Die Fontanestadt soll sauberer werden: Das haben sich die Stadtwerke Neuruppin, die örtliche Fridays-for-Future-Bewegung, die Neuruppiner Fraueninitiative „Gemeinsam engagiert“ und das Geschäft „Tante Emma Unverpackt“ gedacht und eine gemeinsame Aktion gestartet. Alle zusammen wollen sie am Sonnabend, 19. September, einen Neuruppiner Beitrag zum weltweiten Cleanup-Day leisten und hoffen dabei auf zahlreiche Unterstützung aus der Bevölkerung.

Aufräumen an 15 Stellen in Neuruppin

Um 9 Uhr soll es am Neuruppiner Bollwerk losgehen. Danach teilen sich die Anwesenden in verschiedene Gruppen auf. „Wir haben geschaut, welche Bereiche es vertragen könnten, dass dort saubergemacht wird“, berichtet Artur Dzasokhov von den Stadtwerken. Insgesamt 15 Orte wurden so zusammengetragen: darunter an der Stadtmauer, an der Graffiti entfernt werden sollen, der Stadtpark, die Wallanlagen, das kleine Bollwerk, der Park an der Trenckmannstraße und weitere Bereiche im Stadtgebiet. Vor allem soll an der Seepromenade Müll aus dem Wasser geholt werden, der dort von den häufigen Partys am Ufer übrig geblieben ist.

Die Stadtwerke stellen die Putzmaterialien

Alles, was die fleißigen Helfer benötigen werden, stellen die Stadtwerke Neuruppin zur Verfügung, etwa Handschuhe und Müllsäcke. Zudem wird in Online-Netzwerken für die Aktion geworben. Doch bei der Aktion soll nicht nur gearbeitet werden. Am Rande wird es auch einen musikalischen Rahmen geben.
Für Elena Thayenthal, die Besitzerin von Neuruppins erstem Unverpackt-Laden ist es kein Widerspruch, den Müll anderer Menschen wegzumachen. „Auch ich habe ja keine komplett weiße Weste und produziere Müll. Aber das Fingerzeigen bringt uns nicht weiter. Daher wollen wir alle mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt sie. Vor allem beim morgendlichen Weg durch den Stadtpark, den sie zurücklegt, um ihren Sohn in die Kita zu bringen, sieht sie regelmäßig viel Müll. „Und für diesen müssen wir Verantwortung übernehmen, egal, wer ihn verursacht hat. Schließlich sollte es allen wichtig sein, die Stadt sauber zu halten.“

Treffpunkt am Neuruppiner Bollwerk

Ziel der Aktion ist, es das Bewusstsein für die Hinterlassenschaften zu stärken. Wer sich beteiligen möchte, sollte sich am Sonnabend um 9 Uhr auf den Stufen der Seepromenade am Bollwerk einfinden. Danach wird an den verschiedenen Stellen den gesamten Vormittag über saubergemacht.

Rheinsberger sammeln auch

Auch in Rheinsberg treffen sich am Sonnabend mehrere Gruppen. Wie im vergangenen Jahr wird es unter anderem eine Aufräumaktion auf der Remusinsel geben. „Im Sommer ankern sehr viele Boote vor der Insel. Leider verhält sich nicht jeder vorbildlich. Einige lassen ihren Müll auf der Insel liegen“, sagt Mitorganisator Markus Kersten. Deshalb geht es mit Müllsäcken ausgestattet zum Arbeitseinsatz. Die Jugendfeuerwehr und der Ruderverein beteiligen sich an der Aktion. Wer mithelfen möchte, ist eingeladen, um 9 Uhr am Kai des Hafendorfes zu erscheinen, von wo aus es mit dem Boot zur Insel geht.
Um 10 Uhr treffen sich weitere Gruppen vor der Rheinsberger Kirche sowie am Rosenplan. Sie wollen auf dem Gebiet zwischen der alten Arztbaracke und dem Stadion, an der Straße nach Paulshorst sowie entlang des Radwegs nach Zühlen Unrat einsammeln. Pfarrer Christoph Röhmhild, Revierförsterin Annette Meckel sowie Alexander Händel unterstützen die Aktion. In Dorf Zechlin wird ab 15.30 Uhr am Anger Müll gesammelt. Die Braunsberger räumen ab 10 Uhr rund um die Gemeindebaracke auf.

Stadt stellt Müllsäcke

Die Stadtverwaltung stellt für alle Helfer Müllsäcke zur Verfügung. „Der eingesammelte Müll soll vorerst im Gemeindegarten gelagert werden. Wenn es ganz viel ist, müssen die Säcke an Ort und Stelle bleiben. So oder so sammelt der Bauhof sie später ein“, so Kersten. Er geht davon aus, dass sich viele Freiwillige finden werden, die mit anpacken. „Wir brauchen aber noch Leute, die Verantwortung übernehmen“, so Kersten. Er ruft zudem dazu auf, dass jeder in seinem privaten Umfeld guckt, wo es Müll einzusammeln gibt. Wer sich an den Aufräumaktionen beteiligen möchte, kann sich zudem unter 0174 1850613 melden.

Pfadfinder im Einsatz

Auch die Pfadfindergruppe „Rhinpiraten“ der Evangelischen Kirchengemeinde Protzen-Wustrau-Radensleben möchte sich am Cleanup-Day beteiligen. „Wer uns unterstützen möchte, ist herzlich willkommen“, schreibt Pfarrerin Ute Feuerstack im Gemeindebrief. Die Sammler treffen sich um 10 Uhr auf dem Pfarrgrundstück in Wustrau. Mitzubringen sind Arbeitshandschuhe, Müllgreifer und etwas zu trinken.
Aufruf: Wer privat zum World-Cleanup-Day Müll einsammelt, kann unserer Zeitung ein Foto davon an lokales@ruppiner-anzeiger.de schicken. Wir sammeln die Motive dann für eine Bildergalerie.