Fußball
: SV Blumenthal/Grabow putzt sich raus

Der SV Blumenthal/Grabow ist zu einem Leuchtturm im Fußballkreis Prignitz/Ruppin geworden.
Von
Gunnar Reblin
Blumenthal/Grabow
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Stetiger Nachschub: Vor vier Jahren bildeten diese Knirpse die jüngste Nachwuchsmannschaft des SV Blumenthal/Grabow. Inzwischen sind die F-Junioren im D-Bereich aktiv. Der Verein hat aktuell durchweg alle Junioren-Jahrgänge im Spielbetrieb. Die nachhaltige Jugendarbeit trägt Früchte.

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Zwölf Mannschaften gemeldet

Auch in der Saison 2020/21 ist der Club mit einer beachtlichen Anzahl an Teams im Spielbetrieb des Fußballkreises Prignitz/Ruppin vertreten – von den Bambini/F-Junioren bis zu den Altsenioren (Ü50). Zwölf Mannschaften sind es insgesamt. „Wir haben durchweg jede Altersklasse besetzt“, berichtet Holger Steinhauer nicht ohne Stolz. Das Mitglied der Abteilungsleitung und einer der wichtigsten Strippenzieher beim SV Blumenthal/Grabow merkt mit einem Augenzwinkern an: „Uns fehlt eigentlich nur noch eine Frauenmannschaft. Da gab es mal eine Initiative von einigen Müttern, doch die ist wieder versandet. Insgesamt“, so betont er, "sind wir jedoch bestens aufgestellt.“

Ambitionierte Ziele

Diese Einschätzung trifft auch auf die erste Männermannschaft, das Aushängeschild, zu. Und daher haben die Blumenthal-Grabower sich für die neue Saison auch durchaus ambitionierte Ziele gesteckt. Während Holger Steinhauer auf „Platz eins bis drei“ schielt, lässt es Trainer Ralf Lengert „mit einem Platz unter den ersten Fünf“ – zumindest etwas – moderater angehen. Doch beide Urgesteine trauen der Mannschaft, die zuletzt sukzessiv verjüngt wurde, einiges zu. Steinhauer: „Wir konnten alle Leistungsträger halten und die jungen Spieler davon überzeugen, den eingeschlagenen Weg weiter mitzugehen.“ Und Lengert ergänzt: „Wir haben eine gute Mischung, da sind viele Talente, die fußballerisch und taktisch gut ausgebildet sind, und auch einige alte Hasen, die die nötige Erfahrung und Mentalität mitbringen.“

Magisches Trio wieder vereint

Apropos Erfahrung und Mentalität. Die gibt es im Trainerbereich künftig in dreifacher Ausführung. Neben Ralf Lengert (54) und Christian Groth (49) zählt nun auch der 52-jährige Fred Genske zum Stab. Einst bildeten diese drei Herren das gefürchtete Offensiv-Trio der Blumenthaler. Lengert erinnert sich gerne an jene aktive Zeit zurück. „Christian war die Hundelunge auf dem rechten Flügel, Fred wirbelte auf dem linken und ich spielte im Zentrum. Eine geile Zeit war das.“ Die Krönung dieser Schaffensperiode stellte der Gewinn der Kreismeisterschaft 1996 dar. Nur das i-Tüpfelchen blieb aus – der Aufstieg zur Landesklasse. „Wir mussten damals in den Aufstiegsspielen gegen Schwedt antreten, die waren allerdings eine Nummer zu groß für uns, so ehrlich muss man sein“, blickt Lengert zurück. In Schwedt setzte es einen 1:4-Pleite. „Das war an meinem 30. Geburtstag. Nach dem Spiel ging es flott nach Hause, denn die Gäste warteten ja schon“, erinnert sich Lengert. Das Rückspiel eine Woche später ging auf dem heimischen Geläuf mit 1:3 verloren.

