Handball
: Freudensprünge in der Ferne

Wer auch immer sich als Sieger beim 20:20-Unentschieden zwischen Union und Falkensee fühlen möge – der echte Gewinner sitzt in Grünheide.
Von
Matthias Haack
Neuruppin
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Dramatische Endphase: Katharina Bremer (vorn), die gesamte Bank und Trainer Christian Schulz wollen ein Foul des Gegners gesehen haben. Doch das Schiri-Gespann verweigerte in dieser Szene den Siebenmeter für Union Neuruppin.

Matthias Haack

„Wir lagen immer vorn und haben dennoch nur einen Punkt im Gepäck“, konnte Trainer Adam Fabinski die Diskrepanz zwischen Spielverlauf und Ergebnis (20:20 nach 11:3-Halbzeitführung) nicht fassen. „Das ist sehr unglücklich für uns gelaufen. Aber wenn wir die Chancen nicht nutzen ...“ Sechs Siebenmeter bekam der HSV, lediglich einen vollendeten die Gäste. Allein drei davon in der zweiten Halbzeit. Noch etwas bemerkte Fabinski in seiner Analyse: "Wir haben uns nicht absetzen können. Und Union hat eben bis zum Ende geackert.“

Als Ursache für das permanente Zurückliegen entdeckte Trainer Christian Schulz, dass „wir die Gegenstöße in der ersten Phase nicht unterbunden hatten“. Immer wieder arbeitete sich der Gastgeber dennoch nach einem Zwei- oder Drei-Tore-Rückstand heran.  In der zweiten Halbzeit wuchs die Nervosität. Massig leisteten sich beide technische Fehler. Es gipfelte in einer vierminütigen Phase, in der kein Tor fiel. Sieben Angriffe wurden in den Sand gesetzt. Beide Abwehrreihen packten nun ordentlich zu. Doch mehr als der Anschlusstreffer gelang dem Heimteam lange Zeit nicht. Immer wieder brachte Falkensee ein zweites oder gar drittes Tor als vermeintlich sicheren Abstand dazwischen. Bis zur 54. Minute. Dann riss die Serie. Die Spannung aber explodierte.

Zwischenstand 17:19. Rechtsaußen Katharina Bremer bekam ihre vierte Chance vom Siebenmeter. Dreimal hatte sie eingenetzt. Diesmal nicht. Falkensee erhöhte im Gegenzug auf 20:17. Drei Tore zurück. Von Aufgabe aber keine Spur. Selbst als Franziska Lieske vom Punkt patzte, senkten sich die Köpfe der Unioner nicht. Als Denise Göske zum 18:20 traf, waren noch vier Minuten zu spielen. Nathalie Jungerberg (57.) sowie Laura Schulz (58.) scheiterten dann im Eins-gegen-Eins an Luisa Grünberg. Mittendrin hatte Anja Heitepriem zum 19:20 verkürzt. Hektik. Nervosität. Katharina Bremer bekam zwei Minuten, Justine Eberbeck ebenso. Fünf gegen Fünf also für 45 Sekunden. Noch 24 Sekunden. Das Schirigespann schickte Lea Sophie Johnson vom Parkett. Eine höchst umstrittene Entscheidung, was auch Christian Schulz bemerkte. Überzahl Union. Und noch ein Siebenmeter. Ariane Neumann wuchtete zum fünften Mal im Spiel ein. 20:20. Irre.

Madeline Jungerberg zog sich eine schwere Verletzung am Sprunggelenk zu. Nadine Raschke humpelte wegen heftiger Kniebeschwerden vom Parkett – dieses Spitzenspiel forderte Tribut. Christian Schulz: „Gute Besserung den Beiden. Es war eine Partie, die nie und nimmer einen Verlierer verdient hat.“

Nächste Aufgabender Spitzenteams

Frauen-Verbandsliga:1. Grünheide⇥20:02. Fredersdorf⇥16:63. HSV Falkensee⇥15:74. Union Neuruppin⇥15:75. Finowfurt⇥12:8Nächstes Wochenende:Falkensee - GrünheideFredersdorf - NeuruppinBernau - Finowfurt15./16. Februar:Grünheide - AhrensdorfFalkensee - FredersdorfNeuruppin - Eichstädt