischen dem Landkreis Dahme-Spreewald und den gesetzlichen Krankenkassen über die Finanzierung der sogenannten „bodengebundenen Rettungsdienstleistungen“, sind ohne Einigung beendet worden.
Am 5. Mai 2026 sollen die Verhandlungen zwischen dem Landkreis und dem Verband der Ersatzkassen (vdek) in die nächste Runde gehen, teilt Handreck nun mit. Gesundheitsminister René Wilke soll dabei weiterhin vermitteln. Die Antwort des vdek zu den aktuellen Verhandlungen steht noch aus.