Zu dieser Zeit waren Lengert, Genske und Groth die führende Köpfe im Team. Fünf Jahre zuvor hatte es laut Lengert einen Generationswechsel gegeben. „Wir Jüngeren haben dann das Zepter übernommen.“ Dies führte auch zur Neubesetzung des Trainerstuhls. 1991 übernahm Ralf Lengert den Posten als Chefcoach, zuerst als Spielertrainer, später dann „offiziell“ nur noch als Trainer, obwohl der filigrane Kicker in jüngster Vergangenheit des Öfteren noch aushelfen musste. „Früher zu DDR-Zeiten war Horst-Günther Hahn der Trainer, dann gab es einige Interimstrainer.“ Und Lengert führt weiter aus: "Dann haben wir aus der Not eine Tugend gemacht. Der Mannschaftsrat mit mir an der Spitze hat die Köpfe zusammengesteckt und daraus ist dieses Modell mit mir als Spielertrainer sowie Christian Groth und Fred Genske an meiner Seite, und noch einige mehr, entstanden – und ist zusammengewachsen.“

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Jubiläum steht bevor

Im kommenden Jahr feiert Ralf Lengert sein Jubiläum – 30 Jahre Männer-Trainer beim SV Blumenthal/Grabow. „Unfassbar, wie die Zeit vergeht.“ Abnutzungserscheinungen gab es in der Vergangenheit immer mal, die Mannschaftsführung sei eben eine andere geworden. "Aber“, so Lengert, „an meinem Stuhl hat noch keiner gesägt.“ Er sei nach wie vor voller Elan. „Und ich freue mich auch, dass Fred nun wieder verstärkt an meiner Seite ist und mithilft. Mir macht es Freude, mit den Jungs zu arbeiten. Und ich denke, sie akzeptieren mich auch so wie ich bin.“

In der neuen Saison bilden nach wie vor die Oldies wie ein Michael Wolf (40), ein Jens Alms oder ein Matthias Krause den „verlängerten Arm“ des Trainers auf dem Platz. Mit Jan-Niklas Groth (20) und René Steinhauer (21) weiß Lengert auch zwei herausragende Youngster in seinen Reihen. Der Coach sagt: "Inzwischen haben wir einen harten Kern um die 16 Spieler. Es ist deutlich ein positiver Trend zu sehen.“

Und aus dem eigenen Jungbrunnen sprudelt es weiter kräftig heraus. Gleich sieben Talente rücken in den Männerbereich auf und sorgen auch dafür, dass sich die Reserve weiter verjüngt. „Es ist toll“, so Holger Steinhauer, „dass wir zuletzt immer aus dem eigenen Nachwuchs nachschieben konnten.“ Kurzum: Die intensive Nachwuchsarbeit des SV Blumenthal/Grabow trägt Früchte. Der Verein mit heute knapp 100 Junioren nimmt seine Zukunft selbst in die Hand.

In diesem Atemzug muss auch ein „großes Projekt“, wie es Steinhauer bezeichnet, genannt werden. Denn aktuell stattet der Verein seinen Nebenplatz mit einer Flutlichtanlage aus. Die Fundamente für die Masten wurden bereits gelegt. Steinhauer: "Bis Oktober soll alles fertig sein, also pünktlich zur dann wieder einsetzenden Dämmerungszeit während des Trainingsbetriebs.“

Viele Teams und ein großes Team dahinter

Der SV Blumenthal/Grabow hat für die kommende Spielzeit folgende Junioren-Mannschaften gemeldet: A (Landesklasse), B (Kreisliga, zuvor Landesklasse), C (Kreisliga, Spielgemeinschaft mit Dannenwalde auf Großfeld), D, E (zwei Teams), F (zwei Teams). Knapp 100 Junioren werden im Verein ausgebildet.

Dazu bedarf es auch einen großen Trainerstab, der sich wie folgt aufgliedert: A-Jugend (Michael Wolf/Manuel Krüger), B (René Steinhauer/Holger Steinhauer), C (Michael Jugel/Christian Groth und Tino Karper aus Dannenwalde), D (Sven Pilz/Dennis Simon), E (André Bork/Tino Heese), F (Jens Alms).

Aus dem eigenen Nachwuchs rücken Tom-Ole Westphal, Marvin Krause, Jörn Eilmes, Julian Telschow, Kai Goletz, Valera Marasov und Jace Vierke in den Männerbereich auf. Als Abgang hat der Verein Moritz Lucht (Pritzwalker FHV) und Niels-Martin Boye (Putlitzer SV) vermeldet.

Auch im Schiedsrichterwesen ist der Verein bestens aufgestellt. Sebastian Groth, Jörg Klose, Paul Meyer und Dennis Simon sind als Referee aktiv.