Frauenwoche: Zurück in die Zukunft
Zur Wende mitten im Leben
Die Frauenwoche steht diesmal unter der Überschrift „Zurück in die Zukunft“: Dabei soll nicht nur ein Blick auf das geworfen werden, was Frauen noch erreichen wollen. Es geht auch um einen Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte, die von Veränderungen geprägt waren. Was haben die Frauen zur Wendezeit gemacht, wovon haben sie geträumt, was hat sich davon erfüllt und was nicht? "Was ist 1989 verloren gegangen? Was wurde gewonnen?“, so Röttger. Insbesondere in der Gesprächsrunde am 12. März in Neuruppin (siehe Termine) soll darüber gesprochen werden, mit den Frauen, die zur Wende schon mitten im Leben standen und heute vielleicht 60 Jahre oder älter sind. In die gleiche Richtung geht es auch beim Erzählcafé am 17. März im „Haus der Vielfalt“.
Engagierte Frauen
Frauen jeden Alters stehen bereits am 10. März im Mittelpunkt. In der Diskussionsrunde „Frauen auf die Barrikaden“ geht es um mutige Frauen, die sich einbringen. Dabei geht es auch um diejenigen, die die DDR noch erlebt haben, für Freiheit kämpften und vielleicht ihren Arbeitsplatz verloren – über diese Zeit wird Neuruppins ehemalige Gleichstellungsbeauftragte Petra Torjus berichten. Mit ihr zusammen sitzt Emma Kiehm auf dem Podium, die sich aktuell bei Fridays For Future engagiert. Sie wird darüber sprechen, was sie antreibt und welchen gesellschaftlichen Gegenwind und welche Diskriminierung sie erlebt. Eine weitere Teilnehmerin wird zudem über die Umbrüche des „Arabischen Frühlings“ berichten und welche Veränderung dieser für Frauen mit sich gebracht hat.
Völkisches Frauenbild
Natürlich wird es während der Veranstaltungsreihe auch immer um künftige Entwicklungen und den aktuellen Stand der Frauen in der Gesellschaft gehen. Diesbezüglich hat Claudia Röttger eine besorgniserregende Feststellung gemacht. Durch den wiederaufkommenden Rechtsextremismus und Rassismus bemerkt sie einen wachsenden Antifeminismus. „Es gibt Menschen, die ein sehr völkisches Frauenbild haben“, sagt Röttger. In diesem werden die Frauen häufig nur auf die Mutterrolle reduziert und ihnen wird jede Möglichkeit abgesprochen, sich frei zu entfalten. Zudem würden Frauen, die sich speziell für ihre Rechte einsetzen, oft angefeindet. Dem müsste sich jeder entgegensetzen, so Claudia Röttger.
Auch Gewalt ist und bleibt ein Dauerthema, das nicht unter den Tisch gekehrt wird. Der Neuruppiner Verein Frauen für Frauen ist Kooperationspartner bei der Frauenwoche im Kreis. Er betreibt das Frauenhaus, in dem Opfer Schutz finden. In dem Objekt gibt es laut Heike Waldschmidt 17 Plätze für Schutzsuchende und deren Kinder. „Die Zahlen nehmen nicht ab. Wir sind immer voll und haben zu wenig Platz“, sagt sie. Deswegen werde derzeit über eine Kapazitätserweiterung nachgedacht.
Frauenwochen-Termine im Landkreis
4. März, 15.30 Uhr, Kulti in Kyritz, Perleberger Straße 8: Auftakt der 30. Brandenburgischen Frauenwoche unter dem Motto "Wir Frauen sind’s uns wert – Emanzipiert und stark". Nach den Grußworten wird Dr. Dagmar Enkelmann ihr Buch "Frauen aus der DDR" vorstellen. Ab 18 Uhr spielen Silke Breidbach und Torsten Puls. Ob es noch freie Plätze gibt, kann unter 03391 2303 erfragt werden.
8. März, 14 Uhr, Familienzentrum Elki, Burgstraße 46, Wittstock: Offene Gesprächsrunde "Frauen im Wandel", Infos unter 03394 402863.
8. März, 15 und 17.30 Uhr, Kino Astoria, St.-Marien-Straße 29a, Wittstock: Film "Die perfekte Kandidatin" und unter dem Motto Filme für Frauen: "The Farewell"
10. März, 14 Uhr, Haus der Begegnung, Franz-Künstler-Straße 8, Neuruppin: Schauklöppeln vor dem Triptychon
10. März, 19 und 19.15 Uhr, Kino Astoria, St.-Marien-Straße 29a, Wittstock: Filme für Frauen "The Farewell" und "Little Woman"
10. März, 19 Uhr, Siechenhauskapelle, Siechenstraße 4, Neuruppin: Podiumsdiskussion "Frauen auf die Barrikaden"
12. März, 14 Uhr, Haus der Begegnung, Franz-Künstler-Straße 8, Neuruppin: Erzählcafé zu den Fragen: Wie hat die Wende 1989/190 Ihr Leben verändert? Was blieb alles unerfüllt?
13. März, 19 Uhr, JFZ, Fehrbelliner Straße 135, Neuruppin: Frauendisco mit Anne Freese
17. März, 18.30 Uhr, "Haus der Vielfalt", Karl-Marx-Straße 89/90, Neuruppin: "Zurück in die Zukunft – Erzählen, Erinnern, Resümieren"
19. März, 14 Uhr, Quartierstreff, Clara-Zetkin-Straße 7, Wittstock: Ilka Karp liest Geschichten rund um das Alter
22. März, 11 Uhr, Brandenburg-Preußen Museum, Eichenallee 7a, Wustrau: Eröffnung Sonderausstellung "Wilde Heimat Brandenburg"⇥red

