Tanken in Königs Wusterhausen
: Wie gehen Handwerker mit den hohen Spritpreisen um?

Maler, Heizungsbauer und Sanitärtechniker aus Königs Wusterhausen haben seit dem Irankrieg höhere Anfahrtskosten, auch das Material wird teurer. Wie gehen sie damit um? Und was erwartet Kunden?
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Die Sprint Tankstelle am A10 Center Wildau am 10. April 2026 und ein Handwerker (Symbolbild). Die hohen Spritpreise geben viele Handwerker an ihre Kunden weiter.

Die Sprint Tankstelle am A10 Center Wildau am  und ein Handwerker (Symbolbild). Die hohen Spritpreise geben viele Handwerker an ihre Kunden weiter.

Maria Häußler und Jens Büttner/dpa
  • Handwerker in Königs Wusterhausen spüren höhere Sprit- und Materialkosten seit dem Irankrieg.
  • Elektroinstallateur Müller erhöht Preise insgesamt, da auch Materialien teurer transportiert werden.
  • Maler Plewe gibt Mehrkosten derzeit nicht weiter – er will Kundschaft nicht abschrecken.
  • Heizungsbauer Kollert hob die Kilometerpauschale um zehn Prozent an – bis 25 km jetzt etwas über 60 Euro.
  • Leichte Entspannung an Zapfsäulen, doch Preise liegen weiter über dem Niveau vor dem Irankrieg.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Tanken ist in den letzten ein bis zwei Monaten teurer geworden. Zwar zeichnet sich inzwischen eine leichte Entspannung an den Zapfsäulen ab, doch liegen die Preise für Diesel und Benzin weiterhin deutlich über dem Niveau vor dem Irankrieg. Vor allem Pendler spüren das im Alltag, aber auch viele Berufsgruppen, die auf das Auto angewiesen sind, etwa Handwerker oder Pflegedienste.

Einige Branchen können die höheren Kosten kaum an ihre Kunden weitergeben, wie etwa Taxifahrer. Handwerker hingegen haben die Möglichkeit, Anfahrtskosten oder Materialpreise entsprechend anzupassen – am Ende zahlt das häufig der Endverbraucher, also der Kunde.

Elektroinstallateure, Heizungsbauer und Maler aus Königs Wusterhausen gehen dabei jedoch ganz unterschiedlich mit den gestiegenen Spritkosten um.

Spritpreise in Königs Wusterhausen: umlegen oder selbst zahlen?

„Natürlich muss ich die Preise erhöhen, geht ja nicht anders“, sagt Bernd Müller, Inhaber des Elektroinstallationsbetriebs „Müller & Söhne“, am Telefon. Um wieviel es mehr kostet, könne er nicht sagen. Es ginge nicht nur um die Anfahrt, sondern die Kosten insgesamt. „Grundsätzlich musst du alles erhöhen, weil das Material auch teurer wird. Das wird ja auch transportiert“, sagt Müller. „Das spürt man sofort, die haben alle nichts zu verschenken.“ Im Moment hielten sich die Kunden deshalb allerdings noch nicht mit Aufträgen zurück, so der Elekroinstallateur aus KW.

Maler Steven Plewe ist anderer Meinung. Aktuell gebe er die gestiegenen Kosten für Sprit nicht an seine Kundinnen und Kunden weiter. „Wir müssen damit erstmal so umgehen, die Kunden schreckt das ja sonst auch wieder ab“, sagt er. Plewe ist vor zwei Jahren mit seinem Betrieb aus Berlin nach Königs Wusterhausen gezogen.

Dass Handwerker sehr gefragt sind, sei zwar richtig. Plewe sagt aber, er wolle seinen Kunden gegenüber „fair sein“. „Die können ja auch nichts dafür.“ Noch sei das alles kalkulierbar und sein Betrieb dadurch nicht gefährdet.

Es gibt bereits erste Maßnahmen für eine Entlastung. Die Bundesregierung hat sich auf eine Steuersenkung um 17 Cent auf Diesel und Benzin für zwei Monate verständigt. Allerdings wird die Steuer nach diesen zwei Monaten wieder automatisch steigen.

Handwerker verlangt zehn Prozent höhere Kilometerpauschale

„Wir haben natürlich höhere Anfahrtskosten, und das schon seit Jahren“, sagt Lars Kollert, Inhaber des Betriebs „Heizung Königs Wusterhausen“. Grund seien neben den gestiegenen Spritpreisen auch die Preise für Autos. Dann kam der Irankrieg. „Im letzten Monat hat sich die Kilometerpauschale um zehn Prozent erhöht“, sagt Kollert. „Wir nehmen bis 25 Kilometer eine Pauschale von 55 Euro, jetzt sind es etwas über 60 Euro.“

Das mittelständische Unternehmen ist seit 25 Jahren in der Region tätig und macht alles, was mit Heizungssystemen und Sanitäranlagen zu tun hat. Die meisten Kunden kommen aus Königs Wusterhausen, Eichwalde und Zeuthen. Nach Berlin fahren seine Mitarbeiter nicht mehr. Einen Rückgang bei den Aufträgen spürt Lars Kollert nicht. „Es gibt gar keine Handwerker mehr. Die Kunden müssen das ja machen“, sagt er. „Für uns ist es nicht schlimm, für den Endkunden ist es schlimmer.“

Auch die Großhändler legen die Spritpreise um, so Kollert. Die Energiekostenpauschale sei demnach von sechs auf zwölf Euro gestiegen.