Handball
: Wenn Quälix zur Einheit bittet

In der Vorbereitungszeit setzen die HCN-Trainer einen besonderen Reiz.
Von
Gunnar Reblin
Neuruppin
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  • Muskelaufbau und Kondition tanken: Die ersten Einheiten in der Vorbereitung haben die Handballer des HC Neuruppin hinter sich, wie Till Winkelmann (großes Bild), Gregor Bellin (unten links) und Jonas Simon (unten rechts).

    Muskelaufbau und Kondition tanken: Die ersten Einheiten in der Vorbereitung haben die Handballer des HC Neuruppin hinter sich, wie Till Winkelmann (großes Bild), Gregor Bellin (unten links) und Jonas Simon (unten rechts).

    Gunnar Reblin
  • neuspo_200807-hcn5 HC Neuruppin , Vorbereitung auf Saison 2020/21, Training mit Triathlon , Foto: Gunnar Reblin, 20200806

    neuspo_200807-hcn5 HC Neuruppin , Vorbereitung auf Saison 2020/21, Training mit Triathlon , Foto: Gunnar Reblin, 20200806

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  • neuspo_200807-hcn4 HC Neuruppin , Vorbereitung auf Saison 2020/21, Training mit Triathlon , hier Jonas Simon , Foto: Gunnar Reblin, 20200806

    neuspo_200807-hcn4 HC Neuruppin , Vorbereitung auf Saison 2020/21, Training mit Triathlon , hier Jonas Simon , Foto: Gunnar Reblin, 20200806

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Drei Einheiten pro Woche

Mit dieser intensiven Einheit endete am Donnerstag die erste Woche der August-Vorbereitung. Dreimal pro Woche lassen die Trainer Michael Drefahl und Christian Will ihre Schützlinge kräftig schwitzen. Spaßige Sprüche, so wie es Trainer gerne tun, gibt es gratis dazu. „Ein bisschen Spaß gehört dazu, etwas flachsen muss sein“, legt Christian Will ein schelmisches Lächeln auf. Er und auch Michael Drefahl haben zu ihrer aktiven Zeit genauso ackern müssen, wenn die Vorbereitung auf eine Saison anstand. Nun leiten Quälix Drefahl und Quälix Will selbst an. Dass die Einheit am Donnerstag eine außergewöhnliche Belastung war, sah man an den ausgepumpten Körpern der Neuruppiner Handballer. Durchschnaufen war angesagt. Und mit einem prägnanten Schlachtruf schwor sich die Gruppe bereits auf die nächste Einheit ein. Jonas Simon stimmte an: „Qualität kommt von" – und alle intonierten „Qual“.

Nach Qual sah es zu Beginn der Donnerstageinheit nicht aus, auch wenn die Trainer eine „knackige Einheit“ ankündigten. Um 20 Uhr baten sie ihre Schützlinge auf die Laufbahn an der Evangelischen Schule: Lockeres Einlaufen, dann Kraft- und Stabilitätsübungen. Unter dem Abstandsgebot. Da gab es durchaus noch den einen oder anderen launigen Spruch der Spieler. Spätestens nach dem Staffellauf schnappten die Handballer, darunter auch viele Youngster aus der A-Jugend, die nun sukzessiv mit integriert werden sollen, eher nach Luft. Sprüche kamen keine mehr.

Und dann ging es an den Ruppiner See. An der Badewiese gegenüber der Schule, auch Russenwiese genannt, folgte der HCN-Triathlon. Der besteht aus fünf Runden: Schwimmen von einer Badestelle um den Schilfgürtel herum zur zweiten vor Ort, knapp 40 Meter. Dann ein kurzer Lauf zurück zum Einstieg, dort zwangen nachfolgend je zehn Hockstrecksprünge, Sit-ups und Liegestütze die Muskeln zu einer anderen Belastung. "Sieht gut aus. Weiter so!“, lieferten die Trainer motivierenden Zuspruch. Dass auch sie eine Qual zu überstehen hatten, damit hatten sie nicht gerechnet. Stichwort Mücken.

Um 21.30 Uhr hatten die Handballer, und auch ihre Trainer, die Tortur hinter sich. Bis zur nächsten Einheit am kommenden Montag dürfen sich die Muskeln nun erholen. Der Muskelkater miaut.

Am Tag danach berichtete Jonas Simon zu seiner Freude von nicht allzu schlimmen Nachwirken. „Es geht, so schlimm ist es nicht. Ich fühle mich gut.“ Der Linksaußen hat jedoch vorab schon individuell trainiert. „Ich war schon mehrere Male Laufen, bin also nicht gänzlich untrainiert in diese Vorbereitungsphase gegangen.“ So etwas hören die Trainer gerne. Das bestätigte Coach Christian Will: „Wir weisen immer darauf hin, dass die Jungs für sich selber etwas machen sollen, zusätzlich zu den Trainingseinheiten. Sie machen es grundsätzlich für sich. Im Grunde profitieren dann aber alle davon“, denkt er an den Mannschaftserfolg.

Für Jonas Simon war der Mini-Triathlon nichts Neues. „Ich glaube“, so der 25-Jährige, „den machen wir schon seit zwei Jahren in der Vorbereitung. Ich finde, das ist eine willkommene Abwechslung zu den gewohnten Übungen, die wir als Handballer so machen. Mal etwas anderes.“ Vor allem das Schwimmen sei eine besondere Belastung. „Richtig in die Knochen gehen aber dann die Übungen an Land, diese wechselnde Belastung nachdem man aus dem Wasser kommt. Puh.“

Trainer Michael Drefahl weiß: „Die Vorbereitungszeit ist nicht die schönste Zeit für einen Sportler, aber sie muss eben sein.“ Der Muskelkater gehört dazu.