Vogelgrippe in Königs Wusterhausen: Steigen jetzt die Preise für Gans und Ente?

In Königs Wusterhausen hat die Vogelgrippe auch Auswirkungen auf das Weihnachtsessen. Kann man sich in diesem Jahr die Gans mit Rotkohl und Klösen noch leisten?
Christin Klose/dpa- Vogelgrippe in Brandenburg: Aufstallungspflicht seit 29. Oktober, viele Tiere betroffen.
- Preise für Gans und Ente steigen in Königs Wusterhausen, laut Wirtshaus Sophien-Stübchen.
- Restaurantpreise: Gänsekeule 25,90 €, Entenbrust 26,50 €, teure Einkaufskosten belasten.
- Fleischerei Meat Bringer: Preise stabil, aber frühere Schlachtung wegen Infektionsrisiko.
- Kunden bevorzugen Freilandtiere, Weihnachtsgänse nur gefroren und auf Vorbestellung erhältlich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Brandenburg werden immer mehr Vögel gefunden, die an der Vogelgrippe gestorben sind. Seit dem 29. Oktober gilt auch im Landkreis Dahme-Spreewald eine sogenannte Aufstallungspflicht, die Vögel dürfen also nicht mehr frei laufen. Im Falle einer Infektion müssen alle Tiere im Stall gekeult, also getötet, werden.
Hat die Vogelgrippe Auswirkungen auf die Preise und das Angebot? Müssen Familien aus dem Raum Königs Wusterhausen die traditionelle Weihnachtsgans oder Ente in diesem Jahr von der Wunschliste streichen?
Das Wirtshaus Sophien-Stübchen bietet am Kirchplatz in Königs Wusterhausen deftige Speisen an. Sankt Martin, also der 11. November, läutet in dem Restaurant mit deutscher Küche die Gänse-Zeit ein. Die Gänse- oder Entenkeule oder -Brust serviert das Team mit Kartoffelklößen, Rot- und Grünkohl.
Sophien-Stübchen in Königs Wusterhausen: Die Preise steigen
Inhaber Sebastian Gellrich klagt über gestiegene Preise in diesem Jahr. Das Fleisch sei im Einkauf viel teurer geworden. Das liege „definitiv“ auch an der Vogelgrippe. „Es ist schon schwer, überhaupt Gänsekeulen ran zu kriegen“, sagt er. Im Einkauf koste eine Keule mittlerweile acht Euro. Für ein Gericht mit Gänsekeule ruft der Wirt 25,90 Euro auf und für die Brust 26,50 Euro. Ente ist mit 24,50 etwas günstiger. „Eigentlich müssten wir es noch teurer machen“, so Gellrich.
Das Sophien-Stübchen sei in der Adventszeit „relativ gut ausgebucht“. Am Weihnachtsabend seien momentan noch Tische frei.
Olaf Mahr, der Inhaber von „Meat Bringer“ aus Wildau, sagt dagegen, dass die Vogelgrippe seine Preise bislang nicht beeinflusst habe. „Seit zwei Jahren sind die Preise stabil“, sagt der Fleischer. „Man könnte ja meinen, dass die explodieren, aber sie sind nicht gestiegen.“ 23 Euro pro Kilogramm für die Gans und 22 Euro pro Kilogramm für die Flugente verlangt er. Es handle sich dabei um Freilandtiere aus Beelitz.
Meat Bringer in Wildau: Frühere Schlachtung wegen Vogelgrippe
Allerdings sei wegen der Vogelgrippe die Entscheidung für eine frühere Schlachtung gefallen. „Wir haben jetzt angefangen zu schlachten“, sagt Mahr am Telefon. „Glücklicherweise waren die Tiere schon relativ groß.“ Vier bis fünf Wochen würden den Vögeln eigentlich noch fehlen, um die richtige Größe zu erreichen. Trotz Stallpflicht sei das Risiko zu hoch. „Wenn ein Spatz oder Rabe reinfliegt, würde er den ganzen Bestand infizieren“, sagt Mahr.
Momentan sei das Fleisch noch frisch zu haben, es halte sich zehn Tage, sagt Mahr. Die Weihnachtsgans oder Ente holen die Kunden in diesem Jahr allerdings schockgefrostet ab. Die gibt es nur mit Vorbestellung. Ab 100 Euro ist laut Website auch eine Lieferung möglich.
Mahr sagt, er habe in diesem Jahr mehrere hundert Tiere gekauft. „Wir merken, dass eine gewisse Unsicherheit da ist bei den Konsumenten“, sagt er. Aber die Vorbestellungen liefen momentan gut an, auch wenn das Fleisch gefroren ist. „Den Kunden ist es wichtiger, dass die Gänse draußen und glücklich waren und gut gefüttert wurden.“

