Handball
: Das so erwartete Osterei

Für die Handballer kam die Osterentscheidung des Landesverbandes keineswegs überraschend. Das nächste Punktspiel steht erst im September an.
Von
Matthias Haack
Neuruppin
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Derby wird neu aufgelegt: In der im September startenden Saison wird es erneut zu zwei Kreisduellen kommen. Der HC Neuruppin trifft auf Hansa Wittstock und damit Leeroy Nietzel (rechts) auf Hannes Holtmann (in Weiß).

Matthias Haack

Das HCN-Trainerteam mit Michael Drefahl/Christian Will hatte „ganz bewusst den Jungs seit dem Aussetzen der Serie nichts als Hausaufgabe vorgegeben“. Aus mehreren Gründen: Zum einen sollte die Zeit zum Auskurieren der Blessuren dienen, zum anderen jeder den Kopf freihaben, um sich den elementaren Dingen zu widmen, also „Familie, Beruf oder Ausbildung – da hat jeder seine individuellen Aufgaben“, sagt Drefahl. Nicht nur das: Das teaminterne Kommunizieren wurde auf Sparflamme gehalten. Drefahl/Will nutzten die spiel- und trainingsfreie Zeit jedoch, um einen Fragenkatalog zu erarbeiten und mit ihren Spielern durchzusprechen. „Wir haben sie telefonisch abgeholt“, beschreibt es Michael Drefahl.

Darin ging es nicht nur um die bisherige Saison, sondern auch die neue, sofern das planbar ist, schränkt der Coach ein. „Keiner weiß, ob wir ab September in die Halle dürfen und inwieweit Handball gespielt werden darf. Unser Sport ist halt auf Körperkontakt ausgelegt.“ Ab Mai soll die lange Phase der Vorbereitung beginnen. Sechs, sieben Wochen lang gehören Laufen und konditionelle Einheiten zum Programm. Der Juli dient als Durchschnaufen, ab August wird es nach der Intensitätsdelle intensiver, vier Wochen später dann ernst – vorausgesetzt, die Einschränkungen im sozialen Bereich lassen dies zu.

Auf Selbsterziehung setzt Sven Hennigs. Er überlasse die Kontrolle des Fitnesszustandes weitgehend „den Jungs allein“, umriss der Coach des Verbandsligisten Hansa Wittstock seine Strategie. „Sie halten sich fit übers Anstacheln, das ist effektiver als das Triezen vom Trainer.“ Gemeint ist der freiwillige Lauf über fünf Kilometer. Steckt dieser in den Beinen, dann wird der nächste aus dem Kader nominiert. Klappt das nicht, wird in die Mannschaftskasse gezahlt. Daniel Schmidt führt die Kartei, Hannes Holtmann die Kilometerliste an. Der Kapitän geht voran. Vorige Woche hatte er sich zu einem 27-Kilometer-Lauf durchgerungen und dafür keine zwei  Stunden benötigt. Holtmann verkörpere eben den typischen Vorzeigesportler, findet Hennigs. Der Trainer steckt bereits in der Trainingsplanung und will bis September an mehreren Schrauben drehen. Der Aufsteiger liegt zwar mit Tabellenrang acht im Soll – angepeilt war Rang fünf bis acht. „Wir, damit meine ich die Mannschaft und auch mich, haben viel gelernt in dieser Serie.“ Vor allem wurmt ihn die ernüchternde Trefferquote. Sie liegt lediglich bei 50 Prozent.

Entscheidung des Landesverbandes

Das Präsidium hat in Abstimmung mit der Technischen Kommission und unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutschen Handball-Bundes (DHB) für seinen Landesspielbetrieb folgende Entscheidung getroffen:

1. Die Saison wird zum 20. April beendet.

2. Es finden bis dahin keine weiteren Spiele statt. Der Meldeschluss für die Saison 2020/21 wird auf den 15. Mai festgelegt.

3. Es gibt im Landesspielbetrieb keine Absteiger. Die Staffelsieger und Aufstiegsberechtigte können ihr Aufstiegsrecht (entsprechend den Durchführungsbestimmungen des HVB) wahrnehmen. Die Entscheidung hinsichtlich der Wertungsgrundlage für Staffelsieg und Aufstiegsberechtigung relevanten Tabellenplatzierung steht noch aus. Hier möchte das Präsidium den Bundesratsbeschluss des DHB abwarten.

4. Das Präsidium bekräftigt, dass der Pokalwettbewerb in der neuen Spielserie 2020/2021 stattfinden soll. Es steht jedoch noch eine Entscheidung hinsichtlich Modus und Terminierung der Pokalrunden aus.⇥red