Stromausfall in Königs Wusterhausen
: Wo es Hilfe gibt, wenn das Licht ausgeht

Kein Strom, keine Heizung, kein Licht – kommt es in Königs Wusterhausen zum Stromausfall, geht in der Stadt ein Katastrophen-Leuchtturm an. Wo er stehen würde und was er leisten kann.
Von
Till Eichenauer
Königs Wusterhausen
Jetzt in der App anhören
Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Neu Zittau unterstützten die Kameraden aus Wernsdorf, Niederlehme und Königs Wusterhausen.

Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Neu Zittau unterstützten bei einem Einsatz in der Nacht. Im Katastrophenfall sind die hauptamtlichen und freiwilligen Feuerwehrkräfte rund um die Uhr im Einsatz.

Dennis Lloyd Brätsch
  • Königs Wusterhausen bereitet sich mit „Katastrophen-Leuchttürmen“ auf Stromausfälle vor.
  • Die Paul-Dinter-Halle dient als zentrale Anlaufstelle für Hunderte Menschen.
  • Angebote: Erste Hilfe, Wasser, Notrufe und Kinderbetreuung – keine Vollversorgung.
  • In Ortsteilen ergänzen Feuerwehrwachen als kleinere „Leuchtpunkte“ das System.
  • Bevölkerung soll sich eigenständig mit Lebensmitteln, Licht und Radio vorbereiten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Berlin sind derzeit Zehntausende Haushalte ohne Strom. Ein Anschlag auf ein Stromkabel hat ganze Stadtteile lahmgelegt. Menschen frieren in ihren Wohnungen, weil auch die Heizung nicht mehr anspringt, und zünden Kerzen an für ein wenig Licht. Fünf Tage könnte der „Blackout“ bei Schnee und Minusgraden andauern.

„Wir sehen in Berlin, wie schnell es gehen kann, dass der Strom weg ist“, sagt Jörn Bienge-Stutzki, stellvertretender Stadtwehrführer in Königs Wusterhausen. Es muss auch kein Anschlag sein wie in Berlin, oder gar ein militärischer Konfliktfall, der das Stromnetz zum Erliegen bringt. „Es reicht auch ein Bagger, der versehentlich ein großes Kabel erwischt“, so der Feuerwehrmann.

In Königs Wusterhausen will man auf jeden Ernstfall vorbereitet sein und hat deshalb sogenannte „Katastrophen-Leuchttürme“ eingerichtet. Hier sollen Bürgerinnen und Bürger im Notfall schnell Hilfe und Informationen bekommen.

Paul-Dinter-Halle in Königs Wusterhausen als Notfall-Zentrum

In der Stadt gibt es zwei Standorte für diese Leuchttürme: die Paul-Dinter-Halle, südlich des Stadtzentrums, und das Rathaus. Für die Bevölkerung ist vorrangig die Paul-Dinter-Halle relevant, erklärt Jörn Bienge-Stutzki: „Die große Sporthalle liegt zentral in der Stadt und ist somit für viele Bürger fußläufig erreichbar. Dort können sich mehrere Hundert Personen zeitgleich aufhalten.“

Sobald der Krisenstab der Stadt entscheidet, dass der Leuchtturm aktiviert wird, wird die Halle innerhalb kurzer Zeit zur zentralen Anlaufstelle für Hilfesuchende im Stromausfall umgebaut. Ob und wann der Leuchtturm aktiviert wird, entscheidet die Stadt gemeinsam mit der Feuerwehr – abhängig von Ausmaß und Dauer des Stromausfalls.

Jörn Bienge-Stutzki, stellvertretender Stadtwehrführer in Königs Wusterhausen, vor einem Generator. Damit werden im Notfall die Katastrophen-Leuchttürme versorgt.

Jörn Bienge-Stutzki, stellvertretender Stadtwehrführer in Königs Wusterhausen, vor einem Stromgenerator. Damit werden im Notfall die Katastrophen-Leuchttürme versorgt.

