Unvorstellbar, was manche Menschen tun. Des Öfteren machen Schreckensmeldungen die Runde, die man einfach nicht wahrhaben will. Vor allem Tierfreunde dürfte folgende Nachricht entsetzen: Am Dienstagnachmittag gegen 15 Uhr sind in Schönberg bei Lindow zwei Hunde vergiftet worden. Darüber informiert Andrea Mix aus Neuruppin, eine gute Bekannte der Hundehalter.
Zugleich warnt sie alle Hunde- und Tierhalter: Nicht nur in Schönberg hat es Vergiftungen gegeben. Auch in Wulkow und vergangene Woche schon in Fehrbellin waren Giftköder gefunden worden. Nicht ausgeschlossen, dass der oder die Übeltäter weiter im Landkreis OPR ihr Unwesen treiben.

Anzeige wegen Giftköder – zwei Hunde vergiftet

Bei der Polizei wurde bereits Anzeige erstattet, fürs Erste zwar gegen Unbekannt, aber grundsätzlich gehe es darum, dass die Behörden aktiv werden, ist die Meinung der Betroffenen, die zurzeit um das Leben der beiden Vierbeiner bangen. Erwischt hat es bislang einen Jack Russel Terrier und einen Border Collie.
Das Schlimme daran: Der Jack Russel ist erst ein halbes Jahr alt. Zurzeit werden die Hunde, die schwer zu leiden haben, wie es heißt, von Tierärzten und den Haltern versorgt. Man könne nur hoffen, „dass sie es schaffen“, so eine Schönbergerin. Sie hat selber einen Hund und wisse sehr gut, wie einem solche Ereignisse an die Nieren gehen können. Zumal Hunde, wie alle Tiere, vollkommen unschuldige Wesen sind.
Die Nachricht über die Hundevergiftung verbreitete sich rasend schnell in den sozialen Medien. Fragt sich nur, was man tun kann, wenn der eigene Hund auf einmal Vergiftungssymptome zeigt. Die Bundestierärztekammer rät das Naheliegende: Bei Verdacht auf eine Vergiftung so schnell wie möglich einen Tierarzt telefonisch kontaktieren und das Tier dann unverzüglich in die Praxis bringen! Wenn möglich, die Substanz sichern, die das Tier aufgenommen hat und mit zum Tierarzt nehmen.

Wie sich eine Vergiftung beim Haustier bemerkbar machen kann

Wenn das Tier Symptome einer Vergiftung zeigt oder bereits Gift gefressen hat, zählt jede Minute. Neben Tierarzt und Tierklinik sind auch allgemeine Giftzentralen eine wichtige Anlaufstelle. Die Telefonnummern und die Antworten auf wichtige Fragen sollten Tierhalter im Notfall parat haben. Die Haustiere können sich unbeabsichtigt mit Haushaltsreinigern, Giftpflanzen oder Frostschutzmitteln vergiften, oder aber sie werden mutwillig mit Rattengift oder anderen Ködern vergiftet.
Sie sind eigentlich unwiderstehlich: Auch im Tierheim Papenbruch wurden schon etliche Jack Russel Mix betreut. Interessenten sollten sich bei den örtlichen Tierschutzvereinen informieren.
Sie sind eigentlich unwiderstehlich: Auch im Tierheim Papenbruch wurden schon etliche Jack Russel Mix betreut. Interessenten sollten sich bei den örtlichen Tierschutzvereinen informieren.
© Foto: Inez Bandoly
Für Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer ist eine Vergiftung mit sogenannten Rodentiziden nicht immer nachvollziehbar: Zum einen, weil sie während der Giftaufnahme oft nicht zugegen sind, zum anderen, weil die ersten Vergiftungssymptome erst zwei bis vier Tage nach der Einnahme auftreten, nachdem der Hund oder die Katze das Gift gefressen hat.
Auffälligstes Symptom einer Vergiftung mit Rattengift und Mäusegift sind Blutungen aus Maul, Nase, Genitalöffnung und After sowie innere Blutungen des Tieres.

Was man tun kann, wenn das eigene Haustier vergiftet sein könnte

Vor allem während der kalten Jahreszeit treten gelegentlich Vergiftungen bei Hunden und Katzen durch Frostschutzmittel auf. Nicht selten entstehen zum Beispiel beim Einfüllen des Mittels oder durch beschädigte Autokühler kleine Pfützen.
Hunde und Katzen nehmen das Frostschutzmittel bereitwillig wegen seines süßen Geschmacks auf. Typische Symptome einer Frostschutzmittel-Vergiftung sind ein unsicherer Gang (Torkeln), Benommenheit, Erbrechen, Durchfall sowie Muskelkrämpfe beim Tier.
Ist das Gift nicht bekannt, können Tierbesitzerinnen oder Tierbesitzer nur bedingt Erste Hilfe leisten. Zudem können sich hinter Symptomen wie Durchfall und Erbrechen auch andere Krankheitsursachen verbergen. Die Maßnahmen beschränken sich dann darauf, Ihr Tier sicher zu lagern und schnellstmöglich in eine Tierarzt-Praxis oder Tierklinik zu bringen.
Säuren oder Laugen: Halter sollten bei den Tieren den Bereich des Hautkontaktes sofort mit viel lauwarmen Wasser über mehrere Minuten abspülen (keine Waschsubstanzen verwenden). Das Fell im betroffenen Bereich scheren (gilt auch bei anderen Kontaktvergiftungen). Dann unbedingt das Tier sofort in die Tierarzt-Praxis oder Tierklinik bringen!
Hat das Tier ein Säure- oder Lauge-haltiges Mittel verschluckt, kann ihm reichlich Wasser angeboten beziehungsweise eingeflößt werden (soweit möglich). Aber nur, wenn es sich mit Sicherheit um eine Säure oder Lauge handelt. Bei anderen Giftstoffen könnte sonst die Aufnahme des Gifts in den Körper beschleunigt werden!