Demo gegen rechts: Bündnis in Oranienburg ruft auch zum Protest auf

Für den Erhalt der Demokratie in Deutschland gehen derzeit tägliche Zehntausende – wie auf diesem Bild in Offenbach – auf die Straße. Jetzt ruft auch ein breites Bündnis zu einer Demo in Oranienburg auf.
Andreas Arnold/dpaNachdem die bei einem Geheimtreffen in Potsdam geschmiedeten Pläne zur massenhaften Deportation von Menschen mit Migrationshintergrund durch die Correctiv-Recherche bekannt geworden sind und auch in der AfD Zustimmung finden, wird auch Oranienburg zu den Städten zählen, in denen protestiert wird. Unter dem Slogan „Oberhavel hält zusammen # unteilbar“ wird für Sonnabend, 27. Januar 2024, zu einer Demonstration nach Oranienburg eingeladen.
Sie beginnt um 13 Uhr am Bahnhofsvorplatz mit einer Schweigeminute. „Damit wollen wir an deren Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern“, sagt Linda Weiß, die die Demonstration angemeldet hat. Danach setzt sich die Demonstration zum Schlossplatz in Bewegung, wo eine Kundgebung geplant ist.
Demo in Oranienburg – Bühne steht allen offen
Noch ist die Liste der Redenden nicht erstellt. Weiß ist es aber wichtig, dass dort nicht Vertreter von Parteien sprechen, sondern die Beiträge aus der Zivilgesellschaft, etwa von Vereinen oder Jugendbeiräten, kommen. Die Initiative für die Demonstration geht von der überparteilichen kommunalpolitischen Frauenorganisation Die Finken Oberhavel aus. Und die beschloss am Sonntagabend dann doch, dass das Mikrofon doch für alle Personen und Institutionen offensteht, die den Aufruf zur Demo unterstützen – damit also auch Vertretern von Parteien.
Als Motto haben die Initiatorinnen mit Absicht nicht den Protest gegen, sondern den Kampf für etwas gestellt. „Indem wir etwas Positives in den Mittelpunkt stellen, hoffen wir, viele Menschen aus der Zivilgesellschaft ansprechen zu können“, sagt Weiß und betont, dass der Zusammenhalt in der Gesellschaft ein Kernthema der Demo sein soll. Herausgekommen ist ein etwas sperrig klingendes Motto: „Gemeinsam für unsere Demokratie! Solidarisch und mutig gehen wir die Herausforderungen unserer Zeit an! Wir zeigen Gesicht!“
Bei der Polizei hat Weiß die Demonstration mit einer geschätzten Teilnehmerzahl von 400 angegeben. „Mittlerweile kann ich mir aber vorstellen, dass es mehr werden“, ist sie optimistisch. Diese Erwartung dürfte nicht nur aus den überraschend hohen Teilnehmendenzahlen in anderen Städten herrühren. Weiß verweist auf die „überwältigende Unterstützung“, die der Aufruf in so kurzer Zeit erfahren hat. Zu den auf dem Plakat verzeichneten 25 Organisationen, Sportvereinen, Parteien und Einzelpersonen kommen laut Weiß täglich weitere hinzu.
Laesicke und Apelt unterstützen Demo-Aufruf
Bemerkenswert ist auch, dass zu den Unterstützern zwei Bürgermeister zählen, die nicht dem rot-grünen Spektrum angehören. Sowohl der parteilose Alexander Laesicke aus Oranienburg als auch Steffen Apelt (CDU) aus Hohen Neuendorf rufen zur Teilnahme auf.
Unterstützung kommt auch von der SPD Oberhavel. „Den Deportationsplänen von AfD-nahen Kreisen erteilen wir eine klare Absage“, zeigt sich Staatssekretär Benjamin Grimm, der auch SPD-Vorsitzender in Oberhavel ist, kämpferisch. Er ruft dazu auf, sich dagegen zu wehren, „dass Rechtsextremisten ihre Pläne von einem faschistischen Umbau der Gesellschaft in die Tat umsetzen“.
