Feuerwehr: Gutachter soll Neuruppin helfen, einen Standort für die Hauptwache zu finden

Mit Staatssekretär Uwe Schüler (Dritter von links) sprach Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Dritter von rechts) vor einigen Tagen über Fördermöglichkeiten für die Feuerwehr.
Markus KlugeFür die Stadt war das Ganze klar: Eine neue Hauptwache sollte am Certaldo-Ring gebaut werden, nahe dem Bahnhof West (wir berichteten). Doch ein SPD-Antrag kam dazwischen. Im April 2020 entschieden die Stadtverordneten, dass die Verwaltung prüfen soll, welchen anderen Flächen für die neue Feuerwache geeignet wären – insbesondere am ehemaligen Flugplatz. Und auch eine mögliche Zwei-Wachen-Lösung, bei der die alte Hauptwache durch einen neuen Standort im Stadtgebiet ergänzt wird, soll das Rathaus untersuchen.
Rathaus plant zwei Schritte
Der Beschluss der Abgeordneten ist ein klarer Auftrag an die Verwaltung. Und der ist umfangreich: Das Fahrzeugkonzept muss ebenso neu bewertet werden wie die personelle Struktur, denn beides unterscheidet sich – je nachdem, ob es eine oder zwei Hauptwachen gibt. Den Auftrag will die Stadt nun in zwei Schritten angehen, wie Friedrichs am Dienstagabend erklärte. „Das ist ein sehr umfangreicher Prüfauftrag, der auch so ohne Weiteres nicht umsetzbar ist“, sagte sie. Ein externer Gutachter soll untersuchen, inwieweit eine Zwei-Wachen-Lösung möglich ist. „Wir müssen zeitlich aufpassen“, so Friedrichs. Die Situation an der jetzigen Hauptwache könne nicht mehr über Jahre aufrecht erhalten werden. Durch den Auftrag werde nun „eine ganze Menge Zeit ins Land gehen“. „Wir müssen sehen, dass wir möglichst schnell den externen Gutachter beauftragen“, sagte Annette Friedrichs. Noch in diesem Jahr soll das geschehen. Anfang 2021 soll dann das Ergebnis vorliegen.
Die Wehrführung hatte indes eine andere Lösung im Sinn, sagte die Ordnungsamtsleiterin. Diese hätte schon Areale für eine neue Hauptwache im Blick. „Unabhängig davon müssen wir uns jetzt an den Beschluss halten“, so Friedrichs. An der Prüfung der Zwei-Wachen-Lösung kommt die Stadt also nicht vorbei.
Erst, wenn alle Fakten vorliegen, wird die Stadt vorstellen, ob ein kompletter Neubau oder eben die Zwei-Wachen-Lösung vorteilhafter für die Stadt ist. Danach muss in einem zweiten Schritt geprüft werden, welche Grundstücke geeignet sind: Für eine neue Hauptwache braucht es ein größeres Areal als für einen zweiten möglichen Standort, der die Wache an der Schinkelstraße ergänzt. Die Voraussetzungen sind komplett andere. Das alles müsse schnell vonstatten gehen, um „schnellstmöglich die Feuerwehrarbeit in den Rahmenbedingungen, die notwendig sind, erfüllen zu können“, erklärte Annette Friedrichs.
Fördermöglichkeiten gesucht
Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) erinnerte in diesem Zusammenhang an den Besuch von Innen-Staatssekretär Uwe Schüler (CDU) vor einigen Tagen. Dieser ist auch für den Bereich Feuerwehr zuständig und hat sich die Neuruppiner Hauptwache an der Schinkelstraße angeschaut. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Fördermöglichkeiten im Land für solch ein großes Vorhaben nicht ausreichend sind, so Golde. „Daher brauchen wir bei der Erarbeitung des Konzeptes eine Punktlandung“, sagte der Bürgermeister. „Wir müssen daran arbeiten, in eine Förderfähigkeit reinzukommen.“
Es zeichnet sich laut Golde ab, dass das Vorhaben „mit Sicherheit“ eine zweistellige Millionensumme kosten wird. Ihm ist es wichtig, dass die Kameraden und die Wehrführung bei dem Projekt mitgenommen werden, auch wenn nun ein externer Gutachter eingeschaltet werden muss.
„Wir dürfen da auch keinen Schnellschuss machen“, sagte Golde. „Denn eines ist schon klar: Wenn nicht eine relativ großzügige Förderung vom Land kommt, werden wir das nicht einmal in drei oder vier Scheiben aus unserem Haushalt schaffen. Wir brauchen da mit Sicherheit Unterstützung.“ Das Rathaus müsse nun aber intern schnell arbeiten. „Denn wenn das Land die entsprechenden Infrastruktur-Maßnahmen auflegt und höhere Summen für das Vorhaben in Neuruppin zur Verfügung stellt, dann wird es natürlich nur so lange Geld geben, wie die Summe vom Land auskömmlich ist.“ Neuruppin habe auch die Empfehlung bekommen, alle Unterlagen so schnell wie möglich vorzubereiten, um jederzeit bereit zu sein.
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