Streik in Königs Wusterhausen
: Welche Apotheken geöffnet bleiben - mit Karte

Die Apotheken streiken für höhere Honorare. Wie Apotheker aus Königs Wusterhausen ihre Entscheidung für oder gegen den Streiktag begründen und wo man noch Medikamente bekommt.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Schloss-Apotheke

Die Schloss-Apotheke in Königs Wusterhausen bleibt am Streiktag geöffnet. Zu den Gründen äußert sich der Betreiber Arndt Fleischer am Telefon.

Christian Heinig
  • Apotheken streiken am 23. März 2026 für höhere Honorare; Demo und Kundgebung in Berlin.
  • Forderung: Inflationsausgleich; Erhöhung pro Packung von 8,35 auf 9,50 Euro gefordert.
  • In KW streiken: Linden Apotheke Niederlehme, Zernsdorf, Bestwin Apotheke in Bestensee.
  • Wiesen-Apotheke bleibt am 19. März entschieden geschlossen.
  • Geöffnet in KW: Sabelus Apotheke XXL, Apotheke am Fontaneplatz, Schloss-Apotheke.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Vorstand des Apothekerverbandes Brandenburg hat die Apotheken im Land aufgerufen am bundesweiten Protesttag am 23. März 2026 teilzunehmen, um für höhere Honorare zu kämpfen. Geplant ist ein Streiktag mit Demonstration und anschließender Kundgebung in Berlin. Notapotheken sollen die Versorgung sicherstellen.

Die Initiatoren argumentieren, dass ein Inflationsausgleich fällig sei. Die Bundesregierung hatte diesen versprochen, aber noch nicht umgesetzt. Außerdem warnen sie vor den Plänen, Apotheken auch ohne anwesende Apothekerinnen oder Apotheker zu öffnen, um zu sparen. Verlierer seien die Patienten und ihre Sicherheit.

Auch in Königs Wusterhausen beteiligen sich einige Apotheken, andere bleiben geöffnet. Die Chefs haben sich am Telefon zu den Gründen geäußert.

Die Linden-Apotheken in Königs Wusterhausen streiken

Betreiberin Sandra Heyer hat sich entschieden mit ihren drei Apotheken am Streik teilzunehmen. Dazu gehören die Linden Apotheke in Niederlehme, die Linden Apotheke in Zernsdorf und die Bestwin Apotheke in Bestensee. „Es wird Zeit, dass Dinge, die für uns im Koalitionsvertrag beschlossen wurden, umgesetzt werden“, sagt Heyer am Telefon. „Es geht darum, dass wir seit 14 Jahren keine Inflationsausgleichszahlung erhalten haben und auf den Kosten sitzen bleiben, weshalb sehr viele Apotheken schließen müssen.“ Während die Kosten für Personal und anderes steigen, hätten Apotheken eine Preisbindung, erklärt sie.

Auch der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) argumentiert mit dem packungsbezogenen Honorar, das von der Bundesregierung festgelegt wird. Dieses sei im Gegensatz zu den Kosten in den letzten 13 Jahren nicht gestiegen. Die Apotheken würden „kaputtgespart“ und die im Koalitionsvertrag festgehaltene Erhöhung von 8,35 Euro auf 9,50 Euro pro Packung müsse jetzt kommen.

„Ich hab mich noch nicht entschieden“, sagte der Geschäftsführer der Wiesen-Apotheke in der Luckenwalder Straße am 18. März noch. Er habe insgesamt drei Apotheken und wisse noch nicht, welche er zumache. Er berücksichtige dabei auch die Meinungen seiner Mitarbeitenden. Am 19. März war dann klar: Die Wiesen-Apotheke bleibt geschlossen.

Streik: Diese Apotheken in Königs Wusterhausen bleiben geöffnet

Die Sabelus Apotheke XXL in der Eichenallee und die Apotheke am Fontaneplatz nehmen nicht am Streik teil. Die Versorgung in Königs Wusterhausen bleibt also über die Notapotheken hinaus erhalten.

Auch die Schloss-Apotheke in der Scheederstraße hat sich dafür entschieden, am Montag für die Kundinnen und Kunden in Königs Wusterhausen da zu sein. Geschäftsführer Arndt Fleischer sagt, dass er mit seiner Apotheke im Alexa, einem Einkaufszentrum in Berlin, am Streik teilnehmen wird. Die Mitarbeitenden würden auch an der Demonstration und der Kundgebung am Roten Rathaus in Berlin teilnehmen.

„Hier draußen in KW konnten wir uns mit den Kollegen nicht darauf verständigen“, sagt Fleischer. „Einige hatten daran kein Interesse. Außerdem haben wir hier eine andere Versorgungsstruktur und viele ältere Kunden.“