Zirkus in Königs Wusterhausen
: Direktor erzählt über sein Leben im „Hoppla Hopp“

In Niederlehme, Königs Wusterhausen, beginnt der „Circus Hoppla Hopp“. Zirkusdirektor Sven Rogall erzählt, worauf er sich freut und was ihn herausfordert.
Von
Marlene Wetzel
Königs Wusterhausen
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Zirkusdirektor des „Circus Hoppla Hopp“ Sven Rogall in einem maßgeschneiderten Frack. Der Zirkus gastiert in Niederlehme, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen.

Marlene Wetzel
  • In Niederlehme startet der „Cirkus Hoppla Hopp“ am Mittwochabend (29. Juli) um 17 Uhr.
  • Direktor Sven Rogall führt den Familienbetrieb: Mitmach-Programm, Dino-Show und Tierdressur.
  • Die Familie übernimmt alles selbst – Kosten, Genehmigungen und Publikumsschwund setzen sie unter Druck.
  • Rogall hält viele Tiere und verweist auf Kontrollen, Chips und Impfungen, Kritik am Tierschutz bleibt Thema.
  • Vorstellungen bis 16. August in der Wernsdorfer Straße – Freitag Familientag, Tickets auch per WhatsApp.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Manege frei!“ heißt es am Mittwochabend (29. Juli) in Niederlehme: Der „Circus Hoppla Hopp“ gibt dort um 17 Uhr seine erste Vorstellung in diesem Sommer. „Unser Zirkus ist zum Mitmachen“, beschreibt Direktor Sven Rogall das Programm.

Am Vormittag sitzt er vor seinem Wohnwagen, erzählt vom Leben im Zirkus und erklärt seine Sicht auf den Tierschutz. Seit 2008 gibt es den Hoppla Hopp, einen Familienbetrieb mit vier Mitgliedern in unterschiedlichen Rollen.

Sven ist nicht nur der Direktor, sondern dressiert auch die Tiere, spielt den Dinosaurier in der Dino-Nummer, kraxelt in 11 Meter Höhe, um das Zelt aufzubauen, hängt Werbeplakate auf, organisiert die Tour – und managt die Familie. Seine Frau, mit der er 26 Jahre zusammen gewesen sei, sei vor sechs Jahren gestorben, berichtet er traurig.

Eine echte Zirkusfamilie

Sven Junior Jürgen (Jürgen ist der Name seines Großvaters), 11 Jahre alt, spielt den Clown Peppino. Das erste Mal sei er mit drei Jahren in der Manege gewesen und es mache ihm immer noch viel Spaß, lacht er. Auch wenn er manchmal traurig sei, gebe er immer sein Bestes. „Aber wenn es gar nicht geht, springe ich natürlich ein“, ergänzt sein Vater.

Sein Sohn besucht die Grundschule und wird online beschult. „Schule für Kinder beruflich Reisender“ nennt sich dieses Modell. Dabei muss Sven Junior Jürgen ein Schultagebuch führen, das regelmäßig kontrolliert wird. Auch Zeugnisse bekommt er. Während seiner Kindheit in Westberlin habe es so etwas noch nicht gegeben, so sein Vater, der selbst auch in einem Zirkus groß geworden ist.

Circus Hoppla Hopp, der in Niederlehme, Königs Wusterhausen, ab 29.7. stattfindet, lockt mit einer Live Dino-Show. Dazu steigt Sven Rogall in einen zwei Meter große Dinofigur. Wegen der Hitze befindet sich darin ein Ventilator.

Circus Hoppla Hopp, der in Niederlehme, Königs Wusterhausen, lockt ab dem 29.7. mit einer Live Dino-Show. Dazu steigt Sven Rogall in eine zwei Meter große Dinofigur. Wegen der Hitze befindet sich darin ein Ventilator.

Marlene Wetzel

Seine Tochter Shannon ist 25 Jahre alt und Seilakrobatin. Zudem gibt sie Kunststücke in einem Netz in der Luft zum Besten. Ein ehemaliger Akrobat des DDR-Staatszirkusses trainiere sie regelmäßig, berichtet Vater Sven. Nebenbei betreut sie die Website und die sozialen Medien des Zirkus, denn damit will ihr Vater „nichts zu tun haben“. Shannons Schwester Sophia ist 23, steht für eine Tauben- und Comedy-Nummer auf der Bühne und betreut die Kasse und den Imbiss.

