Alles andere als ein deutlicher Erfolg wäre einer Katastrophe gleich gekommen. Denn das ambitionierte Team von Tony Palmowske/Christian Schulz will aufsteigen. Noch kann es den Schritt in die Brandenburgliga aus eigener Kraft zwar stemmen. Dazu sind allerdings zwei Siege gegen die Übermannschaft aus Grünheide nötig, jeweils am letzten Spieltag der Halbserien. Zunächst am 11. Januar, dann im Mai 2020.
Mühelos gegen Müncheberg

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In die Bredouille kam Union durch einen "rabenschwarzen Tag"  vor einem Monat wie Christian Schulz gestand "sowohl von uns Trainern als auch jeder einzelnen". Das 21:25 gegen Wildau (Tabellenachter) hemmte die Neuruppiner so sehr, dass sie auch danach in Finowfurt beim Staffelfünften leer ausgingen. Palmowske: "Dass wir Schritt für Schritt schlechter wurden, hatte sich früh angedeutet." Nach dem beeindruckenden Match gegen Falkensee (Anfang September) kam der Motor nicht mehr auf Betriebstemperatur. Mit Mühe und Glück punktete Union dennoch. Bis zum Wildau-Spiel.
Und nun kam am Sonnabend das Kellerkind aus Müncheberg. Lediglich einen Kader von acht Spielerinnen hatte Trainer Kai Koszinski aufzubieten. Also nur eine Ersatzspielerin. Ein weiterer Rückschlag: Lisa Jander verletzte sich in Ende der ersten Halbzeit am Sprunggelenk. Ab da also keine mehr zum Einwechseln. Welle auf Welle rollte nach dem Seitenwechsel auf die deutlich unterlegenen Gäste zu. Problemlos hätte bei größerer Zielgenauigkeit eine 50 auf der Anzeigetafel geben können. Sechs fehlten letztlich.
Dass Müncheberg in Neuruppin nur zu acht anreiste, lag an "unterschiedlichsten Gründen", so Kai Koszinski. "Eine Spielabsage kam für uns nicht infrage", stellte der Coach klar. Zum einen wäre diese mit einer finanziellen Strafe für den Verein verbunden. Zum anderen "nutzen wir das Match, um Spielpraxis zu bekommen. Spielen gegen einen Besseren", wie er sagte. Immerhin trainiert seine Mannschaft nur einmal wöchentlich. Es war demnach wieder einmal das Duell des David gegen Goliath, wie so oft in dieser Saison. Es sei eben äußerst schwierig, das Team zum Training zusammen zu bekommen. Zum 16-köpfigen Kader gehören auch Handballerinnen aus Fürstenwalde, Frankfurt, Berlin – alles mit An- und Abreise verbunden. "Für uns ist das die zweite Saison in dieser Liga. Es ist aber nicht die unsere." Es wird wohl nach Saisonende zurück in die Kreisunion gehen. Nur ist darin die Konkurrenz allein schon quantitativ überschaubar: Vier Gegner sind es nach derzeitigem Stand.
Von "Aufleben unser Küken" spricht dagegen Christian Schulz. "Müncheberg kam mit unserer 5:1-Deckung gar nicht klar. Und was die Youngster zeigten, will ich mal hervorheben." Damit lenkte er den Blick auf Nele Mielke und Marlene Posch. Beide 17 Jahre. Sie kamen zu jeweils vier Treffern. Zu den Küken gehört auch Luisa Grünberg. Ihr 17. Geburtstag wird vermutlich nicht nur wegen des deutlichen Sieges in Erinnerung bleiben.

Der neunte Spieltag für die Neuruppiner Frauen

Union Neuruppin –HSV Müncheberg/Buckow 44:12 (19:6)Siebenmeter: 1 (1 verwand.) – 5 (3)Zweiminuten-Strafen: drei (Union) – zweiZuschauer: 90Schiedsrichter: Eugen Hofmann und Matthias LeintzTorfolge: 1:0 (2.), 6:4 (12.), 11:4 (20.), 14:6 (23.), 17:6 (28.) – 20:6 (31.), 25:6 (37.), 27:8 (40.), 29:9 (42.), 32:10 (47.), 33:11 (49.), 37:12 (54.), 42:12 (58.)Union: Daniels, Grünberg – Ulmer (2), Bremer (7), Posch (4), Lieske (4), Müller (10), Mielke (4), Göske (3), Uhlenbrock (1), Gelhorn (4), Neumann (4), Dayss (1)

Müncheberg: Hühn (1) – Holz (1), Tonne (2), Dames (1), Bosse, Brandt (6), Steinz, Jander (1)