Gelingt es, die Neuruppiner Basketball-Liebe neu zu entfachen? Zehn Jahre nach dem Aus des aktiven Basketballsport in der Fontanestadt ist zumindest ein neuer Funke entfacht worden.

Testphase läuft bestens an

In der Vorwoche kamen 25 Sportler zum Kennenlern-Training, am Sonnabend waren es 17, darunter auch eine Frau, die am Spaß-Training in der Fontane-Turnhalle in Neuruppin teilnahmen. Organisator Maik Strecker zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz: „Es läuft viel besser als erwartet. Einige, die in der Vorwoche dabei waren, haben urlaubsbedingt abgesagt, wollen am nächsten Sonnabend aber wieder dabei sein.“ Auch an den nächsten beiden Sonnabenden (17. und 24. Oktober) lädt Strecker Basketballinteressierte zu diesen Einheiten ein. Danach wolle man entscheiden, wie es weiter geht. „Bisher sind alle begeistert, haben Spaß am Basketball. Mal sehen, wo es hin führt, noch ist alles offen“, erklärte Strecker.

Drei begeisterte Initiatoren

Maik Strecker, Stephan Ellfeldt und Frank Balnojan eint das Interesse am Basketballsport. Das Trio hatte die Idee, mal zu testen, ob es nicht auch in der Region Neuruppin Anhänger des Sports der Korbleger gibt, die gemeinsam ihrem Sport frönen möchten. Und sie redeten nicht nur darüber, sondern handelten. „Wir wollten erst einmal herausfinden, wie viele Basketballspieler es überhaupt gibt, die sich so etwas vorstellen könnten. Was gibt es da Besseres als ein gemeinsames Fun-Training anzubieten. Dazu brauchten wir nur eine Halle, ein paar Bälle und Trikots“, erklärte Ellfeldt am Rande der Einheit. Und die bisherige Resonanz bestärkt ihn und seine zwei Mitstreiter darin, damit einen Nerv getroffen zu haben. „Heute sind wieder viele vom vorherigen Sonnabend dabei, aber auch einige neue Gesichter. In den Gesprächen gab es bisher nur ein positives Feedback“, berichtete der 42-jährige Maik Strecker, der in seiner Jugend in der Lausitz selbst aktiv Basketball spielte. Seit Jahren engagiert er sich nun schon bei den Unioner Handballinnern.

Das Feuer auch bei ehemaligen Maulwürfe-Spieler wieder entfacht

Für Peter Horstmann ist es jedenfalls eine tolle Aktion: „Ich habe ja selbst einige Jahre beim RSV Maulwürfe aktiv gespielt. Als sich die Abteilung auflöste, habe ich allein mal ein paar Körbe geworfen. Eine Zeitlang habe ich auch mit Arbeitskollegen gespielt. Doch eine Abteilung, wo man gemeinsam trainieren kann, ein paar Körbe wirft, wäre toll. Auch für Jüngere wäre es sicher schön.“ Horstmann ist nicht der einzige der ehemaligen Maulwürfe-Basketballer, die sich über dieses Angebot freuen. Auch Dirk Blümchen, Lars Krüger und Tony Harendt waren einst bei den Maulwürfen aktiv und zeigen nun, dass sie nicht so viel verlernt haben. „Wir haben selbst schon öfter darüber geredet, so etwas anzuschieben“, bemerkte Blümchen. „Schön, dass andere es jetzt gemacht haben. Man sieht ja neben uns Älteren gibt es auch viele Jüngere, die Spaß am Basketball haben.“ Er hofft, dass sich genügend Interessierte finden, um eine gemeinsame Trainingsgruppe zu bilden. „Wie es dann abläuft, muss man sehen, ob man sich dann nur zum Spaß trifft oder richtig trainiert. Ob sich später vielleicht sogar eine Mannschaft findet, mal sehen, was passiert“, so Blümchen. Er wäre mit seinen Basketball-Kumpels sicher dabei.

Eine Frau zeigt ihre Klasse

Anna Skudlarz fällt am Sonnabend nicht nur auf, weil sie die einzige Frau ist auf dem Parkett, sondern weil sie richtig gut Basketball spielt. „Also, die Idee dieser Zusammenkunft finde ich toll. Ein Arbeitskollege hat mich mitgeschleppt und es macht richtig Spaß, am nächsten Sonnabend bin ich wieder dabei“, sagte sie. Schon mit sechs Jahren hat sie mit Basketball angefangen. „Im Harz spielte Basketball vor allem bei Frauen eine große Rolle. Ich habe dann in der Jugend gespielt und später auch aktiv in Leipzig und Berlin“, berichtete sie. Seit sie in Pritzwalk wohnt und in Neuruppin bei den Ruppiner Kliniken arbeitet, kommt sie eher selten dazu, ihrem Sport zu frönen. „Also ist es super, hier spielen zu können. Ich hoffe, es kommen noch mehr Mädchen und Frauen, aber ich habe auch kein Problem damit, mit Männern zu spielen“, stellte sie klar.

Gründung einer neuen Abteilung möglich

Eine erste – positive – Tendenz nach den beiden Fun-Einheiten ist erkennbar, aber Strecker und seine Mitstreiter wollen auch die nächsten beiden Trainings abwarten, bevor eine Entscheidung fällt, wie es weiter geht. „Ich glaube, es finden sich genug Basketballer für eine gemeinsame Gruppe. Wie es da dann ablaufen wird, müssen die Spieler entscheiden, die müssen dann schon konstant mitziehen“, setzt Strecker zum Appell an. Er und Mitstreiter können sich durchaus eine Abteilung Basketball beim SV Union vorstellen, entsprechende Vorgespräche sind mit dem Vorstand geführt worden. „Wir wollen nicht die Abteilung leiten, wir wollen hier nur etwas anschieben, sind jedoch für jede Hilfe auch später bereit. Ich habe schon mal bei ALBA Berlin vorgefühlt, der Verein würde uns bei Trainerausbildung, Weiterbildung usw helfen“, berichtete Ellfeldt, der oft bei den Heimspielen von ALBA Berlin ist. Dort hat er dann auch zufällig Maik Strecker getroffen – und der Basketballsport in Neuruppin bekam einen neuen Impuls.