Circus Hoppla Hopp: Tierschutz verstärkt Druck

„Wir machen alles selbst“, erklärt Rogall. Fremdpersonal finde er nicht mehr – und könne es sich auch nicht mehr leisten. Die Unkosten und der Druck seien im Vergleich zu früher gestiegen: die Platzmieten, Genehmigungen, der TÜV für das Zelt, die Versicherungen. Das Leben an sich sei auch teurer geworden und am Ende müsse er seine Familie ernähren. Wegen der gestiegenen Kosten, habe er seinen Zirkus diesen Sommer sogar vier Wochen lang pausieren müssen. Gleichzeitig gingen immer weniger Leute in den Zirkus. Auch wegen des Tierschutzes.

Rogall hat drei Kamele, zwei Pferde, vier Ponys, fünf Hunde und Tauben. Zumindest an diesem Vormittag erscheint die Koppel für die Pferde und Kamele ausreichend groß. Die Ponys stehen im Schatten unter einer Plane, die Hunde liegen in einem Zwinger. Die Tauben sind nicht zu sehen.

Sven Rogall auf der Koppel mit seinen beiden Pferden. Die Koppel sei größer als nötig, sagt er. Während der Vorstellungen tragen die Pferde kein Geschirr.

Sven Rogall auf der Koppel mit seinen beiden Pferden. Die Koppel sei größer als nötig, sagt er. Während der Vorstellungen tragen die Pferde kein Geschirr.

Marlene Wetzel

„Ich habe nichts zu verbergen, und jedem, der etwas wissen möchte, stehe ich Rede und Antwort“, gibt der Zirkusdirektor an. Die Haltung müsse stimmen, das Veterinäramt kontrolliere ihn regelmäßig. Seine Tiere seien alle gechipt und geimpft. Nicht zuletzt seien die Tiere nie länger als drei Stunden unterwegs. Die Vorstellungen fänden alle in Berlin oder Brandenburg statt, teilweise bleibe seine Familie mehrere Wochen am Stück an einem Ort und er richte den Tieren immer eine große Koppel ein. Nach eigenen Angaben sogar größer, als es die Richtlinien verlangen würden.

Die Kamele Kalli, Simba und Ali. Alle drei sind schon im Zirkus geboren.

Die Kamele Kalli, Simba und Ali. Alle drei sind schon im Zirkus geboren.

Marlene Wetzel

Aber er gibt auch zu, dass er sich einen Zirkus ohne Tiere nicht vorstellen könne. „Seitdem ich 13 Jahre alt bin, dressiere ich Tiere, ohne Prügel, Gewalt und Ketten. Und wo haben die Leute die Gelegenheit, etwa einem Kamel so nah zu kommen?“ Dennoch glaubt er, dass es irgendwann darauf hinauslaufen werde. „Doch das erlebe ich hoffentlich nicht mehr.“

Ob er sich vorstellen könne, etwas anderes zu machen? Schließlich sei das Leben im Zirkus anstrengend: immer unterwegs, immer körperlich aktiv. „Auf gar keinen Fall“, meint er, „mir macht das immer noch Spaß.“ Und seine Kinder? „Ich lege ihnen keine Steine in den Weg.“ Sein ältester Sohn und seine eigenen Schwestern etwa würden keinen Zirkus mehr machen. Und ob das Leben im Zirkus einsam sei? Nein, sie seien eine große Familie mit mehreren Zirkussen und besuchten einander.

Circus Hoppla Hopp

Vom 29. Juli bis zum 16. August findet der Zirkus täglich um 17 Uhr in der Wernsdorfer Straße in Niederlehme statt. Sonntags um 15 Uhr. Montag und Dienstag sind Ruhetage. Am 16. August startet die Vorstellung um 11 Uhr.

Logenplätze: Erwachsene zahlen 22 Euro, Kinder 20 Euro.
Parkettplätze: Erwachsene zahlen 20 Euro, Kinder 16 Euro.

Freitag ist Familientag: Alle Plätze kosten 12 Euro. Mittwoch und Donnerstag zahlen Erwachsene die Kinderpreise.

Tickets gibt es unter: 01749424032 (auch per WhatsApp) und 30 Minuten vor der Vorstellung.

Mehr Infos unter: circus-hopplahopp.com und Instagram: circus_hopplahopp_