Und für die Festivalgänger fühlt sich das in etwa so an, als hätten sie im Werbeprospekt das Mega-Schnäppchen im Supermarkt um die Ecke entdeckt. Die große Gefahr: es wird rasend schnell ausverkauft sein – so wie die Karten für das POA, das vom 28. bis 20. Juni stattfindet.
Im vergangenen Jahr waren die 1 000 Karten innerhalb weniger Stunden vergriffen. Was Fans gruselt, freut Organisator Mario Grimmer. „Um 10.01 Uhr läuft sicher wieder der Rechner heiß“, sagt er. Seit Jahren fährt er diese Strategie mit den limitierten Karten bereits, da sich das Festival in dieser Größe etabliert hat. „Wir könnten mit Sicherheit auch 2 000 Karten verkaufen. Aber das passt dann alles nicht mehr“, sagt Grimmer. Vor allem geht es darum, dass die Bühne im Hangar weiter genutzt werden kann und dort auch jeder die Chance hat, die Bands aus nächster Nähe zu erleben. „Wir wollen ja nicht extra etwas Neues bauen“, so Grimmer.
49,90 Euro zuzüglich Gebühren pro Eintrittskarte ruft das POA in diesem Jahr für ein Festival-Ticket auf. Das POA zählt zwar zu beliebtesten Festivals der Szene, mit diesem Preis, der Zahl der Fans und 20 Bands aber eben auch zu den kleinsten im Lande. Zum Vergleich: Das Wacken Open Air zählt jährlich rund 85 000 Besucher, die mehr als 200 Euro Eintritt für rund 100 Bands, Rahmenprogramm und mehr hinblättern. Auf deren Bandliste tauchen dort in diesem Jahr  Bandnamen wie Legion of the Damned, die sich auch schon in Protzen die Ehre gaben und in Protzen treten ebenfalls Gruppen auf, die bereits auf größeren Festivals in der ganzen Welt zu erleben waren.
Da bilden die Musiker in diesem Jahr keine Ausnahme. Die polnische Trash-Metal Band Vader wurde 1983 gegründet und tourte mit anderen Genregrößen bereits um die ganze Welt. 2014 stand die Band schon einmal in Protzen auf der Bühne. Vader kommen aber nicht unbedingt aus Verbundenheit zum POA wie es andere Gruppen machen. „Das ist alles eine Preisfrage. So lange wir bezahlen kommen die Bands“, sagt Grimmer.
Nicht weniger bekannt ist die Gruppe Krisiun aus Brasilien. Sie brachte im Herbst vergangenen Jahres ihr neues Album heraus und wird ab März mit nur ganz wenigen Unterbrechungen jeden Tag woanders in Europa auftreten – von Paris über Madrid, Barcelona, Budapest, Prag, Warschau, Helsinki, Stockholm, Kopenhagen und vielen anderen Städten bis eben auch nach Protzen. Überhaupt kommt indem Fehrbelliner Dorf diesmal wieder die ganze Welt zusammen – nicht unbedingt vor der Bühne, sondern eher darauf: Neben deutschen Bands, Vader aus Polen, Krisiun aus Brasilien stehen in diesem Sommer Mixery Index aus den USA, Murderline aus Mexiko, General Surgery aus Schweden, Nervecell aus Dubai, Distillator aus den Niederlanden, Bölzer aus der Schweiz und Bodyfarm aus den Niederlanden auf dem Programm. Damit sich jeder mit jedem verständigen kann, braucht es aber in Protzen keine Dolmetscher. „Alle sprechen Englisch. Alle singen ja auch auf Englisch, die müssen ja wissen, wovon ihre Texte handeln“, sagt Grimmer. Wenn seine Fremdsprachenkenntnisse mal nicht ausreichen, sei immer jemand da, der unterstützen kann.
Mario Grimmer sieht dem kleinen Festival in diesem Jahr wieder mit Freude entgegen. „Ankommen, Spaß haben, nach Hause fahren, grinsen“, wünscht er allen POA-Fans in diesem Jahr.