Till Eichenauer

Für Jörn Bienge-Stutzki ist wichtig, zu betonen, was man in der Paul-Dinter-Halle im Krisenfall erwarten kann – und was nicht: „Der Leuchtturm soll eine Anlaufstelle sein für Leute, die ein Problem haben. Dort bekommt man Informationen, medizinische Ersthilfe und Wasser – aber keine Vollversorgung.“ Das Angebot ist in sieben Stationen unterteilt.

Diese sieben „Stationen“ gibt es im Katastrophen-Leuchtturm in Königs Wusterhausen

  • Rezeption: Hier tragen Sie Ihr Anliegen vor und werden anschließend an die zuständige Station weitergeleitet, wobei nicht jedes Anliegen zu einer Aufnahme im Leuchtturm führt.
  • Erste Hilfe: Hier erhalten Sie klassische Erste Hilfe und es wird entschieden, ob weitere Maßnahmen oder die Alarmierung des Rettungsdienstes nötig sind.
  • Kommunikation: An dieser Station können Sie Notrufe absetzen lassen sowie Hilfe für Pflegebedürftige oder andere Rettungsdienste anfordern.
  • Trinkwasser: Hier bekommen Sie frisches Trinkwasser für den Eigenbedarf, sofern Sie einen eigenen Behälter mitbringen.
  • Versorgung: Hier können Sie mitgebrachte Speisen aufwärmen und essen, jedoch wird keine Verpflegung ausgegeben.
  • Sanitäranlagen: Hier gibt es die Möglichkeit, die Toilette zu benutzen.
  • Spielecke/Kinderbetreuung: An dieser Station können Sie Ihre Kinder betreuen und beaufsichtigen, wenn dies zu Hause nicht möglich ist.

Für die Notfallversorgung stehen in der Paul-Dinter-Halle ein Stromaggregat, eine Station mit Satelliten-Internet und ausreichend Trinkwasser bereit. Für die Organisation und die Hilfe werden Angehörige der Feuerwehr, Mitarbeitende der Stadtverwaltung, des Ordnungsamts und Ehrenamtliche herangezogen. Auch Ärztinnen und Ärzte aus der Stadt haben sich bereit erklärt, bei Bedarf im Leuchtturm zu helfen.

Das Rathaus ist der zweite ausgewiesene Standort, an dem eine Notstromversorgung aufgebaut wird. Dieser Leuchtturm dient aber in erster Linie der Verwaltung und Koordination der Krisenmaßnahmen. Eine Öffnung für die Bevölkerung ist nur geplant, falls die Kapazitäten der Paul-Dinter-Halle ausgeschöpft sind. In der Corona-Pandemie wurde die Halle für die flächendeckenden Impfungen umgebaut.

Kleinere Leuchtpunkte in den Ortsteilen von Königs Wusterhausen

Neben den beiden großen Katastrophen-Leuchttürmen in Königs Wusterhausen soll es in den Ortsteilen auch kleinere, sogenannte Leuchtpunkte geben. Sie dienen als Ergänzung zum zentralen Leuchtturm in der Paul-Dinter-Halle und sind vorrangig für Informationen und schnelle Hilfe gedacht. Die Leuchtpunkte sind in der Regel die Feuerwehrwachen der einzelnen Ortsteile.

Finanziert werden die Katastrophen-Leuchttürme vom Land Brandenburg. Jörn Bienge-Stutzki, der in der Feuerwehr Königs Wusterhausen auch für den vorbeugenden Brandschutz zuständig ist, setzt das Projekt in der Stadt um. Mit ungewöhnlichen Herausforderungen kennt er sich aus. Vor einigen Jahren hat er noch die Werkfeuerwehr und den Brandschutz im Tropical Island geleitet.

Jörn Bienge-Stutzki betont aber, dass die Einsatzkräfte und die Stadt trotz aller Vorbereitungen nur bedingt Hilfe leisten können. Wichtig sei es für die Bevölkerung, sich selbst mit einem möglichen Notfall auseinanderzusetzen: „Jeder sollte so vorbereitet sein, dass er sich und seine Familie einige Zeit mit Lebensmitteln, einem batteriebetriebenen Radio und einer Lichtquelle selbst versorgen kann. Der Leuchtturm ist für Notfälle da, aber Eigenvorsorge ist das Wichtigste.“