Handball: Nicht stark genug gepiesackt

Flugeinlage: HCN-Trainer Michael Drefahl ließ den jungen Duc Nam Nguyen (im Wurf) erneut auf der Spielmacher-Position ran. Und der Jungspund machte ein "gutes Spiel", lobte der Coach seinen Schützling. Weitere Fotos auf www.moz.de.
Gunnar ReblinDie Potsdamer spielten dann einfach ihre Klasse und Routine aus – und zogen wieder von dannen. „Aber wir haben uns teuer verkauft, kein schlechtes Spiel gemacht“, ergänzte Drefahls Trainerkollege Christian Will. Doch eines blieb festzuhalten: Spitzenreiter Potsdam II spielte wie ein Spitzenreiter: einfach brachial gut. Drefahl: „Die haben schon richtig Klasse.“ Er monierte vor allem die schlechte Abwehr in Halbzeit eins. „Die haben wir nicht gestellt bekommen.“ Angeführt von einem überragenden Jacob Morawe, dem besten Schützen der Liga (nun 112 Treffer), nutzten die Gäste jede Lücke, die die Neuruppiner öffneten. „Bei uns hat auch das richtige Feuer gefehlt. Genau jenes, was uns letzte Woche als Team noch ausgezeichnet hat“, resümierte Torwart Dennis Plötz. Vielleicht wäre mit diesem Feuer der Tabellenführer etwas mehr zu kitzeln gewesen.
„Wir sind ja mega-schlecht ins Spiel reingekommen, haben uns dann aber reingekämpft“, so Drefahl, der sein Team mit einer Auszeit (4:10/19.) neu einstimmte. Vor allem Youngster Till Winkelmann ruckte an und riss sein Teamkollegen mit.
Was dem HCN jedoch auf die Füße will, „war die niederschmetternde Siebenmeterbilanz“, wie Coach Will anmerkte. Denn die Neuruppiner bekamen nicht einen Siebenmeter zugesprochen, Potsdam hingegen acht.
Immer wenn die Neuruppiner mit einigen guten Aktionen Fahrt aufgenommen hatten, zogen die Gäste wieder an. Will: „Wir haben sie nie aus der Ruhe bringen können, dann spielen sie halt auch ihr Ding runter.“ Dennoch fruchteten die Zurufe der HCN-Trainer wie „Köpfe hoch“ oder „bissig bleiben“. So gelang noch etwas Ergebniskosmetik. Und schließlich verzückte Till Winkelmann, mit acht Treffern bester Werfer, die heimischen Fans noch mit einem erfolgreicher Dreher gegen den superstarken Collin Winter zwischen den Potsdamer Pfosten.
Einmal sechs, einmal sieben Tore Rückstand
HC Neuruppin -1. VfL Potsdam II 20:25 (10:14)Zuschauer: 130Torverlauf: 3:7 (12.), 9:13 (16.), 4:10 (19.), 10:14 (30.), 11:18 (38.), 13:20 (43.), 15:22 (46.), 18:22 (52.), 20:25 (60.)Schiedsrichter: Ron Jura, Pascal RyllHCN: Plötz, Berger - Simon (2), Koall, Lück, Winkelmann (8), Kühne (1), Mathiske (1), Höpstein (1), Duc Nam, Horsford (1), Bukowski (2), Kaczmarczyk (4)Potsdam II: Winter, Von Hoff - Proske, Wener, Obst (2), Günther (4), Hübler (6), Weber (1), Weihrauch, Weichelt, Knetsch (3), Bunk, Prüfer (1), Morawe (8/6)⇥red