Schule in Königs Wusterhausen: Wöchentlicher Schwimmunterricht könnte wegfallen

Das Strandbad Neue Mühle in Königs Wusterhausen. Das Schwimmbad wurde als möglicher Ort für den neuen Schwimmunterricht ins Gespräch gebracht.
Till Eichenauer- Königs Wusterhausen prüft das Ende des wöchentlichen Schwimmunterrichts wegen hoher Kosten.
- Etwa 204.000 Euro fielen im vergangenen Jahr an – Busfahrten machten etwa die Hälfte aus.
- Vorgeschlagen ist Schwimmunterricht in Blöcken, etwa je eine Schwimm-Woche pro Halbjahr.
- Die Verwaltung befürwortet die Prüfung und verweist auf frühere Schwimmlager an einer Schule.
- Kritik kommt von Bürgern und dem Schulleiter, der Überlastung und Unterrichtsausfall nennt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Rund 204.000 Euro hat die Stadt für den Schwimmunterricht der Schülerinnen und Schüler in Königs Wusterhausen im vergangenen Jahr ausgegeben. Das berichtet Kristin Malleikat, Sachgebietsleitung für Schulverwaltung, Jugend und Sport, im Sozialausschuss (14.04.) der Stadt. Rund die Hälfte davon entfiel allein auf die wöchentlichen Busfahrten der Schüler zu den Schwimmstätten, der Rest auf den Unterricht und den Eintritt.
Zudem hätten die Kinder – bis sie umgezogen und im Wasser sind – oft nur 45 Minuten effektive Schwimmzeit, sagt Jacqueline Beyes, die für die SPD in der Stadtverordnetenversammlung und ebenfalls im Sozialausschuss sitzt: „Teilweise verbringen die Kinder mehr Zeit mit Anfahrt und Umziehen als tatsächlich im Wasser.“
Mit einem nun eingebrachten Antrag hat die SPD-FDP-Fraktion die Prüfung eines neuen Konzepts für den Schwimmunterricht beantragt: längere Schwimmlager als Alternative zum wöchentlichen Schwimmunterricht. Damit sollen die Kosten bei Transport und Betreuung reduziert und die Wasserzeiten verlängert werden.
Schwimmunterricht auch in Königs Wusterhausen Pflicht
Laut den Vorgaben des Landes Brandenburg ist es verpflichtend, in der dritten Jahrgangsstufe insgesamt 40 Stunden Schwimmunterricht durchzuführen. Ob dies in einem wöchentlichen Schwimmunterricht oder in längeren Blöcken, etwa in einer Art Ferienlager, stattfindet, ist dort nicht festgelegt. In der Sitzung wurde etwa der Vorschlag gemacht, jeweils eine Schwimm-Woche pro Halbjahr einzuführen. Nicht zwingend als Ferienlager – die Kinder könnten abends auch wieder zur Übernachtung nach Hause zurückkehren.
Kurz vor der Sitzung des Sozialausschusses hat die Stadt in einer Stellungnahme die Prüfung der Schwimmlager klar befürwortet. Kristin Malleikat sagte in der Sitzung, der Antrag spreche der Verwaltung „aus der Seele“. Man habe bereits mit der Erich-Kästner-Grundschule in der Vergangenheit vergleichbare Schwimmlager durchgeführt.
Bedenken von Bürgern und Schulleitung in Königs Wusterhausen
Ihrer Stellungnahme hat die Verwaltung daher auch gleich ein Dokument angefügt, in dem der Schulleiter der Erich-Kästner-Grundschule die Vor- und Nachteile aufzählt. In der Liste kommen dann – bei allen Vorteilen – doch noch einige kritische Punkte auf. So falle etwa in der Schwimm-Woche der reguläre Unterricht aus und müsse nachgeholt werden. Zudem sei auch ein solches Lager ein großer organisatorischer Aufwand. Und eine ganze Woche schwimmen könnte Kinder anstrengen und körperlich und mental überfordern, so der Schulleiter.
Aus der Bevölkerung kam Kritik an den Überlegungen. Ein Mann aus Ziegenhals hatte von dem Vorhaben gehört und brachte seine Besorgnis über die Kürzung des Schwimmunterrichts in der Einwohnerfragestunde zum Ausdruck: „Meine Frau und ich sehen regelmäßig die Kinder im Wildorado in Wildau schwimmen und können dort die Fortschritte bezeugen.“ Dieses System aus Kostengründen zu streichen, schmerze ihn. „Ich fühle mich ganz unwohl bei dem Gedanken.“
Sorgen, dass die Kinder nicht ausreichend vorbereitet werden könnten, versuchte Kristin Malleikat auszuräumen. „Es könnte für das Lager etwa das Strandbad Neue Mühle genutzt werden – das Schwimmenlernen in einem See ist am nächsten an der Realität der Kinder in unserer Region.“
Auch wenn es zwischendurch kritische Nachfragen von einigen Gemeindevertretern zum Thema gab, stimmte der Sozialausschuss schlussendlich zumindest der Prüfung des Vorhabens einstimmig zu.

