Von einer „anspruchsvollen Zeit“ sprach Landrat Ralf Reinhardt (SPD) auf seiner Ehrenamtsveranstaltung. Umso schöner sei es, dass „endlich wieder“ an Normalität zu denken sei. Dazu zählt dieser besondere Tag, den der Landrat sowie Kreissportbund (KSB) seit 1997 gemeinsam durchführen.

250 000 Euro über Fördergelder vom Kreis

Reinhardt weiter: „Wir nehmen mit aus dieser Corona-Zeit, dass Sport auch übers Internet geht. Aber nichts schlägt analogen Sport“, das heißt persönlicher Kontakt. „Sport ist eine Form von Sozialarbeit. Die Folgen wenn sie fehlt, haben wir gespürt.“ Er hat dabei die Waage im Blick, die Persönlichkeiten, die sich ändern, und das Gefahrenpotenzial in der Einsamkeit. Umso mehr gelte es, solche Traditionen wie den Ehrenamtstag nicht aufzugeben.
Ehrennadel des KSB in Silber: Jutta Schmidt und Jörg Hoffmann sind Mitglieder der Sport- und Schützengilde Zechlin. Sie zählen zu dem Quartett, das die Silberne Nadel bekam.
Ehrennadel des KSB in Silber: Jutta Schmidt und Jörg Hoffmann sind Mitglieder der Sport- und Schützengilde Zechlin. Sie zählen zu dem Quartett, das die Silberne Nadel bekam.
© Foto: Matthias Haack
Er sprach von einer Viertel Million Euro, die der Kreis Ostprignitz-Ruppin für den Sport ausgeben werde, plus 80 000 Euro von der Sparkasse. Das sind erkleckliche Fördersummen für die Vereine. 164 sind es in OPR, 13.300 Mitglieder in Sportvereinen, unterstrich KSB-Vorsitzender Markus Fetter. Und es sind etwa 3500 Funktionäre, die mit Hintergrundarbeit dafür sorgten, dass es in den ganz schwierigen Monaten nicht die großen Einschnitte bei der Mitgliederzahl in den letzten eineinhalb Jahren gab. Jeder Siebte im Kreis gehört einem Sportverein an, das ist ein Spitzenwert im Flächenland Brandenburg.

Union Neuruppin beeindruckt mit seinen Handballern

„Handball macht Schule“ – mit diesem Projekt bewarb sich der SV Union in der Kategorie Nachwuchs. Aus den fünf Anträgen entschied sich die Jury deshalb für die Neuruppiner, weil sie auf Beständigkeit setzen. Seit 20 Jahren bietet der Verein seine Unterstützung bei einer Reihe von schulischen Veranstaltungen an, ob Arbeitsgemeinschaften, ob Kampfrichter bei Wettbewerben „Jugend trainiert für Olympia“ oder Betreuer bei diesen Turnieren, ob bei den Talentiaden, ob Ausrichter von Kinder- und Jugendsportspielen, ob Aktionstage in Kindergärten oder Schulen mit bis zu 400 Teilnehmern. Inzwischen sind die Grundschulen in Gildenhall, Karl-Liebknecht- und Rosa-Luxenburg- sowie dem Karl-Friedrich-Schinkel-Gymnasium Partner. Ein Höhepunkt: das vereinsoffene, mehrtägige Handball-Sommercamp. Vor einem Monat wurde es zum 16. Mal angeboten. Trainer Maik Strecker stand nicht nur mit Handballerinnen bei der Ehrung auf der Bühne, sondern auch mit Footballern und Bürgermeister Nico Ruhle.

Gold am Revers: Dr. Klaus-Erwin Franz (Medizin Neuruppin) ist seit 1983 in führenden Funktionen des Vereins und des Behindertensportverbands. Er bekam von LSB-Vorstandsvorsitzendem Andreas Gerlach (rechts) und LSB-Vorstandsmitglied Daniel Tripke (links) die zweithöchste Auszeichnung der brandenburgischen Dachorganisation.
Gold am Revers: Dr. Klaus-Erwin Franz (Medizin Neuruppin) ist seit 1983 in führenden Funktionen des Vereins und des Behindertensportverbands. Er bekam von LSB-Vorstandsvorsitzendem Andreas Gerlach (rechts) und LSB-Vorstandsmitglied Daniel Tripke (links) die zweithöchste Auszeichnung der brandenburgischen Dachorganisation.
© Foto: Matthias Haack
Vier Bewerbungen lagen der Jury in der Kategorie Innovation/Integration vor. Der Lindower SV punktete mit seinem einzigartig gestalteten Knotenpunkt, um die sportlichen Kräfte einer riesigen Region zu bündeln. Dabei fallen geografische Grenzen, und neue Beziehungen entstehen. Das betrifft auf hoher Ebene die Volleyballer, die mit dem VSV Gransee kooperieren und in der 2. Bundesliga spielen. Es gibt aber ebenso in unteren Spielklassen wie im Tischtennis innovative und integrative Projekte.
Das neueste Bauwerk, inzwischen aber schon im vierten Jahr, stellt die Spielgemeinschaft im Juniorenfußball mit dem SV Eintracht Gransee dar. Mädchen oder Jungen, Buberower oder Rheinsberger, in Syrien oder Neuruppin Geborene, kerngesund oder schwerbehindert – das Trainingsangebot nehmen 20 Talente im Alter bis zu 16 Jahren wahr. Trainer Klaus Hofmeister und Kai Karbe rahmten mit Bürgermeister Udo Rönnefahrt sowie Anke Rudolph (Eintracht Gransee) und Peter Hellmann (Grün-Weiß Lindow) die B-Junioren-Mannschaft.

Hohe Auszeichnung: Arnold Tefs bekam die Ehrenplakette des Kreissportbundes überreicht. Der 82-Jährige ist Ehrenvorsitzender des Schachclubs 1928 Wittstock. Er gilt als Meister am Brett und auch Macher beim größten regionalen Breitensportturnier Norddeutschlands – dem "Ran an den Turm".
Hohe Auszeichnung: Arnold Tefs bekam die Ehrenplakette des Kreissportbundes überreicht. Der 82-Jährige ist Ehrenvorsitzender des Schachclubs 1928 Wittstock. Er gilt als Meister am Brett und auch Macher beim größten regionalen Breitensportturnier Norddeutschlands – dem „Ran an den Turm“.
© Foto: Matthias Haack

Auszeichnungen

Ehrennadel Landessportbund in Gold: Klaus-Erwin Franz (Medizin Neuruppin)
Ehrennadel Kreissportbund in Silber: Doreen Unze (Einheit Wittstock), Jutta Schmidt (Schützengilde Zechlin), Uwe Berndt (Hansa Wittstock), Jörg Hoffmann (Schützengilde Zechlin)
Ehrennadel Kreissportbund in Gold: Marlies Brigzinsky (Hansa Wittstock), Wolfgang Stiller (Medizin Wittstock), Uwe Sperling (BSV Zaatzke), Jörn Atlas (BSV Zaatzke), Sebastian Groth (SV Blumenthal/Grabow), Holger Steinhauer (SV Blumenthal/Grabow), Ralf Lengert (SV Blumenthal/Grabow), Stefan Kieper (Elektronik Kyritz)
Ehrenplakette KSB: Arnold Tefs (Schachclub Wittstock)